Die Menschheit verbraucht momentan mehr Ressourcen als regeneriert werden kann. Einige von ihnen liegen nicht im allgemeinen Fokus, sind jedoch unverzichtbar.

Von Redaktion

Jeder weiß, dass viele unserer Rohstoffe endlich sind. Im Gegensatz zu erneuerbaren Rohstoffen (wie z.B. Holz oder Hanf) wird die Gewinnung anderer Rohstoffe (z.B. Erdöl, Gold, Eisen…) irgendwann nicht mehr möglich sein. Zumindest nicht mit annehmbaren Kosten. Aber es sind nicht nur die großen, bekannten Ressourcen, die wichtig sind.

Nachfolgend stellen wir Ihnen drei wichtige Ressourcen vor, die auf unserem Planeten zur Neige gehen und kaum ersetzt werden können:

Helium

Das Element Helium ist zwar im Universum unglaublich reichlich vorhanden (gleich nach Wasserstoff), aber es ist hier auf der Erde relativ selten. Daher können wir die Produktion nicht einfach hochfahren, wenn die Menschen feststellen, dass die Vorkommen fast erschöpft sind.

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Es gibt auch keinen vergleichbaren Ersatz für Helium, ein Element, das es der Menschheit ermöglicht, Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (-273,15 °C) aufrechtzuerhalten, und das für die wissenschaftliche, industrielle und medizinische Forschung unerlässlich ist.

MRT-Untersuchungen, Supraleiterforschung, Siliziumriegel für die Unterhaltungselektronik, Lichtwellenleiter, Lenkflugkörper und so weiter benötigen Helium. Kurz gesagt: Wir brauchen Helium. Und es wurden (wenn überhaupt) nur wenige Schritte unternommen, um eine globale Heliumknappheit zu verhindern.

Helium entsteht durch den Zerfall radioaktiver Stoffe wie Uran und Thorium und kommt häufig in Erdgasspeichern vor. In vielen Fällen ist es jedoch unerschwinglich, es vom Erdgas zu trennen. Infolgedessen sind die Kosten für Helium in den letzten Jahren um 250 Prozent gestiegen.

Es ist so wichtig, dass es auf der Liste der Elemente des US-Innenministeriums steht, die für die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind.

Sand

Sand ist der Hauptbestandteil von Beton, Asphalt und Glas sowie anderen Baustoffen und gleichzeitig ein wesentlicher Bestandteil des in der Elektronikindustrie verwendeten Siliziums. Dank der Fracking-Revolution hat auch die Öl- und Gasindustrie die Nachfrage nach Sand erhöht. Es ist die zweithäufigste Ressource auf dem Planeten nach dem Wasser.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden bis 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben, was eine massive Zunahme von Bau- und Infrastrukturprojekten erforderlich macht, für die alle immense Mengen Sand benötigt werden.

Darüber hinaus wird der Anstieg des Meeresspiegels weltweit noch mehr Sand erfordern, da Betonbarrieren am nützlichsten sind, um Überschwemmungen an der Küste abzuwehren. Wenn Sand aus Flussbetten und Küsten gewonnen wird, verschärft dies die Überschwemmungen und führt zu einem Teufelskreis.

Es ist wichtig anzumerken, dass in der Bauindustrie eine bestimmte Art von Sand verwendet wird. Sand, der eine vielfältige, unregelmäßige Mischung von Körnern enthält, im Gegensatz zu den feineren, runderen und gleichgroßen Sandkörnern, die in Wüstengebieten wie dem der Welt zu finden sind Sahara. Man kann diesen Sand also nicht einfach so verwenden.

Phosphor

Phosphatgestein, das nur in einer Handvoll Ländern vorkommt, darunter in den USA, China und Marokko, ist ein Element, das für die Düngung von entscheidender Bedeutung ist. Vor allem ist es für die künftige Ernährungssicherheit der Menschheit äußerst wichtig. Und es geht zur Neige.

