Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Bild: Russisches Außenministerium

Russlands Außenminister Sergej Lawrow teilte mit, Moskau sehe in den vom US-Militär veröffentlichten Videos keine Beweise für eine iranische Täterschaft.

Von Redaktion

Russland weist die so genannten Beweise, die die USA veröffentlicht haben, als „sehr vage“ zurück. Diese sollen die Behauptung zu untermauern, dass der Iran an den jüngsten Angriffen auf Tanker im Meer von Oman beteiligt gewesen sei.

„Wir haben keine derartigen Geheimdienstdaten“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS.

Er bezweifelte die von den USA zur Verfügung gestellten Videos und Bilder als Beweis für die iranische Rolle bei den Angriffen, die einen japanischen und einen norwegischen Tanker trafen, die am 13. Juni Rohöl in der Nähe der strategischen Straße von Hormuz beförderten.

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Washington beeilte sich, den Iran für den Vorfall verantwortlich zu machen. Zur Stützung der Behauptung veröffentlichte das US-Militär auch ein verschwommenes Video, das iranische Streitkräfte in einem Patrouillenboot zeigt. Diese hätten eine nicht explodierte Mine von der Seite des japanischen Tankers entfernt.

Das Pentagon veröffentlichte später einige Bilder der angeblichen iranischen Operation, nachdem das Video von Experten und Washingtons eigenen Verbündeten ernsthaft in Frage gestellt worden war.

Lawrow sagte weiter: „Wir sehen die sehr vagen angeblichen Beweise der Vereinigten Staaten, einige Videoaufnahmen, einige Bilder, die selbst bei ihren engsten Verbündeten ernste Fragen aufwerfen.“

Auch der Iran fordert eine Untersuchung

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif sagte, dem US-Vorwurf fehle „jegliche Spur faktischer oder Indizien-Beweise“, und dass dies tatsächlich Teil der „Sabotagediplomatie“ sei, die US-Präsident Donald Trump und seine verbündeten Falken verfolgen.

Die Ursache der Angriffe ist noch nicht bekannt, aber die japanische Reederei sagte, dass zwei „Flugobjekte“ ihren Tanker im Meer von Oman angriffen, was der US-Darstellung widerspricht, dass Minen die Schiffe getroffen hatten.

An anderer Stelle in seinem Interview sagte der russische Top-Diplomat, Moskau wolle wie Teheran eine Untersuchung der Angriffe. „Wir stehen für eine gründliche Untersuchung all dieser Vorfälle. Die Islamische Republik Iran hat dies übrigens von Anfang an befürwortet“, sagte er.

Lawrow warnte auch vor der gegenwärtigen angespannten Lage in der Region und forderte alle Parteien zur Zurückhaltung auf. „Wir müssen fordern, dass alle Parteien Zurückhaltung zeigen und keine harten Handlungen zulassen, insbesondere auf der Grundlage derselben Logik, die der Westen in vielen anderen Fällen unter dem Begriff ‚höchstwahrscheinlich’verwendet hat“, fügte er hinzu.

Lawrow forderte ferner, „einen Dialog zwischen allen Ländern des Persischen Golfs zu fördern“, und warnte, dass „diejenigen, die sich darauf verlassen, innerhalb der arabischen Welt (zwischen Sunniten und Schiiten) Leidenschaften zwischen Arabern und Persern, Arabern und Kurden anzuregen, sich nicht von den Interessen der Völker der Region leiten lassen, allerdings durch ihre geopolitischen engen Interessen.“

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