S-400. Bild: © Sputnik / Dmitriy Vinogradov

Die Vereinigten Staaten haben die Türkei gewarnt, dass sie ein Abkommen mit Russland zum Kauf eines S-400-Raketenabwehrsystems vor Ende Juli aufgeben muss oder nicht mehr am F-35-Kampfflugzeugprogramm teilnehmen kann.

Von Redaktion

Ellen Lord, Unterstaatssekretärin für Akquisition und Nachhaltigkeit, teilte Reportern am Freitag mit, dass Vereinbarungen mit türkischen Unternehmen, die für die Herstellung des F-35-Stealth-Kampfflugzeugs unter Vertrag genommen wurden, aufgehoben werden, sofern Ankara das S-400-System nicht bis zum 31. Juli aufgibt.

Die Frist „wird ausreichend Zeit für die Neuzuweisung von türkischem Personal im Zusammenhang mit dem F-35-Programm und den Abzug aus den Vereinigten Staaten lassen …, um die ordnungsgemäße Beendigung der türkischen Beteiligung zu erleichtern.“

Zwei namenlose US-Beamte sagten Reuters am Freitag, dass Washington keine weiteren türkischen Piloten mehr akzeptieren würde, um mit F-35-Kampfjets zu trainieren. Lord sagte jedoch, dass auch türkische Piloten, die derzeit in den USA auf der F-35 trainieren, ebenfalls ausgewiesen werden.

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Derzeit werden vier türkische Piloten auf der Luke Air Force Base in Arizona in F-35-Kampfjets geschult, und zwei weitere sind als Ausbilder in der Basis tätig. Laut Angaben des US-Militärs nehmen weitere 20 türkische Flugzeugmechaniker an dem Programm teil.

Lord begründete das Ultimatum der USA damit, dass die Türkei, ein NATO-Verbündeter der Vereinigten Staaten, bereits Personal in Russland hat, das darauf wartet, mit der S-400 geschult zu werden.

US-Beamte sagten zuvor, sie wollten, dass Ankara sich stattdessen für das amerikanische Patriot-System entscheidet, und sagten, diese Option würde die Fortsetzung des F-35-Programms ermöglichen. Es kann ja nicht sein, dass die Türken beim „Feind“ kaufen, anstatt die US-Rüstungsindustrie zu unterstützen.

Die Türkei, die 100 US-F-35 kaufen will, teilte den USA mit, dass Ankara die Patriot-Systeme nur kaufen würde, wenn die Lieferbedingungen in Washington so positiv wie in Moskau wären. „Leider haben wir von amerikanischer Seite keinen positiven Vorschlag zum Thema Patriot wie bei der S-400 aus Russland erhalten“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte, er habe in einem Brief seinen türkischen Amtskollegen Hulusi Akar über die neue Entscheidung Washingtons informiert. Das Angebot der USA für die Patriot sei „sehr wettbewerbsfähig“, sagte Shanahan gegenüber Reportern.

Die S-400 ist ein fortschrittliches russisches Raketenabwehrsystem, das Flugzeuge, Drohnen oder Raketen bis zu einer Entfernung von über 400 Kilometern aufspüren, verfolgen und zerstören soll. Bisher wurde es nur nach China und Indien verkauft.

Ankara ist bestrebt, seine Luftverteidigung zu verbessern, insbesondere nachdem Washington 2015 beschlossen hat, sein Patriot-Boden-Luft-Raketensystem von der türkischen Grenze zu Syrien abzuziehen, was die Luftverteidigung der Türkei geschwächt hat.

Ankara kritisierte Washington für die Unterstützung kurdischer Gruppen in Syrien, die unter anderem für Terroranschläge in der Türkei verantwortlich seien.

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