Reiner Hoffmann, Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB - Bild: DGB / U.Voelkner / FOX

Da ist etwas aus den Fugen geraten, räumt der DGB-Chef ein und spricht dabei von mutigen Zukunftsdebatten die geführt werden müssen. Kühnert löste mit seinen Aussagen womöglich einen neuen Klassenkampf aus.

Von Redaktion

Auch die Gewerkschaften drängen immer stärker auf eine Debatte über Kapitalismus und Soziale Marktwirtschaft. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung: „Der Kapitalismus ist in Teilbereichen aus den Fugen geraten.“ Es sei deshalb eine berechtigte Frage, „wie wir den sozialen Zusammenhalt unter den Bedingungen des rasanten Wandels stärken können“.

Hoffmann betonte, man müsse die Schlussfolgerungen von Juso-Chef Kevin Kühnert nicht teilen, „aber die Diskussion über die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft müssen wir offensiv führen. Ich plädiere sehr für eine mutige Debatte über die ökologischen Herausforderungen und die Verteilung des Reichtums.“ Die höchst unterschiedliche Entwicklung der Einkommen oben und unten zeige doch: „Da fällt etwas auseinander. Das kann man nicht ignorieren. Die Menschen haben ein sehr feines Gespür für soziale Gerechtigkeit.“

Hoffmann drängte zugleich auf mehr Investitionen unter anderem in Bildung und eine moderne Infrastruktur. Er betonte, trotz der nach unten korrigierten Steuerschätzung „haben wir nach wie vor die höchsten Steuereinnahmen in der Geschichte der Bundesrepublik“. Da könne ihm keiner erklären, „dass wir nicht genug Ressourcen haben, um mehr zu investieren“.

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Grundrente muss kommen

Auch die von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplante Grundrente könne und müsse kommen, selbst wenn jetzt die Steuereinnahmen etwas weniger stark steigen, so Hoffmann weiter. Eine Bedürftigkeitsprüfung lehnte der DGB-Chef strikt ab. Er betonte, bei der Grundrente gehe es nicht um Sozialhilfe oder Almosen, sondern um Ansprüche nach einem langen Arbeitsleben. Die Kritik, es solle Geld mit der Gießkanne verteilt werden, sei deshalb grober Unfug.

Das eigentliche Problem in der Rentenfrage sieht Hoffmann an anderer Stelle. „Warum“, so fragte er, „haben Menschen nach so vielen Arbeitsjahren eine Rente, die unterhalb der Grundsicherungsgrenze liegt? Das ist doch der Skandal.“ Der DGB-Vorsitzende forderte deshalb, für Ordnung auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen, damit die Menschen ordentliche Beiträge in die Rentenkasse zahlen könnten. „Prekäre Beschäftigung, Niedriglöhne und Teilzeitjobs sind dazu nicht geeignet.“

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1 KOMMENTAR

  1. Diese Verteidiger der Rechte der Einkommen, meinen vermutllich nur die eigenen und deshalb sind sie der Sargnagel jeder Entfaltung, denn mit ihren 7,8 Mill. Mitgliedern gängeln sie gleichzeitig ca. 37 Mill. Nichtorganisierter und zugleich abgabepflichtiger Arbeitnehmer und ihr Prinzip ist ganz einfach, verteile das Ergebnis zu gleichen Teilen und übersehe dabei die Haftung und das Risiko des Arbeitgebers und beschenke jeden, auch den der es nicht verdient und und mit dieser sozialistischen Gießkanne treiben sie schon seit fast 70 Jahren ihr Unwesen und wenn es eng wird ziehen sie sich aus der Verantwortung und deligieren diese auf den Unternehmer, so sind sie fein raus und werden gefeiert, aber nur von jenen, die ehedem keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben und das ist derzeit noch ihr Pfund mit dem sie wuchern können, die Frage ist nur noch wie lange, die Gelbwesten in Frankreich haben ja schon ihre eigene Strategie und können auf diesen Saftverein verzichten, das kommt hierzulande auch noch und wie immer mit Verspätung, denn mit Sekt und Kaviar läßt sich das Problemen der Arbeiterschaft nicht lösen, da muß Bescheidenheit einkehren und an vorderster Straßenfront für die gerechte Sache stehen, aber nicht mit Drillerpfeifen, sondern handfest und das wollen sie natürlich nicht, sonst müssen sie am Katzentisch sitzen und das ist unter ihrer Arbeiterwürde, wenn sie denn noch welche sind.

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