Die türkische Lira steht unter Druck. Hohe Inflation, hohes Handelsbilanzdefizit und wenig Vertrauen in die politische Führung sind die Hauptursachen.

Von Marco Maier

Für Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine regierende AKP ist dies keine gute Entwicklung. Die Türkische Lira steht weiterhin unter anhaltendem Abwertungsdruck und verliert immer wieder massiv an Boden. Mit aktuell rund 6,16 Lira für einen US-Dollar liegt die türkische Währung wieder auf einem Niveau, welches sie zuletzt im vergangenen Herbst hatte. Damals marschierte der Kurs kurzfristig sogar auf 7 Lira pro Dollar.

Doch nach einer bis Januar anhaltenden Erholungsphase kennt die Türkische Lira nur noch eine Richtung: weiter in den Keller. Angesichts der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung, der anhaltend hohen Inflationsrate und den innenpolitischen Turbulenzen bleibt der Ausblick schwach. Auch wenn der Präsident das nicht sehr gerne hört.

Goldman Sachs und JPMorgan hatten erst kürzlich weitere Kursverluste progostiziert. Sollten diese stärker als erwartet ausfallen, wird sogar eine Schuldenkrise erwartet. Immerhin haben viele Unternehmen und Privatpersonen Dollar- und Euro-Kredite aufgenommen. Diese werden jedoch zunehmend unbedienbar und sind ausfallsgefährdet. Das könnte die Türkei jedoch in eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise stürzen.

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Es bleibt nun abzuwarten, ob eine starke Tourismussaison genügend Devisen in die Kassen der türkischen Zentralbank spült und so zumindest kurzfristig etwas Druck wegnimmt. Für die türkische Bevölkerung wäre dies eine kleine Erleichterung, da die hohe Inflationsrate die Kaufkraft stark schmälert.

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3 KOMMENTARE

  1. Obwohl ich über 30 Jahre mit türkischen Unternehmen vor Ort zusammengearbeitet habe und sie durchaus symphatisch waren, wenn auch manchmal verschlagen, aber dennoch kommt man nicht umhin dieses Land im Urlaub zu meiden, denn ein sorgloses Strandleben paßt nicht mit den zigtausend politischen Gefangenen zusammen und auch nicht mit innerbetrieblichen Repräsalien, wie z.Bsp. die erneute Zwangsanordnung, die Wahlen in Istanbul zu wiederholen und deshalb müssen alle in der sauren Apfel beißen und gemeinsam diese unsägliche Politik erleiden, mal ganz von dem abgesehen, daß Istanbul nicht die Türkei repräsentiert, die waren schon immer weit der osmanischen Zeit voraus und die Bergtürken aus Anatolien sind hauptsächlich sein politische Rückgrat, zusammen mit den Unterschichten der Metropolen und solange diese zu ihm halten wird sich nichts ändern und wie heißt es so schön, mitgefangen, mitgehangen so ist es nun einmal im Leben.

    • Das meiden eines Türkeiurlaubes trifft dann aber die falschen.
      Gerade die Menschen in den Urlaubsregionen Izmir/Antalya/Alanya zbsp. sind absolute Erdogangegner.

      Und in den Regionen leben die meisten vom Tourismus und wenn der ausbleibt gehts denen schlecht.
      Ich hab in den letzten 3 jahren jeweils einen Türkeiurlaub gemacht und hatte viel spaß und die Menschen dort erzählen mir auch immer wie sehr sie die Regierung hassen und dass sie sich wünschen würden, dass Erdogan einfach mal die Klappe hält.

      Naja…. Ich bin gespannt auf die Neuwahlen in Istanbul, hier wird die AKP bestimmt kräftig Manipulieren wie auch sonst immer. Hoffe dass die internationalen Wahlbeobachter dass du so gut eingerenzen können wie möglich, denn sollte bei der Neuwahl wieder der CHP Kandidat gewinnen, dann ist klar, dass Erdogan bald weg vom Fenster ist weil dort ein neuer Wind weht.

    • In einem Satz, der über sagenhafte 12 (!) Zeilen geht, schaffst du es nur Hetze über ein Land zu posten, dass du augenscheinlich überhaupt nicht kennst. – Wann holst du eigentlich mal Luft und auch Zeit zum denken?

      Die Syntax besagt, dass man in einem Satz mit einem >aber< das darauf folgende getrost vergessen kann. Da in deinem Post bereits in der zweiten Zeile dieser Fall gegeben ist, sind die folgenden 10 Zeile nur noch Müll.

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