Die Welt stehe vor einer Nahrungsmittelkrise, so ein australischer Wissenschaftler. „Madenwürste“ werden das „Fleisch der Zukunft“ sein.

Von Marco Maier

Klimawandel, Artensterben und andere große Umwälzungen werden dazu führen, dass der menschliche Bedarf nach Proteinen bereits in wenigen Jahrzehnten nicht mehr durch die klassische tierische Nahrung gedeckt werden kann. Dies prognostizieren Lebensmittelwissenschaftler. Als Alternative zu Fleisch hat nun ein australischer Wissenschaftler vorgeschlagen, Insekten zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten.

Lebensmittelwissenschaftler an der University of Queensland im australischen Brisbane integrieren Insekten wie Maden und Heuschrecken in eine Reihe von Spezialnahrungsmitteln. Dies umfasst auch Wurst. Zudem formulieren sie nachhaltige Futtermittel auf Insektenbasis für das Vieh selbst.

„Würden Sie eine handelsübliche Wurst aus Maden essen? Was ist mit anderen Insektenlarven und sogar ganzen Insekten wie Heuschrecken? Das größte Potenzial für eine nachhaltige Proteinproduktion liegt bei Insekten und neuen Pflanzenquellen“, so Dr. Louwrence Hoffman.

Hoffman sagt, dass die Fleischindustrie nicht nachhaltig ist, aber die Menschen könnten stattdessen Insekten essen. „Eine überbevölkerte Welt wird kaum genügend Protein finden können, wenn die Menschen nicht bereit sind, ihren Verstand und ihren Magen für eine viel breitere Vorstellung von Essen zu öffnen“, sagte Hoffman.

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Der Agrarwissenschaftler betont, dass die konventionelle Tierproduktion bald nicht in der Lage sein wird, die weltweite Nachfrage nach Fleisch zu decken. Das bedeutet, dass andere „Füllstoffe“ und Alternativen benötigt werden. Damit könne ma die Nahrungsversorgung mit ausreichenden Proteinquellen ergänzen, so The New York Post. „Mit anderen Worten, Insektenprotein muss als Bestandteil in vorhandene Lebensmittelprodukte eingebaut werden“, sagt er. „Einer meiner Schüler hat ein sehr leckeres Insekteneis kreiert.“

Das Team der Queensland Allianz für Landwirtschaft und Lebensmittelinnovation (QAAFI) konzentriert sich auf das Verschleiern von Insekten in vorbereiteten Lebensmitteln, sagt Hoffman. Studien haben gezeigt, dass westliche Bevölkerung keine Insekten essen will. In vielen afrikanischen und asiatischen Ländern hingegen gehören manche Insekten zu den Delikatessen.

Eine 2013 veröffentlichter Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen forderte die Weltbürger auf, mehr Insekten zu essen. Im Vergleich zu herkömmlichem Fleisch sind Käfer offenbar nahrhafter, billiger zu produzieren und nachhaltiger. Inspiriert durch den Bericht und andere Studien haben mehrere Snackhersteller in den USA Produkte auf Insektenbasis vermarktet, darunter Chirps-Chips und Chapul-Proteinriegel.

Hoffman gab zu, dass das Essen von Insekten für westliche Menschen unangenehm erscheinen mag: „Für viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind sie ein vertrauter Bestandteil der Ernährung.“ Deshalb müsse hier auch ein Umdenken erfolgen.

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12 thoughts on “Wissenschaftler: „Wir werden bald Maden essen müssen“”

  1. Na Gott sei dank, daß ich so etwas nicht mehr unbedingt erleben muß und ich zweifle auch an der Ergiebigkeit und Resourcen-Einsparnis, denn die Tierchen wollen ja auch was futtern und müssen entsprechend gehalten werden und das kostet auch Geld und vermutlich ist es ein Nullsummenspiel und das beste Mittel dagegen wäre den Konsum zurückschrauben, wie man das früher auch gemacht hat und Fleisch gab es eben nur Sonntags und Wurst auch nicht in Hülle und Fülle und die menschliche Population muß zurückgeschraubt, werden, das ist nämlich der Hauptgrund der kommenden Misere, sofern es überhaupt noch geht und die Natur, dessen Bestandteil wir sind, entfernt ehedem alles von allein, wenn etwas im Wege steht, das ist ein ewiges Gesetz und es ging auch vor Millionen Jahren ohne uns und danach ebenso und die sogenannte Krone der Schöpfung schaufelt sich in ihrer grenzenlosen Dummheit ihr eigenes Grab, auch das gehört mit zur Aufführung, mit tragischem Ende für diese Spezies.

  2. Werbetrommel für einen neuen Geschäftszweig?

    Wissenschaft heute:
    wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.

    Es gibt zu viele solcher Vorlagen, dass man „Wissenschaft“ sehr skeptisch zu sehen beginnt.

      1. Ich dachte dabei rein an die Quelle „Wissenschaftler“, denn über diesen Begriff starten allerlei nachgeschaltete Interessensverbände.

    1. Die ganzen krassen Existenz gefährtenden Fehlentwicklungen der Menschheit haben wir der Wissenschaft zu verdanken .
      Geld gegen Vernuft ! Die Natur kennt nun mal kein Straferlass ! Das hat man scheins lange nicht gewußt .

  3. Die Überschrift suggeriert, dass wir uns in Zukunft einem Insekten Karnismus gegenüber gestellt sehen werden.
    Solange wir große Mengen Nahrung im Überfluss produzieren, um dann ein Drittel davon ungenutzt zu entsorgen, stellt sich die Frage nicht.
    Diese Stubenwissenschaftler sollten sich besser mal die Welt anschauen wie sie draußen vor ihrer Tür aussieht.
    Das ungelöste Problem ist Fresssucht der Menschen – die Insekten haben dieses Problem nicht. Die fallen am Ende einfach vom Blatt – jedenfalls laut Heinz Erhardt.

  4. Ein Recht auf Suizid für den Einzelnen gibt es (noch) nicht. Mit dem Recht der hemmungslosen Reproduktion für das Individuum hat sich die Menschheit das Recht auf Elend und langsamen Suizid gegeben. Ab der 10 Mrd. Populationsgröße muss die Menschheit anfangen Insekten zu essen und ab der 25 Mrd. Populationsgröße muss die Menschheit anfangen sich selbst, in verarbeiteter Form, zu essen. Guten Appetit!

    Oder aber eine kommende (elitäre) Weltregierung begrenzt die Population der Menschheit irgendwie auf ein ihr erträgliches Maß mit allen Mitteln. Dafür werden aber ein paar individuelle Menschenrechte faktisch abgeschafft werden müssen und ratet einmal wen es zuerst oder ausschließlich treffen wird?!

  5. Was`n nu im Kochtopf los? Gibt`s denn noch Maden oder haben wir großes Insektensterben? Spielen die Mächtigen Politroulette, oder ist auf Erden alles verblödet?

  6. Nebst den köstlichen Maden wurden bereits auch grüne Keckse aus Leichen gebacken, gell? damit haben wir dann eine wichtige und 2. Lebensmittelergänzung, was?

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