Trotz massiver Kritik aus dem Kongress umgarnt US-Präsident Trump Saudi-Arabien. Politik ist für ihn nur ein Business. „America First“ kennt keine Moral.

Von Marco Maier

Donald Trumps Motto ist „America First“. Das bezieht sich vor allem auch auf die wirtschaftlichen Interessen, die er mit seiner protektionistischen Handelspolitik schützen will. Aber auch die Nahostpolitik wird davon berührt. Dies zeigt sich am Beispiel Saudi-Arabiens.

Klar, die Amerikaner haben sich bislang immer schon einen Dreck um Menschenrechte und Freiheit geschert, zumal die „Befreiung“ diverser Staaten von irgendwelchen Diktatoren zumeist aufgrund wirtschaftlicher und geopolitischer Interessen erfolgte. Und das, während man gleichzeitig mit anderen Diktaturen kuschelte, weil diese US-freundlich waren. Das trifft auch auf Saudi-Arabien zu.

Das wahhabitische Königreich auf der Arabischen Halbinsel gilt als brutal und repressiv. Aus der Königsfamilie selbst und auch von diversen Scheichs flossen immer wieder Unsummen an radikalislamische Gruppierungen. Darunter auch extremistische Terrormilizen. Menschen- und Frauenrechtler werden immer wieder exekutiert, genauso wie Nichtmuslime, die angeblich missionieren wollen. Im benachbarten Jemen führen die Saudis zudem einen genozidalen Vernichtungskrieg durch.

Und Donald Trump? Der hat in Sachen Saudi-Arabien zwei Hauptinteressen. Einerseits hält er die absolute Monarchie für einen „Schlüsselalliierten“ in der Region. Riadh ist ein Hauptfeind des Irans und gleichzeitig zumindest auf politischer Ebene keine direkte Gefahr für Israel. Dorthin (mittels Notstandserklärung den Kongress umgehend) Waffen zu schicken, dient der Alliierten-Pflege und der US-Rüstungsindustrie. Die Saudis könnten ja von den Russen oder Chinesen kaufen, wenn sich die Amerikaner sperren.

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Aber das ist noch nicht alles. Trump will auch den Ölpreis stabil halten, um so die vom „schwarzen Gold“ abhängige US-Industrie zu stärken. Er weiß, dass ein Regime-Change in Riadh die ganze Region destabilisieren und die Ölpreise in die Höhe schießen lassen würde. Das wäre schlecht für die US-Wirtschaft. Für sein „America First“ müssen eben die Menschen im Nahen Osten Opfer bringen. Was sind schon hunderttausende dahinsiechende Jemeniten im Gegensatz zu ein paar Prozent mehr Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten?

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One thought on “Trumps gefährliches Spiel mit Saudi-Arabien”

  1. Wenn es um Umsatz geht lassen sie die Hüllen fallen, nicht nur die USA, die Deutschen und andere Europäer ebenso und sie merken noch nicht einmal, wie sie sich dabei selbst demaskieren, denn Nächstenliebe in Form von Asylgewährung und Export tödlicher Waffen ist schon der Widerspruch in sich, manche registrieren es, die Mehrheit schnallt es nicht oder es ist ihnen egal und das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn nicht die Einseitigkeit zu Mißtrauen und Verdruß führen würde, das ist doch alles ein großer Misthaufen und zeugt keineswegs von Intelligenz, es ist der Weg in den schleichenden Niedergang und das war schon vor tausend Jahren so und wird sich auch nicht ändern und zwischendrin bewegen sich die Kirchen, voller Barmherzigkeit, die nur solange anhält, wie sie selbst dabei partizipieren, denn die sind genauso gottlos wie die weltliche Herrschaft und ohne jegliche Regung.

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