Pillen. Bild: Flickr / e-Magine Art CC BY 2.0

Kein anderes Land der Welt hält da mit: 46 Prozent aller US-Amerikaner nahmen in den letzten 30 Tagen Medikamente zu sich. Die Pharmaindustrie freut sich.

Von Marco Maier

Was ist mit den Amerikanern los? Laut einer neuen Umfrage des National Center for Health Statistics hat mit 46 Prozent der Bevölkerung fast die Hälfte aller Amerikaner in den letzten 30 Tagen ein Medikament eingenommen. Das macht die USA offiziell zum „am meisten medikamentös behandelten Land der Welt“. Und es ist unnötig zu erwähnen, dass diejenigen, die diese Medikamente verkaufen, auf Kosten der Allgemeinheit außerordentlich reich werden.

Der durchschnittliche Amerikaner gibt jährlich 1.200 Dollar für verschreibungspflichtige Medikamente aus. Das ist viel Geld und entspricht rund 100 Dollar pro Monat. Und es wird immer mehr: Allein in diesem Jahr wurden die Preise für 650 verschiedene Medikamente angehoben. Wenn sie erst einmal ihre Krallen bekommen, wollen die Pharmakonzerne jeden Cent aus Ihnen herausholen, den sie können.

Klar, es gibt genügend Medikamente die den Menschen helfen und Krankheiten besiegen können. Zweifellos würden viele Menschen ohne sie heute nicht mehr am Leben sein. Doch andererseits geben die Amerikaner jährlich rund 200 Milliarden Dollar für Medikamente aus, die sie gar nicht brauchen.

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Laut der oben erwähnten Studie nahmen sogar rund 85 Prozent der Über-60-Jährigen in den 30 Tagen vor der Umfrage Medikamente zu sich. Und was ist bei den jüngeren Menschen die „Top-Medizin“? Antidepressiva. 11,4 Prozent der 20- bis 59-Jährigen nahmen in dem Zeitraum solche „Stimmungsaufheller“. Und dann gibt es auch noch die „Opioid-Krise“. Millionen von Amerikanern, die süchtig nach solchen Medikamenten sind.

Da stellt man sich schon die Frage, wohin das noch führen wird. Das halbe Land unter Drogen und bis an die Zähne bewaffnet. Ob das noch lange gut geht?

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