Einen komfortablen Vorsprung von 9,5 Prozent, konnten die konservative Nea Dimokratia bei den Europawahlen in Griechenland am Sonntag gegenüber der linksradikalen Syriza erringen. Das deutet auf einen klaren Richtungswechsel in Griechenland hin.

Von Redaktion

Die Wahlbeteiligung war mit 74,75 Prozent hoch. Davon erhielt die konservative Nea Dimokratia 33,1 Prozent (das sind somit 7 Sitze im Europäischen Parlament), die Syriza (Koalition der radikalen Linken) erzielte 23,8 Prozent (6 Sitze), die Bewegung Mitte-Links (KINAL) hatte 7,7 Prozent (2 Sitze), die Kommunistische Partei KKE hatte 5,4 Prozent (2 Sitze) erreicht, die rechtsradikale „Goldene Morgenröte“ erhielt 4,9 Prozent (2 Sitze), die pro-russische rechte Partei „Griechische Lösung“ bekam 4,2 Prozent (1 Sitz) und die Diem25-Partei des ehemaligen Finanzministers Yanis Varoufakis erreichte 3,15 Prozent der Stimmen, was einen Sitz im EP bedeuten wird.

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras (Syriza) sah das Wahlergebnis am Sonntagabend als Niederlage seiner Partei an und rief unerwartet vorgezogene Parlamentswahlen aus. Mit ein Grund: seine Koalitionspartner To Potami, eine Mitte-Links-Reformpartei, sowie die Enosis Kendrou, die zentristische Unionspartei und die ANEL, eine rechtspopulistische Partei gewannen keine Sitze mehr.

„Ich werde den Präsidenten der Republik umgehend bitten, Neuwahlen abhalten zu lassen“, kündigte Tsipras an. Die Führung der Nea Dimokratia hatte zuvor den Rücktritt von Tsipras gefordert. Er habe das Mandat der Bevölkerung verloren.

Tsipras wurde auch abgestraft, denn er hatte nicht nur das extrem unpopuläre Abkommen zur Beilegung des Namensstreits mit Nordmazedonien gesteuert, sondern auch nicht wirklich die leidende griechische Wirtschaft in ruhigere Gewässer bringen können.

Die Zeitung „Ekathimerini“ berichtete, dass viele junge Wähler nun rechts wählten, obwohl die Regierung in diesem Monat Steuersenkungen und Rentenzahlungen vor der Abstimmung eingeführt hatte. Junge Wähler gaben ihre Stimmen meistens an den Vorsitzenden der Nea Dimokratia, Kyriakos Mitsotakis. Viele der Jungen unterstützten sogar die Rechtsextremen der Goldenen Morgenröte.

Die Altersgruppe der 17- bis 24-Jährigen zeigten laut einer Umfrage am Sonntag ihre Präferenz für die oppositionelle Nea Dimokratia. Die regierende Syriza belegte mit 25,6 Prozent den zweiten Platz und die rechtsextreme „Goldene Morgenröte“ belegte mit 13,3 Prozent bei den Jungen den dritten Platz, was eine große Überraschung darstellte.

Der allgemeine Trend in Europa trifft auch auf Griechenland zu. Establishment-Parteien verlieren, während nationalistische und populistische Parteien Zulauf haben, die Linken driften immer weiter nach Links-Außen ab.

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