Kanadische Wissenschaftler kritisieren in einer neuen Studie Völkerball in mehreren US-Medien, als „Mittel der Unterdrückung“ und als „legalisiertes Mobbing“.

Von Redaktion

Das Spiel lehre Kinder, ihre Mitschüler zu „entmenschlichen“ und ihnen zu „schaden“, berichtet die „Welt“. Vor dem Beginn eines Völkerball-Spiels werden zwei Mannschaften gebildet, die jeweils von der einen Hälfte des Spielfelds versuchen, mit einem Ball die Spieler des gegnerischen Teams in der anderen Hälfte „abzuwerfen“. Wenn das gelingt, scheidet der getroffene Spieler aus. Wenn eine Mannschaft keine Spieler mehr zur Verfügung hat, hat die andere Mannschaft gewonnen.

Diese Spielidee missfällt den Wissenschaftlern aus Kanada, die ursprünglich den Sportunterricht ihres Landes untersuchen wollten und dafür zwölf- bis 15-jährige Kinder interviewten. Dabei erwähnten diese Völkerball immer wieder negativ. Sie kritisierten vor allem die aus Nordamerika stammende verschärfte Variante Dodgeball, bei der mit mehreren Bällen gleichzeitig gespielt wird.

Die Zeitung die „Welt“ zitiert Joy Butler, Professorin an der University of British Columbia in Vancouver. Sie ist eine der Autorinnen der Studie und erklärte dem Sender CBC, dass viele Lehrer Völkerball als ein Hilfsmittel dafür sehen würden, Kinder auf spielerische Weise für die Gesellschaft und die „echte Welt“ zu formen. Sie ist völlig anderer Meinung.

Loading...

Gerade die stärkeren Schüler würden das Spiel nutzen, um schwächere Klassenkameraden zu demütigen. „Die Botschaft des Spiels ist, dass es okay ist, andere zu verletzen“, sagte Butler, die lange selbst als Lehrerin gearbeitet hat, der „Washington Post“. Ihrer Meinung nach sollte „Sportunterricht ein Ort sein, an dem Lehrer den Schülern dabei helfen, ihre Aggressionen zu kontrollieren, anstatt sie auszuleben“, konnte man in der „Welt“ lesen.

Linke stellt Völkerball as Schulsport in Frage

Der sportpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, André Hahn, hat dazu aufgerufen, Erkenntnisse kanadischer Forscher zu möglichen Risiken von Völkerball im Schulsport ernst zu nehmen.

Wenn die Forschung zu neuen Erkenntnissen gekommen sei, solle man diese „nicht leichtfertig vom Tisch wischen, sondern mit den Expertinnen und Experten im Bildungswesen sowie den Sportverbänden über mögliche Konsequenzen reden“, sagte Hahn den Zeitungen der „unke-Mediengruppe“. Von einem Verbot des Spiels halte er aber nichts, so Hahn weiter.

Er selbst habe in der Schule auch Völkerball gespielt und dabei nicht das Gefühl gehabt, „dass hier legalisiertes Mobbing betrieben wird“, so der sportpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion. Doch Sportarten unterlägen genau wie andere Bereiche der Gesellschaft Wandlungen in der Bewertung.

„Sicherlich gibt es in diesem Bereich auch eine Verantwortung der Sportlehrerinnen und ?lehrer“, sagte Hahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es komme darauf an, „wie sie dieses Spiel in ihrem Unterricht einordnen“, so der Linken-Politiker weiter.

Kann das sein, dass den linken Politikern auch der Name „Völkerball“ ein Dorn im Auge ist? Hierzu könnten wir von der Redaktion einen hervorragenden Vorschlag machen. Wir machen aus den „Volkssport“ „Völkerball“, den „BEVÖLKERUNGSBALL“!

Loading...

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here