Venezuela: US-Einmischung stärkt Maduro

Die ständige Einmischung der USA in Venezuela und der wachsende Sanktionsdruck stärken Präsident Maduro. Washington wird so sein Ziel nicht erreichen.

Von Redaktion

Der gescheiterte Putschversuch von Juan Guaido, der sich selbst als „Interimspräsident“ Venezuelas bezeichnet trug wohl nicht sonderlich zu dessen Beliebtheit bei. Auch sorgt der wachsende Druck der USA und deren Verbündeten gegen das wirtschaftlich darniederliegende Land nicht gerade für eine positive Stimmung hinsichtlich eines Regime-Changes.

Die fünfmonatige politische Pattsituation scheint Nicolas Maduro „auf subtile Weise zu helfen“, wie aus einem Bericht von „Miami Herald“ über eine neue Datincorp-Umfrage hervorgeht, die am Wochenende durchgeführt wurde. Auch nachdem Dutzende von Ländern der amerikanischen Führung gefolgt sind und nur Guaido als „Interimspräsident“ anerkannt haben. Die Umfrage ergab, dass eine relative Mehrheit von 41 Prozent der Venezolaner Maduro als „konstitutionellen Präsidenten“ des Landes ansieht, gegenüber 36 Prozent, die Guaido anerkennen.

Diese Zahlen zeigen eine deutliche Verschiebung gegenüber dem Februar, als Guaido zu diesem Zeitpunkt mit 49 Prozent der Spitzenreiter war, gegenüber 34 Prozent, die Maduro unterstützten. Die jüngste Umfrage deutet weiter darauf hin, dass das Land immer noch tief gespalten ist. Doch der wachsende wirtschaftliche Druck der Sanktionen sorgt nicht gerade zu viel Vertrauen gegenüber Guaido.

Maduro unbeliebt – US-Einmischung unbeliebter

So berichtet die Zeitung aus Florida:

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„Die Umfrage macht jedoch auch deutlich, dass der 57-jährige Maduro in einem von Hyperinflation, Stromrationierung und Kraftstoffknappheit geprägten Land zutiefst unbeliebt bleibt.

Die Studie ergab, dass 40 Prozent der Bevölkerung sich in der „Opposition“ sehen, gegenüber 19 Prozent, die sich als Anhänger der Regierung oder „Chavistas“ bezeichnen. Sie sind Anhänger der Regierungspartei, die der Ideologie folgt, die der verstorbene Präsident Hugo Chávez eingeführt hat. 38 Prozent sagen, sie seien politisch „nicht ausgerichtet“.

Wenn jetzt Präsidentschaftswahlen abgehalten würden, würde Guaidó mit 33 Prozent der Stimmen gegen Maduro gewinnen. Dieser liegt demnach bei 16 Prozent Zustimmung. Die Kontrahenten Leopoldo López und Maria Corina Machado würden 11 bzw. 4 Prozent erhalten. Aber ganze 18 Prozent sagten, sie würden nicht für einen der wahrscheinlichen Kandidaten stimmen.“

Faszinierend ist auch, dass die Umfrage ergab, dass eine große Mehrheit (68 Prozent) die Sanktionen der USA gegen das Land für schädlich hält, anstatt alles zu tun, um der politischen Zukunft zu helfen, wie Washington behauptet.

Es ist schwierig, in einem dermaßen politisch aufgeheizten Umfeld wie in Venezuela verlässliche Umfrageergebnisse zu erhalten. Wie auch in den „gefestigten Demokratien“ sind die einzelnen Meinungsforschungsinstitute stets einer bestimmten Seite gewogen und rechnen bei der statistischen Nachbearbeitung der Rohdaten einzelne Parteien oder Politiker hoch bzw. herunter. Dennoch gibt diese Umfrage durchaus einen interessanten Einblick in die aktuelle Lage in Venezuela.

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Ein Kommentar

  1. „Faszinierend ist auch, dass die Umfrage ergab, dass eine große Mehrheit (68 Prozent) die Sanktionen der USA gegen das Land für schädlich hält“

    Nur 68% !? Faszinierend ist hier wohl eher, dass es nicht 100% sind oder zumindest 99%.

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