Handelskrieg: China kauft keine US-Sojabohnen mehr

Die US-Landwirte sehen sich stärkerem Druck ausgesetzt. China wird keine weiteren US-Sojabohnen kaufen, nachdem der Handelskrieg weiter eskaliert.

Von Redaktion

In China werden die Käufe von Sojabohnen aus den USA aufgrund des wachsenden Handelskrieges zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt gestoppt. Das erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die US-amerikanischen Landwirte massiv.

China, der weltgrößte Sojabohneneinkäufer, plant nicht, Bestellungen zu stornieren, die bereits in den USA getätigt wurden, berichteten Bloomberg News am Donnerstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Chinesische Käufer haben von Peking keine weitere Order erhalten, den sogenannten Goodwill-Kauf fortzusetzen. Der Grund dafür: in Handelsverhandlungen wurde keine Einigung erzielt.

China kaufte ungefähr 13 Millionen Tonnen US-amerikanische Sojabohnen, nachdem die Länder im Handelskrieg einem Waffenstillstand zugestimmt und im Dezember Handelsgespräche aufgenommen hatten. Peking wollte einen guten Willen zur Beilegung des Handelsstreits zeigen.

Doch US-Präsident Donald Trump eskalierte im Mai seinen Handelskrieg mit China und erhöhte die Zölle für chinesische Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar von 10 auf 25 Prozent. Dies veranlasste Peking, sich mit weiteren eigenen Zöllen zu rächen.

Loading...

Die Daten des US-Landwirtschaftsministeriums zeigten, dass China noch rund 7 Millionen Tonnen US-Sojabohnen erhalten wird, die es im laufenden Wirtschaftsjahr entsprechend der bisherigen Bestellungen kaufen will.

Das Anhalten der amerikanischen Sojabohnenkäufe ist ein direkter Angriff auf Trumps politische Basis. Bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 gewann Trump acht der zehn Bundesstaaten mit der größten Sojabohnenproduktion. Alle befinden sich im Mittleren Westen.

Der Staat Iowa, nach Illinois der zweitgrößte Sojabohnenproduzent des Landes, wechselte bei den letzten Wahlen vom Demokraten zum Republikaner und könnte im Jahr 2020 wieder zu den Demokraten zurückkehren. Trump selbst versucht mit „sozialistischen“ Maßnahmen gegenzusteuern und kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar für die Landwirte an.

Lesen Sie auch:  Kann man eine Präsidentschaft stehlen, die es nicht gibt?

Insgesamt sanken die US-amerikanischen Agrareinkommen im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 63 Milliarden US-Dollar, was etwa der Hälfte des Niveaus von 2013 entspricht. Es gibt Anzeichen dafür, dass China US-amerikanische Sojabohnen durch brasilianische ersetzt.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

  1. Der Druck über das tägliche Brot wird nicht fruchten und ist auch kontraproduktiv und anscheinend haben sie auch nicht die hellsten Lichter oben an der Spitze, denn irgendwann kommt mal wieder eine Dürre und dann muß man dem Volk erklären, das es weniger zu beißen gibt und das fördert den Unmut der eigenen Bevölkerung weit mehr, als man seinem Gegenüber erreichen will, denn eines ist sicher, noch sitzen die Amis am längeren Hebel, was dannach kommt wird sich zeigen, vermutlich wird das Reich der Mitte dann schneller abschmieren als sie sich vorstellen können und sie sollten sich mal ein Beispiel an Rußland nehmen, was seit den Sanktionen mit dem BIP total abgestürzt ist und wenn sie ähnliches erfahren wollen, dann nur weiterso, denn im Gegensatz zu allen anderen Ländern sitzt die Gefahr durch die Massen im eigenen Staatsgebiet und da kann man sehr schnell vom hohen Roß fallen, egal warum und weshalb.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.