Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner - Bild: CDU/CSU Bundestagsfraktion CC-BY-2.0-DE

Die Landwirtschafts- und Ernährungsministerin Julia Klöckner hat ein Händchen für die Produktion von „Shitstorms“. Die Interessen von Bauern, Agrar- und Nahrungsmittelindustrie stehen über jenen der Konsumenten.

Von Michael Steiner

Mit dem jüngsten „Nestlé-Werbevideo“ aus dem Hause des „Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft“ hat sich Ministerin Julia Klöckner wieder einmal wenig Freunde gemacht. Vordergründig geht es um die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten, doch schlussendlich wirkte das Video wie ein Werbeclip für den in der Schweiz beheimateten globalen Nahrungsmittelkonzern.

Denn anstatt sich mit der ganzen Branche und NGOs wie zum Beispiel Foodwatch zusammenzusetzen, fokussierte sich die Ernährungsministerin auf den Multi. Genauso wie sie sich in den letzten Jahren immer wieder als politische Interessenvertreterin der Agrar- und Industrielobbies zeigte.

So sind ihr die ausländischen Absatzmärkte für Lebendtiere wichtiger als das Tierwohl. Bei den Pestiziden, dem Dung und den Subventionen gilt das Motto „Bauern zuerst“. Was für die Tiere und Menschen bzw. Konsumenten gut ist, spielt keine Rolle. Man macht Politik für eine gesellschaftliche Minderheit, welche jedoch der Majorität tendenziell mehr schadet als nützt. Clientelpolitik par excellence also.

Was sich quer durch die deutschen Politik zieht – nämlich der Küngel mit Industrielobbyisten – wird in Klöckners Ministerium unverhohlen öffentlich zelebriert. Und die Wählerschaft der Union, der das Ministerium seit eh und je untersteht? Die ignoriert das und wählt weiterhin die Lobbyisten-freundliche Partei, die sich nicht um die Wählerinteressen schert.

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5 KOMMENTARE

  1. Die Kapitaleigner haben nur ein einziges Interesse: Rendite

    Diese Kapitaleigner verfügen über Macht und Einfluß in den Parteien, in allen! Die Kandidaten und Kandidatinen werden daher mit den Kapitaleignern und ihren Interessen für die Wahl aufgestellt. Das Volk hat keinerlei Mitspracherecht bei der Erstellung der Kandidatenliste.

    Daher haben es die Lobbyisten leicht, da sie ihre Ansprechpartner meist als ehemalige Kollegen ja gut kennen. Da scheint diese Frau keine Ausnahme zu sein.

    In einem alten Schulbuch von Rothschild geschrieben für Handelsschulen aus den 10er Jahren des letzten Jahrhunderts steht es ja genau beschrieben wie Wirtschaft zu funktionieren hat. Er beschreibt natürlich verklausuliert dass der Unternehmenszweck nur der Gewinn ist. All das wurde schon umgesetzt, die Wirtschaft dien rein dem Kapital um Macht un Gewinn zu bekommen. Der Kunde und die Versorgung des Volkes ist Nebensache oder notwendiges Übel. Wir sind schon ein Stück weiter, da die Autoindustrie ihren Gewinn mit Finanzdienstleistungen, sprich Leasing und Versicherung machen ist das Produkt ein reines Marketinginstrument, so wie es Herr Mateschitz mit seinem Zuckergetränk vorgemacht hat.

    Also alles im grünen Bereich für die Kapitaleigner und die Politik ist devot behilflich, Freunde lässt man erst dann fallen wenn sie keinen Nutzen mehr bringen, wie z.B.: die gesamte SPD.

    • Mitleid? Doch habe ich schon mit dem dummen Volk welches immer wieder auf die Falle der Parteiendiktaur verkauft als Demokratie dargestellt wird. Wir haben eine Fassadendemokratie mehr nicht.

      • Jeder wählt sich seine Falle selbst. Für alle anderen gilt mitgehangen – mitgefangen.
        So wie unten, so oben und umgekehrt.
        Das ist das Wesen einer Demokratie.
        Letztendlich verbleibt: jeder ist seines Glückes Schmied.

  2. Schönheit allein ist nicht alles.
    Die Göre hat Nachholbedarf von einer Realität, die sie in Büchern nicht gezeigt bekommen hat und über dieses Manko sie wiederholt stolpert.

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