Sozialdemokratische Partei Deutschlands, SPD - Bild: Flickr.com / Matthias PenkeCC BY-NC-ND 2.0

Wie desaströs die Lage der SPD ist, zeigen die Probleme eine Nachfolge für Andrea Nahles zu finden. Niemand will das sinkende Schiff übernehmen.

Von Michael Steiner

Es gab Zeiten in der Bundesrepublik, da wäre es für viele gestandene Sozialdemokraten eine Ehre gewesen, in die Fußstapfen eines Willy Brandt oder eines Helmut Schmidt zu treten. Eine Ehre, die Traditionspartei zu führen und vielleicht sogar Bundeskanzler zu werden. Doch die Zeiten, in denen die SPD Stimmenanteile jenseits der 40-Prozent-Marke erzielen konnte, sind längst vorbei.

Heute, darf die SPD schon froh sein, nicht unter die Marke von 10 Prozent zu rutschen, nachdem sie bei der Bundestagswahl 2017 mit 20,5 Prozent ein historisch niedriges Ergebnis einfuhr. Selbst in der Gründungsphase der Bundesrepublik, als die Parteienlandschaft noch zersplittert war, konnte sie stets rund 30 Prozent erreichen.

Doch das 21. Jahrhundert wird die am 23. Mai 1863 von August Bebel, Wilhelm Liebknecht und Ferdinand Lasalle in Berlin gegründete Partei zu Grabe tragen. Konzepte des 19. Jahrhunderts sind eben kaum zukunftsfähig. Heute stehen wir vor der Herausforderung der Digitalisierung und Rationalisierung, der zunehmenden Anwendung von „Künstlicher Intelligenz“ und der Deindustrialisierung.

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Kein Wunder also, dass niemand Andrea Nahles auf den Schleudersitz der SPD-Führung folgen möchte. Gut, der Schulz würde es ja gerne noch einmal machen, aber den will ja auch niemand haben. Aber manche Leute wollen eben auch tote Pferde reiten, so lange sie sich dadurch als tolle Cowboys darstellen können. Das kennt man ja auch von der FDP.

Die SPD liegt auf dem politischen Sterbebett und verendet an Altersschwäche. Das mögen viele der führenden Sozialdemokraten zwar noch nicht realisiert haben, da sie immerhin noch sieben der sechzehn Ministerpräsidenten in den Ländern stellen – doch wie lange noch? Grüne und AfD setzen bereits darauf, ihren Einfluss auszuweiten und die Bundesländer zu übernehmen.

Das Hauptproblem der SPD liegt aber nicht unbedingt im Führungspersonal der Partei. Es ist die Programmatik. Was bringen neue Köpfe an der Spitze, wenn sich die Sozialdemokratie nicht an die sich verändernden Gegebenheiten anpassen kann?

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5 KOMMENTARE

  1. Das ist die logische Konsequenz einer völlig verfehlten Politik, wenn man diese überhaupt noch so bezeichnen will, denn alles was sie zusammen mit den Schwarzen seit Jahren beschlossen haben richtet sich gegen ihre eigene Klientel und die hat bemerkt, daß es in die falsche Richtung geht und ihre Interessen nicht mehr vertreten werden und Beispiele davon gibt es genug und wen trifft denn die Einwanderungspolitik zuerst, das sind die vielen Zumutungen in den großen Wohnsiedlungen, wo man direkt mit der andersartigen Welt konfrontiert wird, bei steigenden Preisen und gleichzeitiger Wohnungsknappheit, den hohen Strompreisen, die prekären Arbeitsplätze und nicht zuletzt das falsche Vorleben in Saus und Braus, während ihre Anhänger in Massen darben müssen und das alles hat zum Verfall geführt und die Schwarzen werden folgen, denn auch sie betreiben eine Politik für andere und das wird registriert und entsprechend behandelt.

  2. Es heißt ja, wenn man nicht mehr weiter weiß, dann bildet man erst einmal einen einen Arbeitskreis. Die SPD hat darin bekanntlich ja schon eine gewisse Erfahrung – und die Erfahrung hatte dann am Ende auch einen Namen. – Schröder, und der hatte mit den sozialen Idealen nichts am Hut.

    Die CDU steht jedoch vor dem gleichen Problem, denn wenn die Rautenqueen ihr Schiff verlässt, steht doch auch keine charismatische Führungspersönlichkeit zur Verfügung. – Vielleicht der Bierdeckelstrichemacher? Na denn mal Prost.

    Die GRÜNEN haben bislang nur von der Klimahype ihre Zahlen frei nach dem Motto, es sei nicht wichtig, ob etwas wahr sei, es sei nur wichtig, ob etwas wirke, generieren können – Was wird jedoch sein, wenn sie mal echt was liefern müssen. – Aber wenn die Menschen dann die Folgen dieser Maßnahmen live zu spüren bekommen, wird es wirklich heiß.

  3. Zugegeben, ein krasses Wort aber treffend zu 68er Verhältnissen und gleich Partei-erfassend
    fällt mir dazu nichts Treffenderes ein:
    a.u.s.g.e.v.ö.g.e.l.t.e Partei!

  4. Das ist erst der Anfang.

    Die Lage ist ja noch desaströser, wenn man bedenkt, dass der Begriff SPD viel weiter gespannt werden muss. Die Gewerkschaften des DGB sind mit Sozi-Funktionären durchsetzt. Es wird dort überwiegend Sozi-Politik betrieben.
    Nicht nur der ASB auch die anderen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen sind fast vollständig in der Hand der Sozis. Praktisch von der Kleinkinderbetreuung bis zur Seniorenpflege wird die Sozi-Ideologie infiltriert.

    Die protestantische Staatskirche hat als Boss einen sehr umtriebigen, fanatischen Sozi.

    Natürlich sitzen die Sozis in den Rundfunkräten und im Fernsehrat. Dort natürlich auch gleich mehrfach. Als Partei-Sozis, als Gewerkschafter und als Vertreter der evangelischen Kirche. Dann meist noch Jugendräte, die sich wiederum oft aus von Sozis dominierten Organisationen zusammensetzen.

    Und last but not least ist die SPD selbst ein gigantischer Medienkonzern. Es sind nicht nur die bekannten Printmedien und die Beteiligungen auf diesem Gebiet, es ist eine enorm hohe Anzahl von sogenannten privaten Rundfunksendern. Dort wird ja nicht nur bestimmt was veröffentlicht wird, viel wichtiger ist, was nicht veröffentlicht wird.

    Ganz offensichtlich lassen sich immer mehr Menschen, von dieser gewaltigen Maschinerie der Beeinflussung und Verblödung, nicht mehr verbiegen und beginnen wieder selbständig zu denken. Ein zartes Pflänzchen noch, aber es macht Hoffnung.

  5. Kern des Niedergangs ist für mich die Agenda 2010 Schröders mit der Schredderung der Sozialrechte, den Markenkern der SPD. Wer sich selbst aushöhlt darf nicht erwarten gut genährt in die Zukunft zu blicken. Wenn man den entkernten Inhalt einer ehemaligen SPD dann aber auch noch mit grünem Unkaut, Ökomist und volkswirtschaftlicher Gülle füllt iegt es auf der Hand, dass man verreckt. Und genau das passiert dieser einst so stolzen Partei gerade. Min Mitleid hält sich in Grenzen. Wer so dumm ist hat’s nicht anders verdient.

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