Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke). Bild: Flickr / blu-news.org CC-BY-SA 2.0

30 Jahre nach dem Mauerfall sollte sich Deutschland nach Ansicht von Bodo Ramelow für eine neue Nationalhymne entscheiden. Kühnerts Sozialismusthesen findet er zwar falsch, er lehnt die Hysterie darüber jedoch ab.

Von Redaktion

„Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“, sagte der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der „Rheinischen Post“. Nach dem Mauerfall sei der Vorschlag des verfassungsgebenden Runden Tisches der DDR abgelehnt worden, zugunsten von Bertolt Brechts „Kinderhymne“ auf beide deutschen Hymnen zu verzichten.

Heute werde darüber diskutiert, ob der AfD-Politiker Björn Höcke die erste – von den Nazis missbrauchte – Strophe der Hymne mitsinge oder nicht. „Viele Ostdeutsche singen die Hymne nicht mit, und ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt“, so Ramelow. Vielleicht gäbe es aber etwas ganz Neues: „Einen neuen Text, der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins.“

Ramelow bedauerte ferner, dass der Westen nicht die Errungenschaft der DDR des längeren gemeinsamen Lernens in der Schule übernommen habe, das soziales Verhalten fördere. „Wenn wir in der digitalisierten und beschleunigten Welt die soziale Kompetenz nicht stärken, werden wir uns noch schwer wundern. Wir schaffen dann auf den Einsatz von Ellenbogen trainierte Leute, die als Vorgesetzte in den Firmen zum Problem werden, weil sie so etwas wie Rücksicht und Einfühlungsvermögen nie gelernt haben.

Wenn wir demgegenüber eine andere, sozialere Entwicklung unserer Schüler wünschen – das Schulsystem in der DDR minus Margot Honecker und dem ganzen ideologischen Brimborium böte dafür durchaus einiges an Potenzial.“

Kühnerts BMW-Verstaatlichungswunsch ist falsch

Ramelow hat die Reaktionen auf die Sozialismusthesen von Juso-Chef Kevin Kühnert als hysterisch bezeichnet, seine Idee der Verstaatlichung von BMW aber klar abgelehnt. „Was ist eigentlich in unserem Land los, wenn derart hysterisch auf einen Jungsozialisten reagiert wird, der über den demokratischen Sozialismus spricht, der im Übrigen nie aus dem SPD-Grundsatzprogramm gestrichen wurde?“, sagte Ramelow der „Rheinischen Post“.

Und dann meldeten sich noch IG-Metall-Betriebsräte zu Wort, „die nicht wissen, dass dies auch in den Grundsatzpositionen der IG Metall enthalten ist“. Kühnert habe nicht angekündigt, dass jede Eisdiele verstaatlicht werden solle. „Ich verstehe sein Plädoyer so, dass wir über Eigentumsfragen in der sozialen Marktwirtschaft reden müssen. Und das ist dringend notwendig. Denn darin steckt das Wort sozial. Wenn ich das aus dem Blick verliere, werden sich zahlreiche Arbeitnehmer krank, arm oder kaputt arbeiten.“

Die bisherigen Modelle der Altersvorsorge funktionierten oftmals nicht mehr. „Ich finde nicht alles gut oder richtig, was der junge Mann sagt – auch nicht den Wunsch der Verstaatlichung von BMW. Die Autokonzerne müssen vernünftige Geschäftsmodelle entwickeln – was sie nicht tun. Wir müssen aber über eine sich dramatisch verändernde Produktionswelt sprechen.“

Wohnungen dürfe man nicht handeln wie Butter und mit Krankenhäusern keine Börsengeschäfte machen. „Lasst uns mit Unternehmern ernsthaft über soziale Marktwirtschaft reden und nicht Herrn Kühnert unterstellen, er wolle eine DDR 4.0.“

12 KOMMENTARE

  1. Gute Idee, singen wir ab sofort die sozialistische Internationale, enteignen die Unternehmen, verteilen den allgemeinen Besitzstand, fordern ein Mindesteinkommen von 3 000,– EUR im Monat und bleiben zuhause und widmen uns dem Islam, dann ist ja alles perfekt, hin zum Untergang einer einstmals großen Nation und nun muß man sich langsam die Frage stellen, wer wen okkupiert hat, das ist noch nicht entgültig beantwortet.

