Pipelineverlegearbeiten - Bild: Sputnik © Axel Schmidt

Russland wirbt für mehr europäisches Verständnis für das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream 2.

Von Redaktion

„Unsere Energiebeziehungen stehen für Interdependenz, Verflechtung und beiderseitigen Vorteil. Bei dieser Partnerschaft kann es sich um ein effektives Instrument handeln, die geopolitischen Konflikte zu entschärfen“, bekräftigte der Vorsitzende des Energieausschusses der russischen Staatsduma, Pawel Sawalny, gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Wer lukrativ handelt, geschweige denn investiert, führt keine Kriege“. Am 16. Mai findet in Berlin die „Internationale Konferenz zu Perspektiven der Energiekooperation Russlands und der EU im Gasbereich“ statt, betonte Sawalny.

In Zukunft will Deutschland mit Hilfe der Pipeline Nord Stream 2 die Einfuhr von russischem Erdgas weiter erhöhen. Bei vielen EU-Partnern und den USA stößt das auf massive Kritik. Der Vorwurf: Über das Projekt wachse Europas Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen und Moskau könne Druck auf Gastransitländer wie die Ukraine ausüben.

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In Moskau versucht man derlei Zweifel an der Pipeline, die zu großen Teilen bereits fertiggestellt ist, zu zerstreuen. Das Projekt entspreche „der europäischen Diversifizierungsdoktrin, genügt den Rentabilitätsanforderungen an europäische Energieunternehmen und den striktesten Umwelt- und Sicherheitsstandards“, betonte Sawalny.

Zudem könne die Pipeline einen wichtigen Beitrag zur Erreichung ehrgeiziger Energie- und Klimaziele leisten. „Denn der CO2-Fußabdruck wird durchschnittlich neun Millionen Tonnen weniger pro Jahr betragen“, so Sawalny gegenüber der „NOZ“ weiter: „Darüber hinaus wird der Gewinn, den die Unternehmen durch die Umsetzung des Projektes erwirtschaften, neue Haushaltseinnahmen und Investitionsmöglichkeiten auch für die Subventionierung erneuerbarer Energien gewährleisten“.

Sawalnys Angaben zufolge hat der russische Gaskonzern Gazprom 2018 rund 202 Milliarden Kubikmeter Leitungsgas an die europäischen Länder geliefert; etwa 81 Prozent der Lieferungen entfielen dabei auf Westeuropa. Mit 58,5 Milliarden Kubikmeter sei Deutschland der größte Abnehmer gewesen.

Diese Zahlen, so Sawalny, machten deutlich „wie das Vertrauen zum russischen Leitungsgas, die Nachfrage danach heute und perspektivisch in dem Maße zunehmen, in dem die europäische Eigenproduktion rückläufig ist“.

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3 KOMMENTARE

  1. Ob man mit guten Worten die zu erteilenden dänischen Genehmigung noch zeitnah erreicht, ist sehr-sehr unrealistisch. Die Dänen stecken so tief im Enddarm der Yankees und tun genau was man ihnen diktiert.
    Da die Gasleitung auf ca. 130 km Länge nun mal durch die dänische AWZ verlegt werden muss, sitzen die Dänen an einem sehr langen Hebel. Ohne die Zustimmung der >Dänischen Energieagentur (DEA)< wird das Projekt voraussichtlich erst einmal an der Berührungslinie zu stoppen sein.
    Die Dänen werden das so lange verzögern, bis die Kosten für die Verzögerung den wirtschaftlichen Rahmen des Bauprojektes sprengen.
    Zahlen werden es am Ende wir 🙁

  2. Im Gegensatz zu den US-Gangstern gehört Russland zu Europa und ist eine Wirtschaftsmacht.

    Diese versucht der Westen allerdings durch fragwürdige, egoistische Sanktionen einzuschränken. Aber dabei hat man die Russen unterschätzt.

    Sie schaffen sich ihre eigenen Produkte. Gut, wenn man die Sanktionen einmal aufheben sollte wird es noch ein paar Abgehobene in Moskau und Sankt Petersburg geben, die wieder französischen Käse und anderes kaufen aber der Rest setzt auf eigene Produkte.

    Die blödsinnigen EU-Politiker hat unseren Ländern in ihrer Vasallenschaft zu den USA enorm geschadet !!

  3. Die Autoindustrie wird doch bereits planwirtschaftlich umgestaltet. Die EU gibt „Flottenziele“ heraus, wie hoch der CO2-Ausstoß im Jahr x noch sein darf. Dadurch zwingt der Staat die Unternehmen faktisch, emmisionsfreie/arme Fahrzeuge zu produzieren. Als klar wurde, dass das Planziel für Elektroautos verfehlt werden würde, wurden Unternehmen gezwungen, nicht mehr die Konsumentenwünsche an erster Stelle zu sehen. Stattdessen sollten die staatlichen Vorgaben ohne Wenn und Aber umgesetzt werden. Und Altmaiers Strategiepapier lässt vermuten, dass es weitere massive Eingriffe des Staates in die Wirtschaft geben wird.

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