Bereits in wenigen Jahren könnte der erste Reaktor zur Atomfusion in Betrieb gehen. Der Anfang vom Ende des globalen Energieproblems?

Von Marco Maier

Wir haben ein globales Energieproblem. Unsere Energieversorgung basiert größtenteils noch auf der Verwendung fossiler Energieträger, die jedoch nicht unendlich zur Verfügung stehen werden. Natürliche Energieressourcen wie Wasser, Wind und Sonne sind nur bedingt nutzbar, da deren Output nur beschränkt steuerbar ist und überschüssige Energie zuerst zwischengespeichert werden muss, bevor man sie in den Hauptlastzeiten wieder freigibt.

Als Alternative steht noch die Atomenergie zur Verfügung. Doch nukleare Katatstrophen und das Problem der Endlagerung nuklearer Abfälle sorgen weltweit für verständliche Vorbehalte. Aber es gibt eine potentielle Lösung für die globalen Energieprobleme, an der Wissenschaftler weltweit arbeiten.

Unsere derzeitigen Kernreaktoren werden alle durch Kernspaltung angetrieben, bei der Atome gespalten werden, um Energie zu erzeugen. Seit Jahren fragen sich Wissenschaftler, wie wir die Kernfusion nutzen können. Das ist der Prozess, der die Sonne durch die Fusion von Atomen antreibt. Sie wollen diesen Prozess auch auf der Erde einzusetzen. Die Fusion ist extrem leistungsstark, um ein Vielfaches wirksamer als die Spaltung und erzeugt keinen Atommüll, da ihr Brennstoff nicht Uran oder Plutonium, sondern Wasserstoff ist.

Der Traum von der Kernfusion war lange Zeit unerreichbar, aber jetzt, wo Unternehmen wie die von Jeff Bezos unterstützte General Fusion und ein riesiger Pool von Fusion-Start-ups den Wettbewerb heizen, wird die Fusion schnell Realität. Erst die letzten Tage hat das „weltweit größte Experiment zur Kernfusion“ einen großen Durchbruch erzielt.

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Beamte des International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER), eines multinationalen Projekts mit Sitz in Südfrankreich, haben angekündigt, dass sie nur noch 6,5 Jahre von „First Plasma“ entfernt sind – ein historischer Meilenstein. Das Projekt von ITER, das von einem Konsortium aus 35 Nationen unterstützt wird, ist laut der dieswöchigen Pressemitteilung nun zu 65 Prozent abgeschlossen. „Der kürzlich installierte Abschnitt – die Kryostatbasis und der untere Zylinder – ebnet den Weg für die Installation des Tokamaks, der Technologie, die zur Aufnahme des starken Magnetfelds gewählt wurde, das den Kern der ultrascharfen Plasmafusion umgibt“, berichtet Scientific American.

Das Projekt ist das weltweit erste Fusionsreaktorprojekt im kommerziellen Maßstab, und alle Augen sind auf den Tokamak von ITER gerichtet, um die Messlatte und den Zeitplan für das kommerzialisierte Kernfusionsrennen festzulegen. Obwohl der Start des Projekts für Ende 2025 geplant ist, wird es (mindestens) ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis die Anlage ihre volle Leistung erreicht hat.

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9 KOMMENTARE

  1. Wenn man mal davon ausgeht, dass diese Fusionstechnologie technisch und wirtschaftlich verfügbar geworden ist, bleibt die Frage welche Auswirkungen hat das Helium als „Abgas“ auf unser Leben.

    Helium ist ein Edelgas und zur Zeit nur in geringem Umfang in unserer Luft vorhanden. Was ist aber, wenn man damit die Atmosphäre zunehmend anreichert? – Es baut sich ja nicht wieder von allein ab.
    Zur Zeit wissen die Menschen z.B., dass man davon eine Veränderung der Stimme bekommt, was im Prinzip noch nicht gefährlich ist. Doch man sollte ruhig mal weiter denken, ob man dann doch noch ruhig bleibt.

    • Die entstehende Menge Helium ist sehr minimal. Da es sich chemisch nicht bindet, kann es nicht Bestandteil eines mindestens dreiatomigen Treibhausgasmoleküls werden. Es entstehen außerdem pro kg 170 Millionen KWh Energie. Dazu braucht man 50 Millionen Kilogramm Braunkohle, d.h. 50000 Tonnen. Begründen Sie bitte keine Heliumhysterie.

      • Rechnen scheint nicht in deiner Kompetenz zu liegen.
        Und die Chemie/Physik der Gase scheint an dir vollkommen vorbei gegangen zu sein. Dreiatomig!!!, ist z.B. Methan auch Dreiatomig? Gilt aber als stärkeres Treibhausgas.

        Es ist aber nicht mein Job dir die Segnungen der Mathematik, Chemie und Physik näher zu bringen.

  2. die abhängigkeit von energie ist sozusagen ein künstliches produkt, schon längst verfügen wir über technisch umweltfreundliche lösungen…..wo ist das problem??? die lösungen führen in unabhängigkeit des einzelnen, die kontrolle über menschen erfolgt durch abhängigkeit, unter anderem, von energie, für die sie zahlen müssen. ohne zahlungszwang geht das sklavensystem den bach runter…..GANZ SCHLECHT für abkassierer und könige, deren machterhalt, davon abhängt.

    • Wie sehen denn deine “ technisch umweltfreundlichen Lösungen“ aus, die auch für Jedermann Kosten neutral und ohne Einschränkungen verfügbar wären …. Werde bitte mal konkret.

      • „Nikola Tesla“
        es benötigt zwar zeit, all die massen an informationen durch zu schaufeln, aber läßt tief blicken, auch politisch.

        die solar-technik ist sehr weit voran gekommen, wird stetig weiter entwickelt(noch jedenfalls), bezahlbare, uneingeschränkte selbstversorgung von haushalten. so um die 10.000€ (all inklusiv) brauchst nie wieder ein cent abdrücken….problem: der deutsche staat stuft dich anschließend als stromversorger ein..also steuern zahlen oder knast!!!

        • Ist schon klar …. Tesla mit seiner „freien Energie“ , die ihm Gläubige andichten.
          Energie ist Arbeit. Weil das anstrengend ist, beschäftigen sich so wenige damit.

          Es bleibt in jedem Falle schwierig einem etwas zu erzählen, was er schon zu wissen glaubt, denn Vorurteile lassen sich, im Gegensatz zu Urteilen, nicht revidieren.

          • desinformation vom richtigen zu unterscheiden, ist dem leser überlassen. jedenfalls tesla’s erkenntnisse sind in der gegenwart experimentell nachgewiesen und dokumentiert………es verbleibt richtig:

            „in jedem Falle schwierig einem etwas zu erzählen, was er schon zu wissen glaubt, denn Vorurteile lassen sich, im Gegensatz zu Urteilen, nicht revidieren.“

  3. Dem Artikel nach ist frühestens in 6,5 Jahren mit kommerzieller Energieausbeute zu rechnen, wobei das kommerzielle hierbei wohl das wichtigere ist. Zur heißen Fusion gibt es aber auch Forschungen zur kalten Fusion (LERN), nur das diese nicht so stark finanziell Berücksichtigung findet.

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