Die USS Ross verlässt zusammen mit dem ukrainischen Kriegsschiff Hetman Sahaydachniy das Schwarze Meer (2015). Bild: US Navy Photo

Das US-Militär ist quer über den Globus verstreut und in dutzenden Konflikten aktiv. Eingemischt wird sich überall – mit Hilfe der Vasallen und Alliierten.

Von Redaktion

Der „endlose Krieg“, in dem sich die Vereinigten Staaten von Amerika seit ihrer Gründung befinden, steht auch im eigenen Land unter scharfer Kritik. Tom Engelhardt hat diese Aggressionspolitik (und die Unterstützung derselben durch die US-Medien) in einem Essay (siehe hier) scharf kritisiert.

„Wenn es um Washingtons nie endenden Krieg gegen den Terror geht, kann ich mit hinreichender Zuversicht sagen, dass in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der eine Ausdruck, den Sie in einer solchen Medienberichterstattung wahrscheinlich nicht finden werden ‚Amerikanische Aggression‘ sein wird“, schreibt Engelhardt. Dann stellt er eine sehr berechtigte Frage:

„Also hier ist die seltsame Sache auf einem Planeten, auf dem im Jahr 2017 US-Spezialeinheiten in 149 Ländern oder ungefähr 75 Prozent aller Nationen stationiert waren; auf dem die USA vielleicht 800 militärische Garnisonen außerhalb ihres eigenen Territoriums haben; auf denen die US-Marine die meisten Ozeane und Meere patrouilliert; an denen unbemannte US-Luftdrohnen in einer überraschenden Anzahl von Ländern Attentate verüben; und in denen die USA seit Jahren Kriege und kleinere Konflikte führen, von Afghanistan über Libyen, Syrien bis Jemen, Irak bis Niger; in einem Jahrhundert, in dem sie sich entschieden haben, vollständige Invasionen in zwei Ländern zu starten (Afghanistan und Irak), ist es wirklich vernünftig, die USA niemals irgendwo als ‚Angreifer‘ zu bezeichnen?“

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Mit anderen Worten, macht es wirklich Sinn, dass eine Nation in der Lage ist, die Welt zu übernehmen und dann mit bambiäugiger Unschuld aufzublicken und zu sagen: „Ich wurde angegriffen! Völlig aus heiterem Himmel!“, wann immer eine Regierung diese US-Angriffe zurückdrängt? Wenn Sie die Erzähler des Imperiums fragen, ist die Antwort ein klares Ja.

Der Aggressor als Opferlamm

Diese wichtige Diskrepanz ist so nahe, wie wir jemals von der Klasse der Politiker / Medien ehrlich eingestehen werden, dass sie den Aufbau eines Imperiums und endlosen Krieges als normal und jede Opposition dagegen als verrückt ansieht. Alle Nationen sollen sich dem amerikanischen Einsatz militärischer und wirtschaftlicher Gewalt unterwerfen, und wenn sie dies nicht tun, ist dies eine „Aggression“. Die offizielle Position der politischen / Medienklasse ist, dass die USA eine normale Nation mit den gleichen Rechten und dem gleichen Status wie jede andere sind, aber die inoffizielle Position ist, dass dies ein Imperium ist und Nationen entweder gehorchen müssen oder zerstört werden.

Es ist eine Maschine mit den gleichen Werten wie Napoleon oder Hitler oder Dschingis Khan oder jeder andere imperialistische Eroberer vergangener Zeiten. Der einzige Unterschied ist, dass sie so tut, als wäre sie nicht das, was sie ist. Die USA vermarkten sich als Verfechter regelbasierter liberaldemokratischer Werte, obwohl sie konsequent gegen das Völkerrecht verstoßen, imperialistische Angriffskriege führen, Journalisten einsperren, Dissens niederschlagen und Propaganda genauso wie jedes totalitäre Regime einsetzen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass dies auf eine Weise geschieht, die es den Anhängern ermöglicht, so zu tun, als ob dies nicht der Fall wäre.

Vergiss den „Krieg gegen den Terror“. Wenn die US-Außenpolitik ehrlich wäre, würde sie ihre gesamte Kriegspropaganda unter einem Banner vereinen: dem Krieg gegen den Ungehorsam.

Das ist es und nichts anderes. Jedes Land, jede Regierung und jede Organisation die sich gegen die Vereinigten Staaten und deren Anspruch auf Weltherrschaft stellen, werden gnadenlos bekämpft. Ebenso jene Großmächte (wie China und Russland), die eine substantielle militärische Herausforderung darstellen.

Vasallen und Lakaien

Doch weil das US-Imperium ohne ein Netz von Vasallen und Lakaien nicht bestehen könnte, wurde ein entsprechendes Netz gespannt. Neben der NATO sind dies „Verbündete“ auf dem amerikanischen Doppelkontinent und im asiatisch-pazifischen Raum.

Sie alle sind lediglich willfährige Erfüllungsgehilfen des Imperiums und hoffen darauf, dass etwas vom Profit für sie abfällt. Und dass sie in Ruhe gelassen werden. Opportunisten par excellence eben.

Das trifft auch auf Länder wie Japan oder Südkorea zu, die sich in direkter Nachbarschaft zu den Atommächten China, Russland und Nordkorea befinden. Länder, die teils auch in Gebietsstreitigkeiten mit den Nachbarländern involviert sind. Dort lautet die Devise, dass beide Seiten von einem solchen Abhängigkeitsverhältnis profitieren.

Allerdings machen sich diese damit auch zu Erfüllungsgehilfen des Imperiums, indem sie es stärken und Ressourcen zur Verfügung stellen. Ressourcen, die der US-Aggressor auch dringend benötigt, um die globale Kontrolle aufrecht erhalten zu können.

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