Bild: Flickr / BullionVault CC BY-ND 2.0

Merrill Lynch wurde erwischt. Jahrelang hatte das Unternehmen offenbar den Markt für Edelmetalle in krimineller Absicht manipuliert. Nun wurden Strafzahlungen fällig.

Von Redaktion

Jahrelang hieß es, die Vorwürfe von systematischen Manipulationen des Edelmetallmarktes seien eine Verschwörungstheorie. Umfangreiche Preismanipulationen bei Gold, Silber & Co gebe es nicht. Doch nun erwies sich dies als Verschwörungspraxis.

Am Dienstag nach Handelsschluss gab die CFTC bekannt, dass Merrill Lynch Commodities (MLCI), ein globales Rohstoffhandelsunternehmen, zugestimmt hat, 25 Millionen US-Dollar zu zahlen, um die Untersuchung der Regierung zu einem Mehrjahresprogramm durch MLCI-Edelmetallhändler zur Irreführung des Edelmetallmarktes zu lösen. Es geht hierbei um Metallterminkontrakte, die an der COMEX (Commodity Exchange Inc.) gehandelt werden.

Die Ankündigung erfolgte durch den stellvertretenden Generalstaatsanwalt Brian A. Benczkowski von der Kriminalabteilung des US-Justizministeriums und den stellvertretenden Direktor William F. Sweeney Jr. vom New York Field Office des FBI.

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Wie MLCI selbst zugab, planten die vom Unternehmen beschäftigten Edelmetallhändler von 2008 bis 2014, andere Marktteilnehmer zu täuschen, indem sie dem Edelmetall-Futures-Markt wesentlich falsche und irreführende Informationen zufügten. Dies geschah auf traditionelle Weise, indem betrügerische Aufträge für Edelmetallterminkontrakte erteilt wurden, die zum Zeitpunkt der Auftragserteilung von den Händlern vor der Ausführung storniert werden sollten.

Dabei beabsichtigten die Händler, den Markt zu „fälschen“ oder zu manipulieren, indem sie den falschen Eindruck eines erhöhten Angebots oder einer erhöhten Nachfrage erweckten und im Gegenzug andere Marktteilnehmer betrügerisch zum Kauf und Verkauf von Terminkontrakten zu Mengen, Preisen und Zeitpunkten veranlassten, wie sie es sonst wahrscheinlich nicht getan hätten. Im relevanten Zeitraum haben die Händler Tausende von betrügerischen Bestellungen aufgegeben.

Umfangreiche Betrügereien an den großen Märkten von großen Unternehmen sind gar nicht einmal so selten. Immer wieder werden auch Großbanken wie z.B. die Deutsche Bank zu Strafzahlungen und Wiedergutmachungsleistungen verdonnert, weil sie sich in krimineller Art und Weise bereichert haben.

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2 KOMMENTARE

  1. Glaube ich gerne.
    Wer nach den Erfahrungen an der Börse 2001 nicht klüger geworden, soll weiter seine Zeit, mit „Russisch Roulette“ auf diesem Parkett vergeuden. Die rotierende Kugel in der Trommel dieser Pistole setzen Leute, die wir nie kennen werden.

  2. Alles was man banktechnisch/finanztechnisch unter dem Begriff der Termingeschäfte verstehen kann, ist spekulativ in höchster Form.

    Natürlich sind diese Geschäfte manipulierbar und sie werden manipuliert. Das geschieht nicht durch kleine, unehrliche aber pfiffige Mini-Spekulanten, das sind die ganz großen Player des internationalen, spekulativen Finanzkapitals, die auch Krisen, internationale Spannungen und Kriege auslösen können.

    Finanzkonstrukte wie die Deutsche Bank dürfen dabei auf unterster Ebene manchmal mitspielen. Damit sie nicht übermütig werden und die Zuordnung Koch und Kellner verwechseln, bekommen sie regelmäßig was auf die gierigen Gichtkrallen.

    Für alle anderen sind die Gewinn-, Mitnahmechancen geringe als beim Lotto, dafür ist der Verlust deutlich höher.

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