Öltanker unterwegs.

Rund ein Fünftel des gesamten Welt-Ölverbrauchs geht durch die Straße von Hormuz. Der Iran kann im Ernstfall die Ölversorgung der Welt massiv beeinträchtigen.

Von Redaktion

Sollten die Amerikaner tatsächlich einen Krieg gegen den Iran vom Zaun brechen, wäre die globale Ölversorgung unter Druck. Täglich gehen in der Straße von Hormuz zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean im Schnitt 21 Millionen Barrel Öl durch. Das ist rund ein Fünftel des gesamten Verbrauchs der Welt.

Sogenannte „Chokepoints“ (Nadelöhre, Engpässe) sind enge Kanäle entlang weit verbreiteter globaler Seewege, die für die globale Energiesicherheit von entscheidender Bedeutung sind. Die Unfähigkeit des Öls, einen wichtigen Chokepoint auch nur vorübergehend zu passieren, kann zu erheblichen Lieferverzögerungen und höheren Versandkosten führen. Dies resultiert in höheren Weltenergiepreisen. Obwohl die meisten Chokepoints durch andere Routen umgangen werden können, die die Transitzeit erheblich verlängern, gibt es für einige Chokepoints keine praktischen Alternativen.

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Die Mengen an Rohöl, Kondensat und Erdölprodukten, die die Straße von Hormus durchqueren, sind seit 2016 relativ stabil, als die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben wurden und die Ölförderung und die Exporte des Iran wieder auf das Niveau vor den Sanktionen zurückkehrten. Die Ströme durch die Straße von Hormuz machten 2018 etwa ein Drittel des gesamten weltweiten Ölhandels auf See aus. Mehr als ein Viertel des weltweiten Handels mit Flüssigerdgas durchlief 2018 auch die Straße von Hormuz.

Nur Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über Pipelines, die Rohöl außerhalb des Persischen Golfs befördern können, und über die zusätzliche Pipeline-Kapazität, um die Straße von Hormuz zu umgehen. Ende 2018 wurde die insgesamt verfügbare Rohölpipelinekapazität beider Länder auf 6,5 Mio. Barrel pro Tag geschätzt. In diesem Jahr flossen 2,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag durch die Pipelines, und es blieben etwa 3,8 Millionen Barrel pro Tag ungenutzter Kapazitäten, die die Meerenge hätten umgehen können.

Schätzungen von EIA zufolge gingen 76 Pozent des Rohöls und Kondensats, das die Straße von Hormuz durchflossen hat, 2018 an asiatische Märkte. China, Indien, Japan, Südkorea und Singapur waren die größten Zielorte für Rohöl, das über die Straße von Hormuz nach Asien transportiert wurde.

Im Kriegsfall würde der Iran den Tankerverkehr dort faktisch zum erliegen bringen. Dessen kann man sich gewiss sein. Das wäre eine Katastrophe für die vom Öl immer noch abhängige Weltwirtschaft.

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1 KOMMENTAR

  1. Der Iran hätte schon mehrfach Gründe gehabt die Meerenge von Hormuz zu sperren. Diese Story ist und bleibt nach wie wie vor ein dämliches propagandistisches Märchen. Auch ständige Wiederholungen ändern nichts an der Tatsache, dass die Realisierung einen immensen militärischen Aufwand erfordern würde, und zweitens wirtschaftlich absolut kontraproduktiv wäre. Das Risiko eines fatalen backflow wäre zudem riesengroß.

    Mit der Sperrung würde sich der Iran unnütz zusätzliche Feinde schaffen – also was soll der Scheiß denken sich die klügeren Leute dort in der obersten Führungsetage, und lassen es lieber.

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