Weil: Von den Grünen lernen heißt siegen lernen

Die SPD solle von den Grünen lernen, so Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Nur so könne die Partei wieder Wahlerfolge einfahren.

Von Michael Steiner

Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, ist mit der politischen Strategie seiner SPD unzufrieden. Die Sozialdemokraten müssten von den Grünen lernen und den Bürgern klarmachen, wofür sie stehe. Auch wenn dies die eigenen Genossen wohl offenbar nicht wirklich wissen.

“Es gibt dafür ein gutes Beispiel, und wir sollten uns nicht zu schade sein, uns daran zu orientieren”, sagte Weil den Funke-Zeitungen. Die Grünen konzentrierten sich “seit einem nicht gerade überwältigenden Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl darauf, im Kern immer über dieselben Themen zu reden. Und diese Themen werden dann auch mit den Grünen in Verbindung gebracht”, so der SPD-Politiker weiter. Deshalb müsste die SPD in Sachen Themensetzung und Kommunikation von den Grünen lernen um so wieder auf die Siegerstraße zu gelangen.

Es sei höchste Zeit, dass die SPD kläre, was für sie die wichtigsten Themen seien, forderte Weil. “Ich habe keine überzeugende Erklärung dafür, warum das nicht längst geschehen ist”, so der niedersächsische Ministerpräsident weiter. Als Beispiel nannte er die Felder Arbeit und Umwelt. “Klimaschutz braucht Zustimmung und aktives Mitwirken in der Bevölkerung. Wir dürfen deswegen nicht mit der Planierraupe über die Interessen der Betroffenen hinweggehen, sonst erleben wir Proteste wie von den Gelbwesten in Frankreich”, sagte Weil. Diese Haltung lasse sich “gut vermitteln”, aber das habe man “kaum getan”.

Für die SPD, die sich vor allem seit der Regierung Schröder/Fischer extrem von den früheren Leitsätzen und Idealen entfernt hat, wird das jedoch schwierig. Wirtschaftspolitisch rückte man nach rechts hin zur CDU, während man gesellschaftspolitisch noch weiter nach links rückte und dort die Union mit sich zog. Für die Stammwählerschaft wurde die SPD damit immer unwählbarer. Das Verhalten einzelner SPD-Spitzenpolitiker trug ebenfalls dazu bei, dass sich immer mehr Menschen von ihr abwendeten. Und das soll nun eine Kopie der grünen Strategie ändern?

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5 Kommentare

  1. “Die SPD solle von den Grünen lernen, so Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Nur so könne die Partei wieder Wahlerfolge einfahren.”

    Strategie des schnellen Abgreifens. Und was ergibt das, bzw. folgt danach?
    Ein Aufruf im Vokabular zum Wort Pyrrhussieg wäre hilfreich derlei Sehnsüchte zu verwerfen.
    An den Taten danach werden auch sie gemessen.

  2. Kranke die sinngemäß schon auf der Palliativstation liegen und immer noch an eine Genesung glauben und wenn man etwas daraus lernen könnte, dann sollte man es nicht so machen wie sie und vielleicht politisch gesünder leben und handeln, damit es erst garnicht zu dieser Situation kommt und was zur Zeit stattfindet ist lediglich eine Verschiebung der Achse, die gesamte Linke hat keineswegs dazugewonnen und die Stimmen der Wähler wurden nur verlagert und das ist die eigentliche frohe Botschaft für die neue Rechte, aber keineswegs
    für die vereinigte Linke und die große Gefahr steckt leider immer noch in den unsinnigen Koalitionsmöglichkeiten und wären noch die Schwarzen die, die sie einmal waren, dann gäbe es überhaupt keine Probleme für den deutschen Konservatismus und so können die linken durch die grenzenlose Dummheit der Schwarzen immer noch ihr zerstörerisches Süppchen kochen, indem sie die es zulassen, daß die Marxisten Deutschlands sogar noch die Jugend politisch mißbrauchen um ihre Ziele durchzusetzen und die Alten sehen zu und meinen, daß dies gottgegeben sei, ohne zu berücksichtigen, wie alle systematisch durch diese marxistische Politkamarilla geknebelt wird und hoffentlich schaffen es die Gegner noch deren Bemühungen nachhaltig zu stören, denn sonst gehen wir den Bach runter, denn die haben nur ein Konzept und das ist die Umwandlung des Staates und die Umwelt ist das Vehikel um dieses Ziel zu erreichen.

