Eine Tomahawk-Rakete wird von der USS Curtis Wilbur abgefeuert. Bild: Flickr / US Navy CC BY 2.0

Es gibt einige Gründe, warum die USA keine Iran-Invasion starten werden. Das heißt aber nicht, dass „militärische Optionen“ ausgeschlossen werden können.

Von Marco Maier

Im Gegensatz zum Irak-Krieg 2003 gibt es heute keine „Koalition der Willigen“, wenn es um einen Krieg gegen den Iran geht. Im Gegenteil, der aggressive US-Kurs gegenüber Teheran stößt selbst bei den Alliierten weitestgehend auf Widerstand. Niemand will in einen teuren, sinnlosen Krieg hineingezogen werden. Einen Krieg, der nicht zu gewinnen ist.

Hinzu kommen Warnungen aus Russland und China. Beide Länder sehen in einem solchen Krieg einen massiven Fehler und eine Gefahr für die globale Sicherheitslage. Moskau warnte zudem vor enormen Flüchtlingsströmen, die auch die benachbarten Regionen destabilisieren können.

Aber das ist noch nicht alles. Im Gegensatz zum Irak ist der Iran wehrhaft. Er hat ein gut ausgebildetes und ordentlich ausgerüstetes Militär. Zudem wäre ein solcher Krieg für die USA zu teuer. Nachdem bereits mehr als eine Billion Dollar in Afghanistan versenkt wurde, wird es schwierig.

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Hinzu kommen die fehlenden finanziellen Mittel für einen solchen Krieg. Schon jetzt ist der Militärapparat teuer und ineffizient. Ein rascher Sieg ist unwahrscheinlich. Das heißt: es wird zu einem Milliardengrab. Von den eigenen Verlusten an Militärgerät und Soldaten ganz zu schweigen. Und da die Alliierten nicht wirklich mitziehen wollen, müssten die Amerikaner die Hauptlast des Angriffs tragen.

Dazu bräuchten sie aber auch enorme Bodentruppen, die von den Nachbarländern aus einmarschieren müssten. Zu glauben, dass sich Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Aserbaidschan oder der Irak dafür hergeben würden, ist weltfremd. Fast genau so weltfremd wie der Einsatz von zehntausenden deutschen, britischen, französischen, polnischen oder spanischen Bodentruppen zur Unterstützung einer Invasion.

Militärisch haben die Amerikaner nur die Option, massive und umfangreiche Luftangriffe zu starten. Plus eine Konzentration der US-Marine in den Gewässern vor dem Iran, von wo aus Raketen auf das Land abgeschossen werden. Doch diese müssten durch die starke iranische Luftabwehr hindurch kommen. Die Folge: enorme Verluste.

Auch wenn Kriegstreiber wie Bolton oder Pompeo gerne einen Krieg gegen den Iran beginnen würden, so scheint ein solcher derzeit recht unwahrscheinlich zu sein. Zumindest so lange, wie diese neokonservativen „Falken“ keine Mehrheiten für ihre zerstörerischen Pläne finden. Aber an geistesgestörten Ideologen mangelt es auch in den Vereinigten Staaten nicht…

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6 KOMMENTARE

  1. Das kann man auch anders sehen, denn Waffen um sie in wenigen Stunden in Schutt und Asche zu legen, gebe es zuhauf und das könnten zwei Staaten in kürzester Zeit auch allein erledigen und müßten nicht ihre Satrappen bemühen, die ehedem in dieser Frage nichts taugen und Rußland und China würden sich deswegen nicht die Finger verbrennen und der einzige Grund, warum man bislang von einem Angriff absieht ist die anstehende US-Wahl, denn das würde im Widerspruch zu eigenen Aussagen stehen und mit einem sinnlosen Krieg im Nacken lassen sich Wahlen eben schlecht gewinnen, es sei denn, die Gegenseite macht fatale Fehler um dann einen Abwehrgrund zu haben und somit wird das Problem nur verschoben, ist aber noch lange nicht abgehakt, das hängt ganz von den Mullahs ab.

    • Der Iran hatte ja auch schon mehrfach unmissverständlich klargestellt, dass er im Falle eines Angriffs vor allem in Richtung Israel feuern würde. Ob die USA das riskieren würden?

  2. Zwei entscheidende Unsicherheiten bestehen für die Yankees.

    1. Welche Auswirkungen wird das auf die Weltwirtschaft haben?
    2. Welchen militärischen Schaden könnte der Iran gegenüber Israel anrichten?

    Solange man sich über Punkt 2 nicht vollkommen klar ist, werden die Revolver im Halfter bleiben.

  3. Die einzigen,die Bodentruppen in den Iran schicken würden,sind die „POLEN“.Die haben sich doch dem Ami absolut untergeordnet.

  4. Sollten die irrsinnigen Mullahs Israel angreifen,könnte ich mir vorstellen,dass Israel sogar taktische Atomwaffen einsetzt und alles ausser Kontrolle gerät.
    Dann könnte schnell ein Szenario entstehen,wie es in bestimmten Prophezeiungen beschrieben ist.

  5. Eine gute Einschätzung zur Kriegswilligkeit des US Imperialismus gegen den Iran. Wobei Kosten diese Imperialisten nicht stören, denn einerseits haben sie die FED, die Dollar per Mausklick produziert und andererseits ist immer noch zur Not das wachsende Vermögen des Black Eagle Trust vorhanden. Aber wie im Artikel beschrieben, würde ein konventioneller Krieg ohne die Riege der Willigen nicht gewinnbar sein, umso mehr Russland und China dagegen stehen. Bliebe ein atomarer Krieg, der auch aus Israel unterstützt werden könnte, aber hier ist die Gefahr, dass die heimatlosen Zionisten, die weit ab vom Geschehen sind, ebenfalls nicht mehr unbeschadet davon kommen. Nicht unbedingt vom Iran, aber von anderen Staaten, die durch die atomare Kriegstreiberei in Mitleidenschaft gezogen werden, können diese Verbrecher an jeder Stelle der Welt getroffen werden.. Und das ist gut so, denn nur durch diese Angst der heimatlosen Zionisten kann unsere Welt vor einem atomaren Inferno verschont bleiben. Es bleibt aber offen, ob letztendlich die Endzeitmessianer nicht doch noch an den roten Knopf kommen, denn denen ist es egal, ob sie selbst mit das Zeitliche segnen. Genau deswegen ist es wichtig, dass die Völker der Welt, insbesondere das deutsche für einen grund- und wahrhaften Frieden eintreten.

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