Ein Container Terminal.

Der US-Handelskrieg gegen China soll eigentlich das Ungleichgewicht im Außenhandel reduzieren. Doch dieses bleibt. Nun importiert man eben mehr aus anderen Ländern.

Von Redaktion

Die Zölle von US-Präsident Donald Trump, die auf chinesische Waren erhoben werden, treiben einige amerikanische Hersteller aus China heraus, aber ein erheblicher Teil verbleibt außerhalb der USA, wie Daten der US-Regierung belegen.

Anstatt die US-Inlandsproduktion anzukurbeln, profitieren eine Reihe anderer Länder, insbesondere Chinas Nachbarn, von Washingtons Handelskrieg gegen Peking. Dies teilte das US Census Bureau am Donnerstag mit.

Die US-Importe aus China gingen in den ersten vier Monaten des Jahres 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent zurück. Die Importe aus Vietnam stiegen im selben Zeitraum um 38 Prozent, wie die Regierungsdaten zeigen. Die Einfuhren aus Taiwan stiegen ebenfalls – und zwar um 22 Prozent, jene aus Südkorea um 17 Prozent und aus Bangladesch um 13 Prozent.

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Demnach finden die US-Importeure Möglichkeiten, die benötigten Güter eben bei anderen Produzenten und Lieferanten in der Region zu beziehen. Die Zölle werden von Importeuren bezahlt, die die Kosten entweder selbst tragen oder an die Verbraucher weitergeben können. In einigen Fällen senken die Hersteller in Übersee auch ihre Preise.

Trump hat wiederholt behauptet, dass seine Zölle die US-Hersteller dazu zwingen werden, die Produktion nach Amerika zurückzubringen, ein zentrales Versprechen während seines Wahlkampfs. „Je höher die Zölle, desto mehr Unternehmen ziehen in die USA zurück!“, twitterte er diese Woche.

Der US-Präsident räumte jedoch ein, dass seine Handelskriege die Produktion an anderer Stelle antreiben.

„Außerdem können die Zölle vollständig vermieden werden, wenn Sie in einem nicht tarifierten Land einkaufen oder das Produkt in den USA kaufen (die beste Idee). Das sind Nulltarife. Viele tarifierte Unternehmen werden China nach Vietnam und in andere solche Länder in Asien verlassen. Deshalb will China einen so schlechten Deal machen!“, hatte Trump im letzten Monat getwittert.

Noch bevor Trump Zölle einführte, verlagerte sich ein Teil der Produktion aus China, weil dort die Löhne gestiegen waren. Die US-Importe aus Ländern wie Vietnam und Südkorea haben im letzten Jahrzehnt stetig zugenommen.

„Der aktuelle Handelsstreit beschleunigt diesen Trend mit Sicherheit“, sagte Russell Price, Chefökonom bei Ameriprise Financial.

Kritiker in den USA haben das Weiße Haus und den Kongress aufgefordert, amerikanische Unternehmen zu bestrafen, die Jobs auslagern, und sie mit einer Steuergutschrift für den Erhalt ihrer US-amerikanischen Belegschaft zu belohnen.

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