Die deutsche Stadt Hannover ist einer der Pioniere der Geschlechtergleichstellung im öffentlichen Raum. Sie führt einen erfolgreichen Kampf gegen das Patriarchat – auf Radwegen.

Von Redaktion

Zu viele Piktogramme von Herrenfahrrädern gibt es in den Straßen und Gassen der niedersächsischen Landeshauptstadt. Zurzeit entfernen die Arbeiter das geschlechtsspezifische Oberrohr von den Fahrradpiktogrammen. Auf diese Weise wird das patriarchische Herrenrad flugs zum Damenrad.

„Das ist nur in Hannover so, die Fahrräder dürfen hier keine Stange haben“, soll der Mitarbeiter einer Baufirma, einem Radfahrer erklärt haben.

Stadt-Sprecher Dennis Dix bestätigte gegenüber der Neuen Presse, dass das Oberrohr aus dem Fahrrad-Piktogramm getilgt wird, sei in Hannover im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit tatsächlich gelebte Praxis. „Auf fast allen Fahrrad-Piktrogramm ist ein Damenrad abgebildet. Leider gebe es keine vorgefertigte Piktogramme ohne Oberrohr“, sagte Dix.

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Das bedeutet, dass die Mitarbeiter der Baufirmen die Stangen aus dem Piktogramm entfernen müssen. Idealerweise nicht erst nachdem es auf der Straße aufgebracht worden ist. „Das Oberohr wird in der Regel vor dem Aufbringen entfernt“, erzählt Dix. Nennenswerter Aufwand und Kosten würden dadurch nicht entstehen. Nur bei schon bestehenden Piktogrammen müsse der „Gegenstand der Diskriminierung“ entfernt werden.

Die Stadt will verhindern, dass sich ein Geschlecht diskriminiert fühlt. Eine Entscheidung aus dem Jahr 1992, die die damalige Frauenbeauftragte Ursula Müller durchgesetzt hatte, ist der Hintergrund, dass die Stange fallen muss, berichtet die Neue Presse.

Diese Regelung wird seit 27 Jahren eisern befolgt und genauso lange ist die Stadt ein Symbol für die Gleichstellung der Geschlechter. Falsch aufgetragene diskriminierende Herrenrad-Piktogramme kann man der Stadtverwaltung umgehend zur Kenntnis bringen, das freut die Herrschaften (und auch Frauschaften) dort sogar.

So ist Hannover seit ebenfalls 27 Jahren dem Hohn und Spott aus ganz Deutschland ausgesetzt. Diskriminierung geht halt nicht, das muss man verstehen.

Dekatenz…

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2 KOMMENTARE

  1. Einen Esel auf die Radwege aufbringen wäre besser, den Schilda ist noch mitten unter uns, früher aus vermeintlicher Dummheit, heute aus politischen Idiologien heraus, die aber in der Logik an die gleiche Dummheit grenzen wie damals in Schilda.

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