Bis etwa zum G20-Gipfel will China seine neue Politik bezüglich der Seltenen Erden verkünden. Das ist eine Reaktion auf den Handelskrieg der USA.

Von Redaktion

Inmitten des anhaltenden Handelskrieges mit den USA haben Konsultationen zwischen Chinas Nationaler Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und Führungskräften der Seltenerdindustrie den Grundstein für die Begrenzung der Exporte von Seltenerdelementen (REE) gelegt.

Während einer Pressekonferenz am Montag teilte die chinesische NDRC mit, dass sie neue staatliche Strategien für Seltenerdmetalle erarbeite und beabsichtige, diese so bald wie möglich zu veröffentlichen.

Laut der Deutschen Bank ist die wichtigste Schlussfolgerung aus den jüngsten Zusammenkünften, dass die chinesischen Behörden sich darauf vorbereiten, den Versand von Seltenerd-Permanentmagneten zusätzlich zu Seltenerd-Elementen zu beschränken, um den von der Global Times als „Fluchtweg“ bezeichneten Weg zu schließen.

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Eine Übersicht der Seltenen Erden. Grafik: South China Morning Post

Pekings verschleierte Drohung, die Ausfuhr von Seltenerdmetallen in die USA zu beschränken, wurde von vielen als eine der nuklearen Optionen Chinas (wir berichteten) in einem Handelskonflikt mit Washington bezeichnet. Die USA verlassen sich für etwa 80 Prozent ihrer Seltenerdlieferungen auf China. Die Metalle werden in allen Bereichen verwendet, von Elektromotoren über Elektronik bis hin zur Erdölraffination.

In beiden Bereichen (also sowohl den Seltenen Erden selbst, als auch bei den Selteerd-Permanentmagneten) machen die chinesischen Lieferungen in die USA in Sachen Gesamtwert den Löwenanteil aus. Dies zeigt sich auch in der nachfolgenden Grafik:

US-Importe von Seltenen Erden (REE) und Dauermagnetischen Seltenen Erden) in Dollar.

Sollte es bei dem G20-Gipfel erneut zu einer Eskalation durch Washington kommen, wäre dies für Peking der perfekte Zeitpunkt, scharfe Reglementierungen für den Export der Seltenen Erden zu erlassen. Zwar sänke so das Exportvolumen, doch die Preise würden dramatisch in die Höhe schießen. Damit könnte Peking zumindest einen partiellen Ausgleich für die eigene Industrie erzielen.

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2 KOMMENTARE

  1. Die AMIs entziehen der chinesischen Firma Huawei ein Lebenselixier – Software.
    Das sind keine Christen. „Wenn man Dir auf eine Backe haut, halte auch die andere hin“. Es kommt ein aufgestockter Bummerang zurück.
    Das Aufstocken dauert etwas. Nicht wie im Westen sofort erst einmal ballern und dann vielleicht noch überdenken, falls es dann noch geht.

  2. Jetzt verstehe ich Trumps Visite in Nordkorea vor ca 3 Monaten. Wenn der Kampf gegen China losgetreten wird, wird ein Zweitlieferant gebraucht.
    Die martialischen Wortgefechte im Vorfeld waren nur ein Ablenkungsmanöver vom Wesentlichen.

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