Sendeantenne des WDR. Bild: Flickr / mschelter CC BY 2.0

Die Medien würden zu homogen und entsprechend der Richtung der vorherrschenden Politik berichten. Dies kritisiert der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen.

Von Michael Steiner

Wie so oft kommt die scharfe Kritik von Politikern und Medienschaffenden an den herrschenden Zuständen erst nach dem Ausscheiden aus dem Amt. Auch der frühere Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, gehört offenbar dazu. Er übte gegenüber dem „Handelsblatt“ scharfe Kritik an der medialen Berichterstattung.

„In vielen wichtigen Fragen beobachte ich eine homogene Berichterstattung. Alle marschieren in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Politik“, sagte der mittlerweile 81-jährige Journalist der Zeitung. Dies sei „bedenklich“.

Der frühere Auslandskorrespondent in Russland, der DDR und den USA wies darauf hin, dass es in den deutschen Medien früher deutlich mehr Richtungsstreit gegeben habe. Gleichzeitig kritisierte er auch die Debattenkultur, die von den sozialen Medien geprägt sei.

Loading...

Mich besorgt, wie schnell und wirkungsvoll über das Internet bösartig Stimmung gemacht wird. Dies gefährdet den inneren Frieden“, sagte er. „Guter Journalismus muss bei Kräften sein, um üblen Attacken wie der Lügenpresse-Kampagne zu widerstehen. Die Meinungsvielfalt darf nicht verlorengehen.“

Pleitgen muss jedoch angesichts seiner beruflichen Karriere wissen, wie stark die deutsche Medienlandschaft mit der Politik und den transatlantischen Kreisen verbunden ist. Dies macht es schwierig, andere Perspektiven einzunehmen und noch schwieriger, auch konträren Standpunkten ausreichend Platz zu geben.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

2 KOMMENTARE

  1. Hintennach reitet die dumme Urschl.
    War er zur Zeit seiner Dienstjahre besser als andere, die heute noch im Hamsterrad laufen?

  2. Jetzt kommt dieser Systemling aus der Deckung, weil seine Pension sicher ist. Er war doch auch so ein schleimiger Mitläufer. Ich hoffe hier geht es den Bach runter und diese Lumpen kommen schnellstens auf den GULAG!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here