Blick auf Lübeck.

Deutschland müsse viel mehr Geld in die Infrastruktur stecken, um so für NATO-Übungen bereit zu sein. Dies fordert der ranghöchste deutsche NATO-General.

Von Marco Maier

Militärische Aufrüstung betrifft auch die zivile Infrastruktur. Denn auch Straßen, Eisenbahnen, Brücken und Flughäfen sind im Kriegsfall enorm wichtig, um Truppen und Gerät zu transportieren. Doch Deutschland habe die Sicherung dieser Infrastruktur vernachlässigt.

So beklagt sich der ranghöchste deutsche NATO-General und Vize-Kommandeur des NATO-Hauptquartiers Allied Command Transformation (ACT) in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia, Manfred Nielson, über den Zustand der deutschen Infrastruktur. Die Bundesrepublik sei für die NATO-Großübung „Steadfast Defender“ im Jahr 2021 absolut nicht gerüstet.

„Ich habe die Sorge, dass viele unserer Straßen und Brücken diesen Belastungen nicht gerecht werden“, sagte Nielson der „Welt“. Nun räche sich, „dass wir uns mehr als 20 Jahre um solche Aufgaben nicht ausreichend geküDeutschland müsse viel mehr Geld in die Infrastruktur stecken, um so für NATO-Übungen bereit zu sein. Dies fordert der ranghöchste deutsche NATO-General.mmert haben.“ Man habe eine Infrastruktur, „die auch jenseits militärischer Bedürfnisse, teilweise wirklich miserabel ist“.

So habe man seitens der NATO große Probleme, geeignete Routen durch Deutschland zu finden. Immerhin sollen 10.000 US-Soldaten und 1.000 Militärfahrzeuge an verschiedenen europäischen Häfen ankommen. Diese müssten dann Deutschland von Norden nach Süden durchqueren, wo es jedoch an geeigneten Straßen und Brücken mangle.

Außerdem müsse jedes betroffene Bundesland die Transporte genehmigen. „Deswegen gilt ein Transport von Nord- nach Süddeutschland innerhalb von 30 Tagen als schnell“, sagte Nielson der „Welt“. Ähnlich sei es bei der Deutschen Bahn. „Wenn wir mit nur fünf Tagen Vorwarnzeit Panzer und Fahrzeuge innerhalb Deutschlands transportieren wollen, kann die Bahn dies derzeit nicht leisten“, so der ranghöchste deutsche NATO-General weiter.

Das heißt: Im Kriegsfall, wenn die NATO gegen Russland losschlagen will, könnte ein rascher Vormarsch der westalliierten Truppen an Deutschland scheitern. Wenn das nicht quasi eine temporäre Friedensgarantie ist€?

7 KOMMENTARE

  1. Dieser Typ scheint nicht zu wissen, dass wenn er Russland angreifen will nicht in Nord Süd Richtung üben muss, denn der böse „Feind“ ist im Osten. Wird aber wenig Zweck haben einem Honk das zu erklären.

    Die Russen kennen das Problem und denken über solchen Mist nicht weiter nach, denn man witzelt nur, dass die Panzer spätestens in den vielen Stau’s auf deutschen Straßen stecken bleiben würden.

    Was lernt man daraus? – Stau’s sind gut für den Frieden. Ist doch auch tröstlich, wenn man mal wieder in einem stecken geblieben ist.

  2. ZITAT: „Die Bundesrepublik sei für die NATO-Großübung „Steadfast Defender“ im Jahr 2021 absolut nicht gerüstet.“

    Aber für eine eventuelle Großübung „Break fast“ sind unsere Brücken bestens geeignet.

    ZITAT: „Deswegen gilt ein Transport von Nord- nach Süddeutschland innerhalb von 30 Tagen als schnell“

    Wenn die Bahn die Panzer mit bis zu 15 Tagen Verspätung ans Ziel bringt, dann gilt dies noch als pünktliche Ankunft. Well done.

    ZITAT: „Das heißt: Im Kriegsfall, wenn die NATO gegen Russland losschlagen will, könnte ein rascher Vormarsch der westalliierten Truppen an Deutschland scheitern.“

    Es ist keine Schande, wenn ein Angriffskrieg an uns scheitert.

  3. Autobahnen, die sich absenken, Brücken mit verringerte Traglast oder stark eingeengten Fahrbahnen, Anschlussgleise, Weichen und Verladerampen der Bahn die demontiert wurden.

    Nothäfen, die nur noch für touristische Zwecke erhalten werden. Dezentrale Versorgungslager, die aufgegeben wurden.

    Das muss ich jetzt mit ganz anderen Augen sehen, das ist die geheime Friedensoffensive des Merkel-Regimes.

  4. Schön, daß Deutschland nicht dazu taugt, als Aufmarschgebiet gegen Russland in Stellung gebracht werden zu können. Am besten alle Brücken, welche Elbe, Oder und Neiße überqueren, einfach abreisen und stattdessen Fähren an diesen Stellen einrichten. Als Aufmarschgebiet gegen Russland Polen und die Baltischen Staaten alternativ nutzen. Zum einen ist man dort geographisch entscheidend näher an Russland und Weißrussland dran, zum andern ist man in diesen Ländern weitaus aufgeschlossener für einen Feldzug gen Osten!

  5. Die miserable Infrastruktur haben sie selbst.
    M. aufreißen statt Ihre Oberland Leitungen mal unter die Erde zu verlegen, und dies in einem Land , das von Hurrikanen und Tornados übersät wird.

  6. Nato-Großübungen? Wir haben doch bereits mehr als 3 Jahre einer dieser UN-EU-Großübungen, eine Invasion, die niemals als solche gesehen werden darf, da sie immer noch weiter geht und mit UN-Abmachungen zum Dauerzustand werden soll!
    Da ist weder Zeit, noch Geld für andere „Übungen“, die Realität der Invasion ist längst keine Übung mehr.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here