  3. Lafontaine über Grün: Bei den großen Problemen war die Partei dabei

    https://www.neopresse.com/politik/lafontaine-ueber-gruen-bei-den-grossen-problemen-war-die-partei-dabei/#comment-371291

    Grüne für Umweltprojekte mitverantwortlich

    So moniert Lafontaine, die Grünen hätten an der Abholzung des Hambacher Forstes in Nordrhein-Westfalen mitgewirkt. Tatsächlich war die Partei im Bundesland selbst Teil der Landesregierung. Zudem sei die Grüne Partei beteiligt gewesen am Ausbau des Flughafens in Frankfurt und darf auch hier die Verantwortung der Partei innerhalb der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen für seine Argumentation verwenden.

    Die Grünen haben zudem in den vergangenen Jahren die „Militarisierung der Außenpolitik“ mitgetragen, so Lafontaine. Dazu zählten Waffenexporte, die Bundeswehr-Beteiligung an „Rohstoff-Kriegen“ sowie die Opposition oder „Konfrontation“ zu Russland. Schließlich erinnert der frühere SPD-Politiker und „Linke“ daran, dass die Grünen Spenden von Konzernen und Banken erhielten…ALLES LESEN !!

    Sting kommentiert

    Oskar hat genau ins Schwarze getroffen, wer diese Brut von Volkshassern wählt, kann ich nicht nachvollziehen.

    Angefangen vom Klimawandel, der von fast allen seriösen Wissenschaftlern nicht unterstützt wird, bis hin zur geradezu fanatischen Aufnahme von Flüchtlingen, ist das eine einzige Heuchelei.

    Die Flüchtlingen haben die Grünen als Mitunterstützer der USA/NATO selbst erzeugt und werfen ihnen unser sauer verdientes Geld hinterher…geschätzte 55 bis 90 Milliarden pro Jahr !!

    Seit Jahren werden die Renten gekürzt bzw. müssten endlich einmal auf ein vernünftiges Niveau (wie bei den Beamten die keine Beiträge zahlen) erhöht werden, aber dafür war niemals Geld vorhanden !?

    All das erinnert mich an den Spruch des Vorzeige-Grünen Joschka Fischer.

    ZITAT: „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“

  4. Jetzt rennen sie den Grünen hinterher

    https://www.journalistenwatch.com/2019/05/29/jetzt-rennen-sie-den-gruenen-hinterher/

    Hilflos und dumm sind die Reaktionen der ehemaligen Volksparteien nach dem wenig überraschend guten Wahlergebnis der Grünen. Statt das eigene Profil zu schärfen, klatschen sich die Verlierer einen Eimer grüne Farbe ins Gesicht, in der Hoffnung so etwas partizipieren zu können….ALLES LESEN !!

    Kommentar

    In Klimagretels Heimat Schweden hat man der Pseudogrünen Sekte bereits den Rücken gekehrt.

    Dauert in Buntland natürlich etwas länger, ist aber auch vorbei, wenn dank CO2 (oder besser “Flüchtlings”-) Steuer, den schon länger hier Lebenden mal wieder in den Geldbeutel gegriffen wird.

    Freue mich schon auf die Landtagswahlen in Sachsen!

  5. Zur Abrundung des Bildes der grünen Heuchler passt treffend die Tatsache, dass ein Grüner ausschlaggebend dafür verantwortlich war und ist, dass das insektenschädigende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in DE weiterhin flächendeckend angewendet werden darf…… Welche Ironie!

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