Iran: Trump will Gespräche „ohne Vorbedingungen“

Berichten zufolge hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, er sei bereit, ohne Vorbedingungen mit dem Iran zu verhandeln. Er wolle keinen Krieg.

Von Redaktion

Laut einem Auszug aus einem Interview mit NBC, das am Freitag aufgenommen wurde, sagte Trump auch, dass die Vereinigten Staaten nicht die Absicht hätten, einen Krieg gegen den Iran zu führen. „Ich suche keinen Krieg“, sagte Trump in dem Interview, das am Sonntag auf „Meet the Press“ ausgestrahlt wird. Damit steht er in Konfrontation mit Leuten wie Pompeo oder Bolton, die offensichtlich einen Krieg gegen den Iran beginnen wollen.

Die Islamische Republik hat in den frühen Morgenstunden des Donnerstag eine eindringende amerikanische Spionagedrohne in der südküstennahen Provinz Hormozgan abgeschossen. Nach dem Vorfall soll Trump einen Militärschlag gegen den Iran genehmigt, ihn jedoch 10 Minuten vor Beginn des Angriffs abgesagt haben.

Während des Interviews wiederholte Trump seine vorherige Aussage über den Abbruch des Angriffs und sagte: „Wir hatten etwas vorbereitet, vorbehaltlich meiner Zustimmung.“ Trump sagte jedoch, er fragte seine Generäle: „Ich möchte etwas wissen, bevor Sie gehen. Wie viele Menschen würden getötet werden, in diesem Fall Iraner?“

Trump: Vergeltung unverhältnismßig

Die Generäle sagten, rund 150 Menschen würden sterben, fügte er hinzu. Also, „ich habe eine Sekunde darüber nachgedacht und gesagt, weißt du was, sie haben eine unbemannte Drohne abgeschossen, ein Flugzeug, wie auch immer du es nennen willst, und hier sitzen wir mit 150 Toten, die sich wahrscheinlich innerhalb einer halben Stunde ereignet hätten, nachdem ich sagte, mach weiter. Es hat mir nicht gefallen, ich habe nicht gedacht, ich habe nicht gedacht, dass es verhältnismäßig ist.“ Er wies auch Berichte zurück, wonach Flugzeuge in der Luft seien und zum Schlag bereit seien.

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Der Abschuss der US-Spionagedrohne war der jüngste Vorfall in einer Reihe von Ereignissen in der Golfregion, die begannen, nachdem Washington den Konflikt mit dem Iran durch den Einsatz zusätzlicher Truppen, Patriot-Raketen sowie bemannter und unbemannter Spionageflugzeuge verschärft hatte. Washington entsandte Flugzeugträger und B-52-Bomber in den Nahen Osten in den letzten Wochen. Der Iran forderte daraufhin die USA auf, keine Konflikte in der Region mehr auszulösen und ihre Truppen aus dem Persischen Golf abzuziehen.

Kritik von Republikanern

Seine jüngste Entscheidung stieß auf Kritik der republikanischen Gesetzgeber, die behaupteten, der Präsident müsse auf den Schritt des Iran reagieren.

Abgeordneter Mike Rogers sagte am Freitag, Trump müsse sich schnell gegen den Iran revanchieren, damit andere Länder wie China, Russland und Nordkorea keine „provokativen“ Aktionen gegen die Vereinigten Staaten unternehmen.

Ein anderer republikanischer Gesetzgeber sagte: „Ich werde letztendlich danach urteilen, ob es eine Antwort gibt, aber wenn die Antwort keine Antwort ist, dann halte ich dies für einen Fehler in ziemlich großem Ausmaß.“

„Dies war ein direkter Angriff auf US-Assets“, sagte der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger. Er ist ein ehemaliger Luftwaffenpilot, der im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses sitzt.

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2 Kommentare

  1. Nun mag man von ihm denken was man will und auch seine Methodik im einen oder anderen Fall kritisieren, aber dieser Präsident ist mir nach Carter weit sympathischer als viele seiner Vorgänger, die mit dem Friedensnobelpreis oder anderen Auszeichnungen in den Händen das blutige Schwert geschwungen haben und er sieht sich eben doch in gewisser Hinsicht in der Verantwortung nach innen und außen und selbst die grünen und zugleich friedensliebenden Marxisten hierzulande waren mit Eifer dabei, den bösen Feind in Jugoslawien zu besiegen und nun kann jeder für sich selbst beurteilen, was er davon hält und sicherlich wird es immer in dieser Hinsicht zu schwerwiegenden Entscheidungen kommen, auch Präsidenten sind davor nicht gefeit, die Frage ist nur wie schnell man den Finger am Abzug hat und das ist halt der qualitative Unterschied zu den anderen, die keinesfalls bewiesen haben, daß sie die intelligenteren Politiker sind und waren.

  2. War nichts anderes zu erwarten. Die USA sind hoffnungslos verschuldet und können sich keinen Krieg dieses Ausmasses leisten. Ausserdem haben sie sich politisch und wirtschaftlich völlig isoliert. Erpresser- und Deal-Politik hat die seit Jahren verlogenen US-Parolen und ihre Schmieren-Propaganda mit aller Ungeniertheit zutage gefördert. Selbst ihre Verbündeten kratzen sich schon eine ganze Weile am Kopf, ob sie da auf der richtigen Seite stehen. Der breite Gürtel des Widerstandes – darunter auch ehemals freundschaftlich gesinnte Staaten – wie Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Nord- und Südkorea, Japan ???, China, Russland, Philippinen und und und … es gesellen sich immer mehr dazu … dieser Widerstand wird unaufhaltsam kräftiger und mächtiger. Eine Situation, die es noch nie auf dieser Welt gab. Und daran tragen allein die USA und ihre Verbündeten die Schuld.

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