LNG-Tanker mit US-Flagge. Bild: Via Zerohedge

Das US-Erdgas sei ein „Freiheitsgas“ und würde aus „Molekülen der Freiheit“ bestehen. Dies behauptet das US-Energieministerium – und handelt sich Häme ein.

Von Redaktion

Die Vereinigten Staaten haben eine Nachricht für den Rest der Welt: „Seid bereit für viel mehr Freiheitsgas!“ Dies teilte das US-Energieministerium mit, als es dem Freeport LNG-Projekt in Texas die Betriebserlaubnis erteilte. Die Einrichtung wird nun verflüssigtes Erdgas (LNG) exportieren.

Mark W. Menezes, stellvertretender US-Energieminister, sagte in seiner Erklärung zur Genehmigung des Projekts: „Die Erhöhung der Exportkapazität aus dem Freeport-LNG-Projekt ist entscheidend für die weltweite Verbreitung von Freiheitsgas, indem den amerikanischen Verbündeten eine vielfältige und erschwingliche Quelle sauberer Energie zur Verfügung gestellt wird.“

Die Erklärung spiegelt die lange gehegten Prioritäten der Trump-Regierung wider, die die inländische Energieerzeugung zunehmend als unabdingbar in die Außen- und Wirtschaftspolitik von „America first“ einbezieht. „Mehr Exporte von US-amerikanischem LNG in die Welt bedeuten mehr Arbeitsplätze in den USA und mehr Wirtschaftswachstum im Inland sowie sauberere Luft hier zu Hause und auf der ganzen Welt“, fuhr Menezes fort.

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Anscheinend ist dieser Spitzname „Freiheitsgas“ bereits offiziell und zirkuliert in den Hallen der US-Bundesregierung. Der stellvertretende Sekretär für fossile Energie, Steven Winberg, fügte hinzu: „Ich freue mich, dass das Energieministerium alles daran setzt, ein effizientes Regulierungssystem zu fördern, das den Export von Molekülen der amerikanischen Freiheit in die Welt ermöglicht.“

Im Internet macht man sich über diese Aussagen schon lustig:

Oder:

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Für die Europäer ist dieses „Freiheitsgas“ jedoch kaum eine Alternative zum russischen Erdgas. Die Belieferung durch die Gaspipelines ist deutlich kostengünstiger als jene mittels Tankerschiffen. Schiffen, die zudem Unmengen an Diesel verbrennen müssen, um den Atlantik überqueren zu können.

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6 KOMMENTARE

  1. Man muss schon bei der Wahrheit bleiben. LNG Tanker fahren mit Gasmotoren, denn in den Ladebunkern verdampft durch Wärmeverlust genügend LNG, um damit die Motoren der Schiffstechnik zu betreiben.

    Warum LNG aber gegenüber frei aus der Erde gewonnenem Gas teurer ist , liegt in der Tatsache, dass die Fördermethode einfach mehr Aufwand erfordert. – Der Gesamtwirkungsgrad ist einfach schlechter bei LNG.
    Es entstehen auch höhere Personalkosten und die Betriebskosten für so einen Tanker sind nicht klein.
    Das alles rechnet sich bei Leitungsgas unter dem Strich positiver.

  2. Noch eine Ergänzung zu dem Thema. Man sollte nicht übersehen, dass auch die Russen zwecks Steigerung der Ergiebigkeit ihrer Gasvorkommen am Ende der Ausbeute eines Feldes mit Fracking gelegentlich noch etwas nachhelfen. Das macht man aber nur dort, wo sich das dann noch lohnt.

  3. Etwa 90% des in den USA geförderten Erdgases wird durch Fracking-Methoden gewonnen. Diese Methode erfordert „gewisse“ Chemikalien – wassergefährdende, krebserregende und hormonverändernde Substanzen wie Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone etwa 0,7 To pro Vorgang), Octylphenol (pro Frackingvorgang cxa. 10 To.), Tetramethylammoniumchlorid (bis zu 20.000 To pro Frackingvorgang).

    Wir sehen, unsere transatlantischen Freunde sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, Profit zu machen. Und wie weit die Ergebenheit der Europäer geht läßt sich aus dem Bemühen der EU-Kommission ersehen, die dem Nordstream-Projekt am besten den Garaus machen will, um das US-Gas kaufen zu können. Dagegen sollten doch die FFF-Initiatoren Sturm laufen, doch denen verstopft „grü+nes“ Gedankengut die Synapsen .

  4. Wenn man begreift, dass hier beim Gas die Freiheit darin besteht, die Natur durch Fracking zu schänden, dann erkennt man auch , dass die westliche Welt unter Freiheit zu tun und zu lassen was sie wollen, versteht

  5. Offensichtlich wollte man das Fracking, das so gewonnene Gas und dessen Export auf dem Seeweg mit einem positiven Begriff versehen.

    Da die US-Amerikaner mit einer großen Portion Patriotismus ausgestattet sind, kann man hier eine Wortschöpfungsverwandtschaft mit den Liberty-Frachtern des WK II vermuten. Doch auch diese waren letztendlich, nach ihrem Einsatzzweck, Kriegsschiffe.

    Und was die Amis mit dem Export des Fracking-Gases betreiben, ist auch Krieg – ein Handelskrieg. Übertriebener, unüberlegter Euphemismus kann eben ganz schön in die eigene Hose gehen.

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