Atombombe. Bild: noch.info

Die US-Generäle sehen in einem nuklearen Erstschlag gegen Feindstaaten eine Option für einen raschen Sieg. Die USA entpuppen sich als echter Schurkenstaat.

Von Marco Maier

Eigentlich sollten Atomwaffen ein Abschreckungsinstrument sein. Eigentlich. Denn der vereinigte US-Generalstab (Joint Chiefs of Staff) sieht im Atomwaffenarsenal auch eine Möglichkeit, Bedingungen für einen Sieg zu schaffen. Und zwar durch einen Erstschlag gegen eine Feindnation.

Ob absichtlich oder durch einen Fehler – genau weiß man das nicht – ging nämlich am 11. Juni kurzzeitig eine neue Ausgabe der offiziellen Doktrin zum Einsatz von Atomwaffen online. Die „Joint Publication 3-72“ wurde jedoch schnell wieder gelöscht und ist nun nur noch zugangsbeschränkt verfügbar. Allerdings machte die Federation of American Scientists eine Kopie davon (hier verfügbar).

Darin wird jedoch deutlich, was das Pentagon von nuklearen Erstschlägen denkt: „Der Einsatz von Atomwaffen könnte Bedingungen für entscheidende Ergebnisse und die Wiederherstellung der strategischen Stabilität schaffen“, heißt es da: „Insbesondere wird der Einsatz einer Atomwaffe grundlegend das Ausmaß einer Schlacht verändern und Bedingungen schaffen, die beeinflussen, wie Kommandeure in einem Konflikt siegen werden.“

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Wenn man bedenkt, dass es noch im Jahr 2018 im öffentlichen Teil des Nuclear Posture Review hieß, man wolle die US-Atomwaffen modernisieren und kleinere (taktische) Atomwaffen bauen, wird klar, in welche Richtung dies geht. Ziel ist es, die Hemmschwelle zum Einsatz von solchen Massenvernichtungswaffen zu senken. Man will sie auch gegen Länder einsetzen, die entweder keine Atomwaffen besitzen oder aber welche haben und (noch) nicht einsetzten.

Hinblicklich dessen, dass gerade Washington immer wieder sogenannte „Schurkenstaaten“ anführt, die Atomwaffen besitzen und zum Erstschlag einsetzen könn(t)en, ist dies ein Gipfel der Scheinheiligkeit. Denn es zeigt, dass die USA in Wirklichkeit ein Schurkenstaat sind, der nicht vor einem nuklearen Erstschlag zurückscheckt.

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3 KOMMENTARE

  1. Da die USA in mehrerlei Hinsicht zu erkennen geben, dass sie überholte Modelle reiten, zeigt sich, dass sie sich auf einem sinkenden Stern bewegen.

  2. Dieses Argument ist nicht von der Hand zu weisen und sie sind ja auch die einzige Nation die damit schon praktische Erfahrungen in Japan gesammelt hat und trotzdem bleibt es ein Spiel mit dem Feuer, weil die unbekannte Wehrhaftigkeit mancher unterschätzt wird und ballistische Raketen auf Land und zur See sind eben mal nicht gleichzeitig und überall zu orden und so bleibt ein Restrisiko bestehen, trotz vielleicht kurzer Freude über einen gelungenen Sieg, der sich als fataler Fehler danach herausstellen kann.

  3. Bleibt noch zu wiederholen: Ami go home and stay there!
    Wenn man senile, im Geiste arme aber gierige Menschen an die Macht lässt, dann nehmen die Dinge eben ihren Lauf. Unsere Politiker sind da auch gar nicht besser. Es scheint sich durchzusetzen, dass Geistesgestörte und Psychopathen die Regierungen der Welt übernehmen. Allerdings: nur so lange man sie lässt!
    Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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