Die deutschen Krankenhäuser mussten den Krankenkassen wegen „fehlerhafter“ Rechnungen bereits Milliarden rücküberweisen. Versuchen sie sich auf Kosten der Beitragszahler zu bereichern?

Von Michael Steiner

Mit der ganzen Privatisierung des Gesundheitsbereiches geht auch ein enormes Missbrauchspotential einher. Offenbar versuchen viele Krankenhäuser mittels inkorrekter Abrechnungen mehr Geld von den Gesetzlichen Krankenkassen abzugreifen als ihnen eigentlich zusteht. Dies geht aus einer Auswertung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen hervor.

Laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die über die Auswertung des GKV-Spitzenverbands berichtet, waren insgesamt 56 Prozent der überprüften Rechnungen nicht korrekt. Dies führte dazu, dass die Krankenhäuser im Jahr 2017 insgesamt 2,8 Milliarden Euro zurückzahlen mussten. Das ist eine Rekordsumme. Bei der letzten Überprüfung 2012 waren es 1,7 Milliarden Euro.

Für die Krankenhäuser haben solche fehlerhaften Abrechnungen keine Konsequenzen, was natürlich geradezu dazu einlädt, den Gesetzlichen Krankenkassen zu Hohe Beträge in Rechnung zu stellen und so mehr Geld einzunehmen. Oder (ohne jetzt allen betroffenen Krankenhäusern Betrugsabsichten zu unterstellen) einfach gesagt: man kann sich problemlos selbst bereichern.

Wenn man nun bedenkt, dass in den Jahren dazwischen keine solche Auswertungen durchgeführt wurden und man wohl sicher nicht alle Rechnungen überprüfte, kann man von einem enormen Schaden ausgehen. Angesichts der erhobenen Summen könnten seit dem Jahr 2000 zwischen 20 und 50 Milliarden Euro unrechtmäßig von den Gesetzlichen Krankenkassen zu den Krankenhäusern geflossen sein. Wenngleich oftmals sicher auch infolge fehlerhafter Dokumentationen und Nachbearbeitungen und sicher nicht zu oft aus betrügerischer Absicht heraus. Doch Gelegenheit macht Diebe, heißt ein altes Sprichwort.

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