Schweinehälften im Schlachthof.

Die Afrikanische Schweinepest dürfte den chinesischen Schweinebestand in diesem Jahr halbieren. Die Preise steigen enorm. Aber die Entenfarmer profitieren davon.

Von Redaktion

In China werden so viele Schweine gezüchtet wie sonst nirgends auf der Welt. Doch die derzeit grassierende Afrikanische Schweinepest (auch „Schweine-Ebola“ genannt) dürfte alleine in diesem Jahr rund die Hälfte des gesamten Bestandes vernichten.

„Chinas Preise für Schweinefleisch und Schweinefleisch dürften bis zum vierten Quartal 2016 das bisherige Rekordhoch erreichen“, sagte Pan Chenjun, Senior Analyst für tierisches Eiweiß bei der Rabobank. Er rechnet auch mit einem Rückgang der Schweinefleischproduktion um 30 Prozent oder rund 16 Millionen Tonnen, was eine Lücke in der Eiweißversorgung des Landes hinterlässt. Analysten warnen davor, dass die Krankheit einige Farmen mehr als einmal befallen könnte, und die Ratingagentur Fitch prognostiziert, dass die Schweinefleischproduktion bis 2021 unter dem Niveau von 2018 bleiben wird.

Die Rabobank wies darauf hin, dass die chinesischen Daten zeigten, dass der Bestand an Sau- oder Mutterschweinchen Ende Juni um 26,7 Prozent und die Anzahl der Schweine um 25,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken war. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Herdenverluste in bestimmten Regionen deutlich schlimmer sind und die Produktion um 40 bis 60 Prozent niedriger sind als im vergangenen August. Für 2019 erwartet die Bank einen Gesamtverlust am Schweinebestand von über 50 Prozent.

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Letzten Dienstag zeigten die Zolldaten Chinas, dass die Schweinefleischimporte im Juni gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Nach Angaben der Allgemeinen Zollverwaltung hat China im Juni 160.467 Tonnen Schweinefleisch eingeführt, ein Plus von 62,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies ist ein Rückgang von 14 Prozent gegenüber 187.459 Tonnen, die im Mai eingeführt wurden.

Die Preise steigen

Der massive Verlust beim Schweinebestand in China und die steigende internationale Nachfrage aus dem Reich der Mitte sorgt dafür, dass die Preise nicht nur im eigenen Land selbst ansteigen. Es wird inzwischen schon weltweit mit Preisanstiegen auf den internationalen Märkten gerechnet.

Infolgedessen dürften auch die Preise für anderes Fleisch, einschließlich Hühnchen und Ente, erheblich steigen, was den Ermessensspielraum der chinesischen Verbraucher weiter unter Druck setzt.

Ein direkter – und bald sehr reicher – Nutznießer von Chinas Schweine-Ebola sind Entenfarmer. Wie die „South China Morning Post“ berichtet, essen, plappern und legen mehr als eine halbe Million Enten mit weißen Federn auf einem 30 Hektar großen Grundstück in Chinas Geflügelzentrum in der Provinz Shandong Eier, um billiges Fleisch für Tausende von Kantinen in den Fabriken zu produzieren.

Mit Vögeln, die bereits in rund 60 offenen Gebäuden untergebracht sind, expandiert die Shenghe Group weiter und strebt an, die Produktion in diesem Jahr um 30 Prozent zu steigern, um Rekordgewinne zu erzielen, da die Schweineproduktion, Chinas beliebtestes Fleisch, sinkt, so die Zeitung.

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2 KOMMENTARE

  1. In Deutschland heben wir den Preisanstieg bereits seit einigen Monaten zu verzeichnen.
    Nun wurde in Deutschland mehr Schweinefleisch erzeugt, als auf dem Binnenmarkt abgesetzt werden kann, also wird exportiert.

    Nun sollte man wissen, dass die Produktion von Schweinefleisch umfangreich subventioniert wird, also aus Steuergeldern der Verbraucher.
    Der Export von Agrarprodukten wird nochmals, also obenauf, subventioniert.
    Da auf den internationalen Märkten die Preise für Schweinefleisch gestiegen sind, wird noch mehr exportiert (es gibt keine Exportbeschränkung) und die Preise auf dem Binnenmarkt steigen zwangsläufig.

    Der deutsche Verbraucher wird also dreifach zur Kasse gebeten, für die Erzeugung des Schweinefleisches, für den Export des Schweinefleisches und für die höheren Binnenpreise.

    Das nur für alle, die immer noch meinen, dass Fleisch in Deutschland viel zu billig sei.
    Auf diesen Dummenfang reiten ja momentan mal wieder die linksschwarzrotgrünen Parteien und die MSM.

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