Putin: „Russland ist nicht am Zerfall Europas interessiert“

Moskau ist laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht an dem Zerfall europäischer Staaten interessiert. Rechtskonservative Kräfte in der EU betrachtet Putin nach eigenen Worten zudem nicht als prorussisch.

Via Sputnik

Die Idee, dass Russland Europa schwächen wolle, bezeichnete Putin als Mythos: „Der Euro hat einen Anteil von 40 Prozent an unseren Gold- und Währungsreserven. Der größte Handelspartner für uns ist die EU. Wozu brauchen wir, dass dort alles brodelt und zittert?“, fragte Putin bei einem Treffen mit den Chefs internationaler Nachrichtenagenturen am Donnerstag.

Sein Land habe daher kein Interesse daran, dass die europäischen Staaten eines nach dem anderen zerfielen, so Putin auf eine Frage bezüglich der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens. „Spanien muss selbst entscheiden, wie es weiter existieren wird, auch mit Blick auf seine Problemgebiete – mit Katalonien und dem Baskenland“, fügte Putin hinzu.
Putin bestritt zudem Russlands Pläne, sich in die US-Wahlen einzumischen. „Wir haben nicht vor, uns in jegliche Wahlen einzumischen, das ist unsere prinzipielle Position.“

Der russische Staatschef äußerte sich auch zu rechtskonservativen Parteien Europas. Die AfD und andere ähnliche Parteien bewerte er nicht als prorussische Kräfte in der EU. „Ihr Ziel ist es nicht, uns zu unterstützen“, sagte Putin der Deutschen Presse-Agentur beim internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

„Es geht ihnen (den rechtskonservativen Parteien – Anm. d. Red.) darum, ein Verhältnis zu Russland aufzubauen – im Interesse ihrer eigenen Länder“, fügte Putin hinzu. Wenn Europa seine Sanktionen gegen Russland aufhebe, werde Moskau im Gegenzug dasselbe tun.

Loading...

Moskau habe keine Beziehung zu diesen Kräften in Europa, genauso wie es keinen Kontakt zum Team von Donald Trump im US-Wahlkampf gehabt habe.

Sein Land freue sich aber über Kräfte im EU-Parlament, die das Verhältnis zu Russland verbessern wollten, betonte Putin. „Das heißt aber nicht, dass sie prorussisch sind“, so der russische Präsident weiter.

Putin antwortet spanischem Chefdiplomat  

Die jüngsten Aussagen des spanischen Außenministers Josep Borrell, wonach Russland Spaniens „alter Feind“ ist, bezeichnete Putin als Schwachsinn. „Das ist irgendein neuer Schwachsinn – irgendeine Gefahr seitens Russlands für Spanien, das sich am anderen Ende des europäischen Kontinents befindet.“

Der spanische Chefdiplomat solle sich lieber damit beschäftigen, die Beziehungen zwischen den beiden Länder zu verbessern. Borrell fühle sich selbst wohl nicht als Diplomat, sondern eher als politischer Akteur. „Na ja, halb so schlimm, er arbeitet ja als erst seit Kurzem als Minister. Es werden Jahre vergehen und er wird ausgewogenere Äußerungen machen“, so Putin weiter.

Putin betonte Russlands Zuneigung zu Spanien: „Bei uns liebt man Spanien und wir wünschen dem Land alles Gute und Gedeihen. Ich habe sehr gute Beziehungen auch zu dem ehemaligen König Juan Carlos I und auch mit dem jetzigen.“

Der spanische Außenminister hatte zuvor in einem Interview für die Zeitung „El Periodico“ Russland als „alten Feind“ und „Bedrohung“ bezeichnet. Daraufhin wurde der spanische Botschafter ins russische Außenministerium einbestellt. Aus Madrids Sicht hat Moskau aber „überreagiert“.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.