Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Bild: US Navy

John Bolton kündigt die Entsendung einer Flugzeugträgergruppe und eine Bomberstaffel in den Persischen Golf an. Dies sei eine „Message“ an den Iran. Man befürchtet einen bewaffneten Konflikt.

Von Marco Maier

Washington will die Spannungen mit dem Iran weiter anheizen. Nach dem Austausch hitziger Rhetorik und Drohungen reicht es Washington nicht mehr, Teheran den Ölhahn zuzudrehen. Man will auch die Kontrolle über die Straße von Hormuz behalten. Diese wichtige Meeresenge im Persischen Golf war schon öfter Gegenstand von Drohungen.

Teheran warnte, diese zu sperren, sollten die Amerikaner dem Iran die lebenswichtigen Öleinnahmen zudrehen. Dennoch drohte Washington jedem Käufer von iranischem Öl mit massiven Strafmaßnahmen. Und nun erfolgt eine große und potentiell gefährliche Eskalation durch Washington.

Derneokonservative nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, John Bolton, gab am Sonntagabend die sofortige Stationierung einer kompletten Flugzeugträger-Streikgruppe und einer Bomber-Einsatzgruppe in der Persischen Golfregion bekannt.

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In der offiziellem Erklärung teilt CENTCOM mit, dass man auf mehrere „belastende und eskalierende“ iranische Aktionen reagiere:

„Als Reaktion auf eine Reihe von beunruhigenden und eskalatorischen Hinweisen und Warnungen entsenden die Vereinigten Staaten die USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group und eine Bomber-Einsatztruppe in die US-Central Command Region, um dem iranischen Regime eine klare und unmissverständliche Nachricht zu senden, dass jeder Angriff auf die Interessen der Vereinigten Staaten oder die unserer Verbündeten mit unnachgiebiger Gewalt beantwortet werden. Die Vereinigten Staaten streben keinen Krieg mit dem iranischen Regime an, aber wir sind bereit, auf jeden Angriff zu reagieren.“

Der Iran hat in der vergangenen Woche angekündigt, weiterhin Öl zu exportieren, während das Weiße Haus versprach, die Ölexporte auf „Null“ zu senken. Dies geschah nach Beendigung eines Ausnahmeprogramms, das es bis zu acht Ländern erlaubte, weiterhin begrenzt iranisches Öl zu kaufen. Nun müssen die Käufer mit massiven Sanktionen durch Washington rechnen, sollten sie dies ignorieren.

Der Iran hat angekündigt, weiterhin die wichtige enge Durchgangsstraße von Hormus zu patrouillieren. Durch diese wird ein Drittel des Erdöls der Welt transportiert. Nachdem die USA jedoch das Islamische Revolutionsgarden-Korps (IRGC) offiziell zu einer terroristischen Organisation ernannt hatten, bleibt die Frage, ob das US-Militär tatsächlich Gewalt gegen die Schnellboote der IRGC einsetzen wird. Von diesen ist bekannt, dass sie routinemäßig dieselbe Region patrouillieren, in der die CENTCOM-Marine-Schiffe operieren.

Die Entsendung der USS Abraham Lincoln durch das Weiße Haus in die Region macht das Potenzial für einen größeren Zwischenfall viel wahrscheinlicher. Es könnte zu ernsthaften Schusswechseln zwischen den Streitkräften beider Länder kommen.

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5 KOMMENTARE

  1. Naja, das Schiff ist jetzt 30 Jahre im Dienst. Da soll es wohl durch ein neues ersetzt werden. Und die billigste Methode, ein schwimmendes AKW zu entsorgen und zugleich für Neubaubedarf zu sorgen, ist immer noch, damit provokativ vor dem gewünschten Gegner auf- und abzufahren und es von ihm (Lusitania 1915, Pearl Harbor 1941, Tonking 1965) oder notfalls von eigenen Agenten (Havanna 1898) versenken zu lassen.

    • Es kann sein.
      In letzter Zeit hat USA die Flugzeugträgern in Hafen versteckt.
      Die Technik hat sich weiter entwickelt. Iran baut jetzt Panzerzerstörende Raketen nach USA-Model.
      Iran hat viel von Amerikanern kopiert und nachgebaut. Und diese Waffen funktionieren auch noch wie Krieg in Jemen zeigt.
      Wenn ein Flugzeugträger versengt? Dann sterben 2000 Mann.
      Auch wenn die Amerikanern mit eine Atombombe reagieren, die Iran hat schon 1 Million tote Menschen verkraftet.

      Ein Krieg mit Iran werden 20 Millionen Flüchtlinge nach Europa bringen, diesmal Schiiten. So dann den religiösen Krieg Sunna-Schiiten kann weiter bei uns weiterlaufen.

  2. Nun, auch die Unterwasserwaffenarsenale haben sich weiterentwickelt, raketenartige, nuklear durch Minireaktoren angetriebene Torpedos mit unbegrenzter Reichweite und Tauchzeit werden eines Tages klarmachen, Daß Flugzeugträger nur noch schwimmende Särge sein werden. Und nicht zu vergessen, gegen einen Weltterroristen USA bildet sich geschichtlich gesehen immer eine Widerstandsbewegung ( Russland, China, Indien, Iran…).

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