Recep Tayyip Erdogan. Bild: Wikimedia Commons / Mark Rutte CC BY 2.0

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel enthüllte Le Point, dass Erdogan die Eröffnung türkischer Schulen in Frankreich plant. Schulen indem der „gute Dschihad“ unterrichtet werden soll.

Von Redaktion

Recep Tayyip Erdogan hat eine türkische Delegation beauftragt, am 20. und 21. Mai Frankreich zu besuchen, um internationale Hochschulen zu beobachten, berichtet das Portal Voice of Europe. Das Ziel wäre dann, die Schaffung türkischer Hochschulen in Frankreich zu fordern.

Die Eröffnung solcher Einrichtungen liegt wahrscheinlich nicht in der alleinigen Verantwortung des türkischen Präsidenten, sondern sind auch die Agenden des Bildungsministeriums und des Außenministeriums. Von „Le Figaro“ kontaktiert, konnte man keine Details zu diesem Thema erfahren.

Die Eröffnung dieser türkischen Institutionen in Frankreich könnte durchaus eine Politik der Salafisten sein, zumindest wenn der Inhalt der Lektionen, an dem der Türkei orientiert ist. Erdogans Islamisierung der Programme in seinem Land hat in den letzten Jahren bereits Besorgnis in den französischen Medien ausgelöst.

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Im Februar 2012 erklärte der türkische Präsident, er wolle „eine göttliche Generation bilden“. Seiner Erklärung folgte die Schaffung von drei Wahlkursen für Religion an der Universität (Mohammeds Leben, Lesen des Korans und grundlegendes religiöses Wissen) im Sommer 2012.

Diese konzentrierten sich auf die Vision, dass der sunnitische Islam in vielen Institutionen aufgrund fehlender Alternativen zur Pflicht wird. In der Folge ersetzte die türkische Macht nach und nach die „klassischen“ Volkshochschulen durch „Early Imam“-Hochschulen, die für die Ausbildung von Imamen und Predigern bestimmt waren.

Schüler, die die Aufnahmeprüfungen an den Volkshochschulen nicht bestanden haben, werden nun automatisch in diesen religiösen Einrichtungen registriert (auch wenn sie am Ende nicht Imam werden). Die Türkei hatte 2017 1.408 weiterführende Schulen mit 517.000 Schülern.

Dschihad ist nicht der heilige Krieg

Mit einem neuen Programm, das im Juli 2017 veröffentlicht wurde, wurde in den meisten Institutionen das Konzept des „Dschihad“ eingeführt. „Der Dschihad gehört zu unserer Religion und es ist die Aufgabe des Bildungsministeriums, dafür zu sorgen, dass dieses Konzept fair und angemessen gelehrt wird“, sagt der türkische Bildungsminister Ismet Yilmaz.

Yilmaz erklärte, dass es kein heiliger Krieg sei, sondern ein „guter Dschihad“, der „die Liebe der Väter“ weckte. Dieses Programm markierte auch das Verschwinden der Evolutionstheorie von Charles Darwin und übertraf das „Niveau des Studentenverständnisses“.

Ein Großteil des Programms, das Ataturk, dem Gründer der Republik Türkei, gewidmet war, wurde nach dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 bereits ersetzt.

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1 KOMMENTAR

  1. Bomerang pur.
    Man verbietet mit allen illegalen Mitteln die IBÖ,
    und kriegt dafür ein gnagenlos unbarmherziges Ultra-Rechts zurück.
    Recht geschieht euch.
    Da werden dann selbst die Grazer Staatsanwälte den Unterschied von Rechts zum Hausverstand begreifen lernen.

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