Das AKW Diablo Canyon in Kalifornien. Bild: Flickr / marya from San Luis Obispo, USA CC BY 2.0

Wie in Japan steht auch in Kalifornien ein Atomkraftwerk direkt an der Küste. Eines, das das Zeug dazu hat, die ganze Region radioaktiv zu verstrahlen.

Von Redaktion

Wenn das Erdbeben vom Freitag mit 7.1 und andere anhaltende seismische Schocks weniger als 300 Kilometer nordwestlich von Ridgecrest / China Lake aufgetreten wären, würden zehn Millionen Menschen in Los Angeles unter einer apokalyptischen Wolke verschwunden sein.

Die wahrscheinliche Zahl der Todesopfer bei Menschen würde in Millionenhöhe liegen. Der wahrscheinliche Vermögensverlust würde in den Billionen liegen. Der dauerhafte Schaden an der Nahrungsversorgung unserer Spezies, an den ökologischen Unterstützungssystemen und an der langfristigen Wirtschaftlichkeit würde jede sinnvolle Berechnung sprengen. Die beiden mit Rissen übersähten, versprödeten, nicht gewarteten, nicht regulierten, nicht versicherten und nicht inspizierten Atomreaktoren im Diablo Canyon in der Nähe von San Luis Obispo wären eine brodelnde radioaktive Ruine.

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Ihre Kerne würden in den Boden schmelzen. Wasserstoffexplosionen würden das Gelände in tödlichen Staub sprengen. Ein oder beide geschmolzenen Kerne wären in die Erde eingebrannt und hätten das Boden- oder Ozeanwasser getroffen, was massive Dampfexplosionen mit physischen Auswirkungen im Bereich der Atombombenexplosionen von Hiroshima und Nagasaki verursacht hätte.

Im Jahr 2010 haben schlecht gewartete Gasleitungen von Pacific Gas & Electric ein Viertel in San Bruno in die Luft gesprengt und dabei acht Menschen getötet. Die schlecht gewarteten Stromleitungen von PG & E haben dazu beigetragen, einen Großteil Nordkaliforniens in Brand zu setzen, 80 Menschen zu töten und mehr als 10.000 Gebäude abzufackeln.

PG & E befindet sich mit seinem dritten Präsidenten in zwei Jahren in der Insolvenz und ist absolut unqualifiziert, zwei große, alte, veraltete, bröckelnde Atomreaktoren zu betreiben, die von tektonischen Verwerfungen umgeben sind. In einem kleinen Umkreis um die Reaktoren wurden mindestens ein Dutzend Verwerfungen festgestellt. Die Reaktorkerne sind weniger als 75 Kilometer von der San-Andreas-Verwerfung entfernt, weniger als die Hälfte der Entfernung, die Fukushima Daiichi von dem Epizentrum hatte, das dort vier Reaktoren zerstörte.

Das AKW Diablo Canyon kann einem Erdbeben der Stärke 7,1 nicht widerstehen. Im Jahr 2014 berichtete Associated Press, dass Dr. Michael Peck, Standortinspektor der Nuklearregulierungskommission in Diablo, davor gewarnt hatte, dass die beiden Reaktoren geschlossen werden sollten, da sie einem Erdbebenschock wie dem, der gerade so nahe gekommen ist, nicht standhalten können. Die NRC versuchte, Pecks Bericht zu begraben. Sie griffen seine Ergebnisse an und schickten ihn dann nach Tennessee. Er ist nicht mehr bei der Kommission.

Die Vertuschungsaktionen sorgen dafür, dass Kalifornien auf einer tickenden Zeitbombe sitzt. Wenn es nicht ein Super-Erdbeben mit einer Magnitude von 9 oder mehr ist, welches hunderttausende Menschen in der Region tötet, dann eben ein starkes Erdbeben direkt beim Atomkraftwerk, welches unter Umständen sogar einen Tsunami auslöst und dann die ganze Region radioaktiv verstrahlt.

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2 KOMMENTARE

  1. Das ist dann das Problem der Amerikaner und wenn sie es darauf ankommen lassen wollen, dann scheinen sie in dieser Angelegenheit auch nicht die hellsten zu sein, denn es gibt Unglücke, die nach Abwägung aller Möglichkeiten nicht vorhersehbar waren und dann widerrum Bauten, die an solche Orte nicht hingehören, genauso wie Hochhäuser im Erdbebengebiet, Häuser an instabilen Berghängen, Gebäuden in ungünstigen Tallagen wegen Hochwassergefahr und dennoch werden Projekte genehmigt, wo man nur mit dem Kopf schütteln kann und selbst in früheren Jahrhunderten hat man sich sehr genau den Baugrund und das Umfeld angesehen um möglichst keine Schäden zu erleiden und das mit dem damaligen Wissen, was ja heute angeblich größer ist und trotzdem Kardinalsfehler gemacht werden um anschließend festzustellen, daß man daraus gelernt hat und es besser machen will, welch ein Widerspruch im menschlichen Gehirn, der nicht unbedingt von größerer Weisheit zeugt, eher die geistige Dekadenz mit im Spiele ist und der Tanz um`s goldene Kalb ist immer und überall, daran hat sich bis heute nichts geändert.

  2. Kein einziges AKW ist versichert, weil schlicht nicht versicherbar. Wegen der bei einem GAU zu erwartenden Schäden und Kosten für die Betreiber, welche keine Versicherung der Welt stemmen kann. Aber das macht nix, weil die Mehrheit der Bevölkerung ohnehin freiwillig in jede Wahlzelle läuft und „JA, Weitermachen“ ankreuzt. Die Bestechungsgelder für die POlitiker sind schon in die Stromrechnung eingepreist. Man hat ja gesehen, wie es der Bevölkerung in Russland (Musljumowo, Tschernobyl), England (Sellafield/Windscale) und Japan (Fukushima) erging.
    Auch in der Schweiz, wo mit Beznau I und II die ältesten Druckwasserreaktoren der Welt seit 1970 in Betrieb sind, und dies noch weitere Jahrzehnte tun sollen. Bis zum Knall wird Syrien wohl leer sein, für manch Alpenbewohner. Einfach den Rosenkranz gegen die Gebetskette tauschen und nicht Richtung Mekka pinkeln…
    Demokratie ist die Diktatur der Dummen. Auch in Amerika.
    Übrigens gibt es bereits die Technik AKWs sicher zu betreiben, made in Germany. Dann kam Zittermerkel und der Ausstieg. Und jetzt die CO2 sehende Greta und der nächste Ausstieg. Demokratie ist….Blackout.

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