Allein Marokko kontrolliert drei Viertel der verbleibenden Phosphatreserven der Welt, und es wird erwartet, dass zwischen 2035 und 2075 ein sogenannter „Phosphor-Peak“ auftritt. Dies basiert auf Schätzungen unter Verwendung des aktuellen und des prognostizierten Verbrauchs.

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Derzeit ist kein Ersatz für Phosphor in der Lebensmittelherstellung bekannt. Es kann nicht im Labor hergestellt oder synthetisiert werden. Ein plötzlicher Preisanstieg von 800 Prozent bei Phosphat im Jahr 2008 führte in Ländern auf der ganzen Welt zu Unruhen und Selbstmorden bei Bauern.

Die etwas gute Nachricht ist jedoch, dass Phosphor nach Gebrauch wiedergewonnen und (innerhalb angemessener Grenzen) mehrmals im Kreislauf geführt werden kann, wenn wirksame Techniken eingesetzt werden, um ihn aus menschlichen und tierischen Abfällen sowie aus Lebensmittel- und Pflanzenresten zu entfernen.

Und nun?

Wie wir sehen, sind das drei Rohstoffe, deren Wichtigkeit und Knappheit den meisten Menschen gar nicht wirklich bewusst ist. Rohstoffe, auf die man ebenfalls den Fokus setzen sollte. Immerhin geht es hier um unsere Zukunft.

Nachhaltiges Wirtschaften mit unseren Ressourcen ist wichtig. Zumindest dann, wenn wir auch in Zukunft weiterhin einen annehmbaren Lebensstandard haben wollen. Denn irgendwann ist es zu spät für eine Kursänderung.

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3 KOMMENTARE

  1. Wieder einmal ein Artikel unter dem Motto: „Könnte, hätte, Fahrradkette“
    Mich erinnert das um die Hype in den 70iger Jahren um den sgn. Oil Peak. – Blöd nur, dass man seither immer mehr Lagerstätten findet, und als ausgebeutet geltende sich sogar langsam wieder füllen.

    Lange Zeit galten die USA als Hauptproduzent von Helium. Die Zeiten sind auch inzwischen Geschichte, denn erst im Jahr 2016 wurde ein gewaltiges Helium-Vorkommen in Tansania entdeckt, und damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

    Auch lange Zeit galt Sand, der sich für die Betonherstellung eignete, als knapp. Das ist auch Geschichte, denn inzwischen gibt es ein Verfahren (deutsches Patent) ganz normalen Sand dafür zu nutzen.

    Beim Phosphat ist es die Krux, dass die Entfernungen zwischen Fundstätte und Gebrauchsort weit auseinander liegen. – Besonders negativ sei hier an dieser Stelle mal die kleine Insel Nauru genannt.

  2. Anstieg der Meeresspiegel – aha.
    Erdöl wird knapp – das wurde schon in den 70ern angekündigt. Und hat sich nicht bewahrheitet! (siehe Vorkommentator)

    Auch eine Knappheit von Düngemitteln läßt sich nur „geistig unbeweglichen“ Zeitgenossen vermitteln, die ausschließlich extensive Landwirtschaft im Sinn haben.

    Zu bedauern ist vorrangig, dass in unserer Mediengesellschaft Vernunft und Verantwortungsbewußtsein insgesamt, Kompetenz bei in Regierungsverantwortung Stehenden echt knapp geworden ist. Das mag daran liegen, dass zuviel Beton anstelle grauer Zellen vorhanden ist.

  3. > wird die Gewinnung anderer Rohstoffe (z.B. Erdöl, Gold, Eisen…) irgendwann nicht mehr möglich sein.
    > Zumindest nicht mit annehmbaren Kosten.

    Da gibt es andere Erkenntnisse. Ich kann dazu dieses Buch empfehlen, das zu akzeptablem
    Preis leider nicht auf deutsch erhältlich ist:

    „The deep hot Biosphere – The Myth of fossile fuels“ von Thomas Gold.
    Für ca. 25 EUR kann man es aus den USA beziehen.

    Der ursprüngliche deutsche Titel: „Biosphäre in der heißen Tiefe“.

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