Jiří Kobza - Bild: www.spocechy.cz

Russland bedroht die EU. Russland beeinflusst die öffentliche Meinung. Russland mischt sich in Wahlen ein. Diese Gruselgeschichten müssen sich die Europäer täglich von ihren Medien anhören, beklagt der tschechische Politiker Jiri Kobza. Doch Russland hat laut Kobza tatsächlich etwas, womit es seine westlichen Nachbarn beunruhigt.

Via Sputnik

Über die „russische Bedrohung“ sprächen unzählige merkwürdige Experten im Fernsehen und im Radio, schreibt der Politiker von der EU-skeptischen Partei SPD in einem Beitrag für das Nachrichtenportal „Parlamentní Listy“. „Manchmal scheint es mir, dass, wenn ich den Kühlschrank öffne, daraus Putin auf mich springen und damit beginnen wird, mich zu beeinflussen und zu bedrohen.“

Die Tatsache, dass je schlimmer sich die EU und USA verhalten, desto besser das „russische Regime“ dastehe, rege die heimischen „Propagandisten“ kaum zum Nachdenken an. „Ist Russland tatsächlich so gefährlich für die EU? Die Antwort ist klar: Ja!“, schreibt Kobza.

Aber womit bedrohe denn Russland die EU?

Diese Gefahr könne mit einem Wort ausgedrückt werden: Tradition. Denn Russland stehe für eine in der EU verhasste Ideologie ein. Und zwar für die Aufrechterhaltung von Traditionen und die Ablehnung des Einflusses auf politische Ereignisse seitens der „Zivilgesellschaft“.

Die Russen respektieren und pflegen laut Kobza ihre nationalen Traditionen und bringen auch ihren Kindern bei, diese aufrechtzuerhalten. Patriotismus werde als Tugend und nicht als abwertendes Wort angesehen.

Knapp ein Drittel der Bevölkerung Russlands seien Muslime, betont der Autor des Beitrags weiter. Daher gebe es dort traditionellen Respekt gegenüber dem Islam. Zugleich werde dessen Expansion aber im Zaum gehalten.

Zudem habe der radikale Feminismus und verrückte Genderismus keinen Anklang unter den Russen gefunden. Frauen hätten dort dieselben Rechte wie Männer, aber niemand versuche zu bestreiten, dass sich Frauen von Männern unterscheiden. Russland habe es sich zudem erlaubt, auf die „Propaganda von seltsamen Minderheiten“ zu verzichten.

Der Politiker findet auch gut, dass in Russland die Geschichte nicht neu geschrieben werde und dass man die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten ehre. Die jüngste Parade anlässlich des Tages des Sieges am 9. Mai habe diese Achtung gegenüber den traditionellen Werten klar demonstriert. Die marschierenden jungen Männer und Frauen hätten die Entschlossenheit der russischen Jugend gezeigt, ihr Land zu schützen, wie es einst ihre Großväter getan hätten.

„Das sind alles Werte, die bei uns 30 Jahre lang unterschätzt und vergessen wurden“, so Kobza weiter.

Russland stehe für die traditionellen Werte ein, die in der EU (oder zumindest in Westeuropa) von den Liberalen unterdrückt würden. Was die selbsternannten „Euromoralisten“ am meisten ablehnten, sei die Tatsache, dass die Russen diese Werte ihren Kindern beibringen und diejenigen verachten würden, die die Zerstörung der Gesellschaft und der traditionellen Familienwerte wünschten.

Warum der Westen sein Feindbild Russland pflegt und wozu er es braucht

Moskau bedrohe die EU also nicht mit seiner Militärmacht, sondern mit gesundem Menschenverstand, mit seinem Respekt für die eigene Geschichte und Vorfahren. Deshalb fordere man im Westen immer wieder neue Sanktionen gegen Russland. Und diejenigen, die es wagen würden, diese antirussische Propaganda zu kritisieren, würden sofort als Putins Agenten gebrandmarkt, betont der Tscheche.

Die Antwort auf die Frage, ob man Russland fürchten müsse, lautet also dem Autor zufolge: Es kommt drauf an. Patrioten und Verfechter von Traditionen hätten beispielsweise keine Angst vor Russland.

Jiri Kobza ist ein tschechischer Politiker, Abgeordneter des tschechischen Parlamentsunterhauses von der EU-skeptischen Partei SPD (dt. „Freiheit und direkte Demokratie“) mit Anti-Migrations-Kurs.

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2 KOMMENTARE

  1. Rußland ist nach 2013 schwerst beschädigt worden durch die Repräsionen des Westens und hatten sie damals einen BIP von 2,9 Bilionen USD dümpeln sie heute bei ca. 1,7 Bill. USD herum und das soll ihnen erst mal einer nachmachen, hier noch Ruhe und Anstand zu bewahren und im Prinzip ist diese Geisteshaltung nur Putin zu verdanken, wären andere an der Macht, dann hätte das zu üblen Folgen führen können und man sollte dieses Land niemals unterschätzen, sie haben sich gegen Napoleon und Hitler erfolgreich in Stellung gebracht und würden auch anderen trotzen und deshalb muß man kein ausgewiesener Russenfan sein, aber schlechter als andere Großmächte sind sie sicherlich nicht und leider sind unsere guten Verbindungen nach dem 1. Weltkrieg verloren gegangen und dies Mär vom bösen Iwan war doch auch über Jahrzehnte gelenkt, mal ganz von dem abgesehen, daß die Westmächte überhaupt keine Interesse daran haben, daß sich Deutschland und Rußland näher kommen, da sehen sie die Gefahr der Resourcenverfügung mit der Verbindung zu technischem Know How und deshalb versuchen sie alles zu verhindern und das neueste Beispiel ist die russische Pipeline, das wäre ein weiteres Projekt in diese Richtung und mancher Krieg wäre uns auch erspart geblieben hätte einige nicht darin herumgerührt bis es dann passierte.

    • Habe noch was vergessen. Die geplante Seidenstraße der Chinesen auf dem Landweg wird der nächste Zankapfel sein, denn die Chinesen sind schlau und wollen einen Teil des Warenverkehrs nach Europa aus Sicherheitsaspekten umleiten und somit entzieht es sich auf eigenen Territorien der Kontrolle der Gegner und man kann heute schon wetten, daß hier der nächste Zoff angesagt ist, mal sehen wie sich dann die EU-Bürokraten verhalten.

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