Bild: Flickr /Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen CC BY 2.0

Wolfgang Ischinger befürchtet den Ausbruch eines neuen Golfkriegs. Es brauche eine Friedensinitiative im Iran-Konflikt.

Von Redaktion

Der Transatlantiker und Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, fordert die Konfliktpartner in der Iran-Krise zu Gesprächen und Verhandlungen auf. Denn die Lage am Persischen Golf sei derzeit „hochbrisant“, wie er gegenüber der „Bild“ sagte.

Man sehe die „Massierung militärischer Kräfte, die Verlegung eines US-Flugzeugträgers in den Golf, die Eskalation der Rhetorik – es genügt vielleicht schon ein kleiner Funke oder ein militärisches Missverständnis, um das Ganze zur Explosion zu bringen“, so der ehemalige deutsche Botschafter in Washington weiter. Es sei daher „dringend geboten, die Krise jetzt international zur Chefsache zu machen.“

Der iranische Präsident Hassan Rohani werde es sich „hoffentlich zweimal überlegen, ein Gesprächsangebot abzulehnen“, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die britische Premierministerin Theresa May sowie „die anderen Partner des Iran-Abkommens – also Russland und China, und möglichst auch die USA – für einen weiteren Verhandlungsansatz stark machen“, sagte Ischinger.

Dabei hatte Rohani, der als moderat und als Reformer gilt, stets das Gespräch mit den Europäern gesucht. Auch mit Russland und China unterhält er gute Beziehungen. Lediglich die Vereinigten Staaten werden von den eigenen Hardlinern immer wieder in Richtung Konfrontation gepusht. Doch auch der iranische Präsident steht unter Druck der Hardliner im eigenen Land, die ihn für seinen moderaten Kurs verurteilen.

Ischinger gibt dem Iran die Schuld

„In der Trump-Regierung und dem US-Kongress gibt es offensichtlich sehr unterschiedliche Meinungen: einen weiteren bewaffneten Konflikt am Golf, mit Zigtausenden von US-Soldaten – das wollen viele nicht. Das ist eine Chance für Diplomatie, vielleicht die letzte, um das Iran-Abkommen zu retten“, so der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz.

Deutschland und Europa müssten klarstellen, „dass wir zwar das Nuklearabkommen mit dem Iran erhalten wollen, dass das allein aber nicht ausreicht. Die Verhandlungen müssen um kritische Fragen erweitert werden: zum Beispiel zu ballistischen Raketen, Terror-Finanzierung, Menschenrechten, die Haltung zu Israel“, sagte Ischinger weiter. Der iranischen Führung müsse „ein Weg aufgezeigt werden, als normaler, berechenbarer Staat respektiert und anerkannt zu werden. Die Rettung des Atomabkommens kann auf diesem Weg nur ein erster, allerdings dringend notwendiger, Schritt sein.“

1 KOMMENTAR

  1. Nun mag man ja über die Existenz des Staates Israel und mit den damit verbundenen Verwerfungen diskutieren, aber das ist der Grund für die Auseinandersetzungen mit dem Iran, mal ganz von dem abgesehen, daß von deren Führung schon des öfteren üble Drohungen hinsichtlich des Existenzrechtes ausgesprochen wurden und wer so handelt ist zum ersten nicht mehr glaubwürdig und zum zweiten zwingt er sein Gegenüber geradezu die reiche Verwandschaft in den USA um Beistand zu bitten und das ist bei dieser Bedrohungslage völlig normal, denn Friedensabsichten sehen anders aus und manchmal gibt es einfach Dinge im Leben, die man akzeptieren muß, man denke nur an unsere Landverluste nach zwei verlorenen Weltkriegen und deshalb sind solche Fakten oftmals unumstößlich, sicher in keinsterweise befriedigend, aber wer hier in falscher Einschätzung eine Änderung herbeiführen will, der wird auf der Verliererseite sein, das könnte in hundert Jahren anders sein, aber heute ist das geradezu lebensgefährlich, mal ganz davon abgesehen, daß man bei dieser Einschätzung keine sogenannten Experten benötigt, eine wertneutrale und gute Berichterstattung reicht aus um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

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