    • Der Rote Rammler und seine „Genossen“verdeutlichen einmal mehr ihre Eistellung zu Deutschland.
      Alles zu nehmen , was sie irgendwie von dem verachteten Deutschen Volk bekommen können und nachdem
      sie sich reichlich bedient haben , den vom Deutschen Volk erarbeiteten Wohlstand an alle , nur nicht an
      das Deutsche Volk zu verteilen.Dazu dient auch die angestrebte Abschaffung Deutschen Nationalbewußt-
      seins , beginnend beim Lied der Deutschen.

  2. Es muss nichts besser werden, nur weil etwas anders wird. Weil der Mensch mit Vernunft nicht zur Vernunft kommt, ist jeder Heilslehre mit größter Zurückhaltung zu begegnen.
    Es ist in solchen Fällen das Denken voranzustellen, doch das ist bekanntlich Schwerstarbeit. An dieser Stelle steigen dann die meisten Menschen aus der Sache aus.

    Verstaatlichung und Privatisierung sind wie zwei Pfähle zwischen denen an einer Leine irgendwo die Flagge mit der Aufschrift hängt. – In der Mitte wird man sie nie finden.

  3. Er hat es wieder geschafft, dieser Ramelow. Er ist in den Medien, kurz vor den EU-Wahlen und das deutschlandweit.

    Mit seinen Leistungen als Ministerpräsident hätte er nur Negativ-Schlagzeilen erzeugt. Also brauchte er etwas anderes, außerdem stehen im Herbst Landtagswahlen in Thüringen an. Da kann er jetzt schon mal mit seinem Lieblingsthema „Nazis“ loslegen – ein anderes Thema hat er ja auch nicht, nur die Einleitung ändert sich hin und wieder.

    Und irgendwie muss er auch noch die Hardliner seiner Partei mit kommunistischen Idealen bedienen.

    Nun waren die Linken schon in so vielen Bundesländern an der Macht beteiligt, in Thüringen stellen sie mit diesem Ramelow sogar den Ministerpräsidenten, doch immer ging es nur bergab.

  4. Auf jeden Fall ging es mit Rammel-oh NICHT bergauf! Wer die schlechtesten Straßen in Deutschland / Europa besichtigen will, fahre mal nach Erfurt.
    Ich weiß noch als dieses abgeschobene damalige „Würstchen“ wegen XXXX nach Thüringen kam. Und was er den Menschen alles versprochen hat, Ojemine!! Typischer Abgeschobener WEST-Gewerkschaftler! Großmaul, Schaumschläger!

  5. An dem Gefasel von Rammel-oh merkt man das er KEINE Ahnung hat!
    Die „Jungs“ von der AFD haben NICHT die Nationalhymne gesungen!! Es war das „Lied der Deutschen“. Nur die dritte Strophe ist die „Verhunzte“ Hymne und wird heut zu Tage von den Deutschen Hassern als Nationalhymne gesungen!! Wobei die meisten der politischen „Negativauslese“ nicht mal die eine Strophe auswendig singen können! (Schaut mal genau hin wenn sie singen sollen!!!) Selbst wenn die Totengräber Deutschlands eine neue Hymne kreieren- Das Deutschlandlied ist und bleibt das „Lied der Deutschen!! Und Herr Rammel-oh: Wo steht geschrieben das ein DEUTSCHER nicht sein „Lied der Deutschen“ singen darf???

  6. Vorschlag, der erweitert werden muss:
    Unabhängig von der Nato und den USA,
    dazu singen wir die Hymne mit Hurra.
    Frei und sozial gerecht
    die Tiere leben artgerecht.
    Von der Oder bis zum Rhein,
    das soll unsere Heimat sein.

  7. Nationalstolz untergraben aber eine Hymne fordern.
    Lächerlicher geht offensichtlich immer.

    Die Deutsche Eiche liegt bereits umgesägt am Boden.

  8. Operative Hektik ersetzt (wie so gern bei schwarz/rot/grün) geistige Windstille! Wichtig ist nur, hohle Phrasen zu dreschen, statt produktiv zu arbeiten, Ach so – „Arbeiten“ – welch garstig Wort!

  9. Hat er diesen Wunsch bei der Zahnfee bestellt ?
    Ist ja klar, ist ja voll Nazi was Deutschland betrifft wenn man für sein Geburtsland einsteht !
    Wie stellt dieser Minusmensch eigentlich eine neue BRiD-Nationalhymne vor ?
    Etwa SED über alles ?

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