Die Niederlande ist traditionell ein wichtiger Akteur in Handel und Distribution in Europa und der Welt. Insbesondere die Fischerei und Seefahrt bildeten aufgrund der Hafenstädte Amsterdam und Rotterdam die Grundlage für eine erfolgreiche wirtschaftliche Position. Doch wie sieht es in diesem Nachbarland der wirtschaftlich ebenfalls starken Nationen Deutschland und Frankreich heute aus?

Bedeutsame Investitionen aus den Niederlanden

Die niederländische Wirtschaft wird durch die Investitionen von KLM gestärkt. – Quelle: Pexels

Die Investmentfonds der Niederlande hatten im 4. Quartal 2018 zu kämpfen und schrieben grosse Verluste. Doch seitdem hat sich viel getan und die Lage entspannt allmählich. Im 1. Quartal 2019 wurden die Verluste ausgeglichen und weiterer Fortschritt gemacht: Die von niederländischen Investmentfonds verwalteten Assets stiegen in ihrem Wert von 857 Milliarden Euro auf 906 Milliarden Euro. Der Wert des Assets selbst stieg derweil um 8 %.

Ein weiteres positives Zeichen waren die zusätzlichen Investitionen der Niederlande bei der Fluglinie Air France KLM. Somit soll mit dem Anteil des Nachbarn Frankreich gleichgezogen werden. Bislang gehörten den Niederlanden 12,7 % der Anteile des Unternehmens. Diese Zahl soll um 14 % auf 26,7 % gesteigert werden. Es geht dem Konzern durch die Zusammenarbeit der beiden Airlines darum, eine Betriebskostenreduktion zu erreichen, indem Air France und KLM gezielter zusammenarbeiten und sich die Strecken besser aufteilen.

Positiv reagieren vor allem die Währungsmärkte, da es sich neben der Lufthansa Group und IAG um den drittgrössten Airline-Konzern des Kontinents handelt. Entsprechend reagierte der Euro mit einem leichten Aufschwung. Das zieht wiederum viele Forex Markt Vorteile für Händler nach sich, die auf die Entwicklung des Euro im Vergleich zu einer andere Währung, etwa den US-Dollar, spekulieren. Trader profitieren vor allem davon, dass sie länger als an der traditionellen Börse handeln und somit direkt auf Entwicklungen wie den KLM-Kauf reagieren können.

Andere Unternehmen investieren ebenfalls

Selbst der niederländische König beteiligt sich aktiv bei KLM. – Quelle: IG Infografik

Neben KLM setzte insbesondere das grösste niederländische Unternehmen Shell ein Zeichen für Zukunftsfähigkeit. Das EU-Ziel eines langfristigen Fokus auf grüne Energie wird mit zusätzlichen Investitionen in Höhe von 4 Milliarden Dollar gestützt. Dieses Ende 2018 bekannt gewordene Investment entspricht einer Verdopplung der bisherigen Anstrengungen des Konzerns für eine Zukunft ohne Erdöl und Erdgas.

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Weltbekannt ist ebenfalls die niederländische Brauerei Heineken, die sich mit ihrem Nachhaltigkeitsprogramm „Brew a Better World“ für eine Reduktion der CO2-Emissionen sowie des Wasser- und Energieverbrauchs einsetzt. Der umweltbewusste Ansatz des Unternehmens stösst auf Zuspruch und macht natürlich auch in wirtschaftlicher Hinsicht Sinn: Unterstützer der Initiative sorgen für höhere Verkaufszahlen und kurbeln die niederländische Ökonomie weiter an.

Abseits der einzelnen Investitionen hat die Wirtschaft der Niederlande momentan ohnehin viel Grund zur Freude. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg seit 2014 jährlich an, zuletzt 2018 um 2,54 %. Es zeigt, dass die nötige Wirtschaftskraft vorhanden ist, um eine wichtige Rolle in Zentraleuropa zu spielen und diese Position auch in der Zukunft einzunehmen. Dass selbst der König des Landes, Willem-Alexander, eine aktive Rolle einnimmt, überrascht dennoch. Seit 23 Jahren ist der mittlerweile 52-jährige als Co-Pilot im Cockpit der KLM aktiv.

Der wirtschaftliche Einfluss der Niederlande steigt durch die zuletzt getätigten Investments weiter, wobei die Top-Unternehmen wie KLM, Shell und Heineken eine führende Rolle einnehmen.

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4 KOMMENTARE

  1. Die Niederlande waren schon immer schlauer, die wissen wie es geht – da funktioniert fast alles…. fängt beim Rentensystem an und hört bei der Infrastruktur auf…. was man sofort sehen kann, wenn man nach Holland hereinfährt….jede noch so kleine Stadt/ Dorf lebt im Wohlstand/ Infrastruktur…..

  2. Nachtrag: Kann das gut beurteilen, da ich an der holl. Grenze lebe und mich mehr in Holland ( besonders seit 2015)als in Deutschland aufhalte…

  3. Da ist schon was dran an dieser Erfolgsstory, insbesondere wenn man dieses kleine Land mit ca. 17 Mill. Einwohnern und einer Fläche von ca. 41 TSD km2 betrachtet, ungefähr so groß wie ein mittleres deutsches Bundeslang und dann über eine BIP von knapp 1 Billion USD verfügt, was einem drittel der deutschen Wirtschaftskraft entspricht und das hängt auch mit ihrer persönlichen Lebensphilosophie zusammen und fleißig sind sie genauso wie hierzulande und sogar noch freundlicher als bei uns und ihre ganze Einstellung führt mit dazu bei, daß man mit zu den Gewinnern zählt und das zurecht.

    • Mein Hinweis darauf verpönt und gleich dem Öl ins Feuer gießen. „Es kann ja nicht sein, was nicht darf.“
      In einer anderen Sprache: also doch Rasseunterschiede?
      Beide haben aber den selben lieben Gott.
      Woran liegt`s dann?

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