John Bolton. Bild: Flickr / Gage Skidmore CC BY-SA 2.0

John Bolton gab zu, für die Nationale Sicherheit zu lügen. Gerade auch wenn es um den Krieg geht. Und in Sachen Iran hat er jede Menge Gründe zu lügen.

Von Marco Maier

Wenn John Bolton, Trumps Nationaler Sicherheitsberater, in Sachen Iran-Konflikt etwas sagt, muss das nicht zwangsläufig stimmen. Er gab vor wenigen Jahren zu, in solchen Situationen Lügen als Notwendigkeit anzusehen. Angesichts dessen, dass er inzwischen eine sehr große Rolle in der Trump-Administration spielt, ist das ein wichtiger Aspekt der aktuellen Politik Washingtons gegenüber dem Iran.

Nachfolgend eine Abschrift aus einer Folge von „Freedom Watch“ auf dem US-Sender „Fox News“. Dort unterhielt sich Bolton mit dem Moderator Andrew Napolitano über die Wikileaks-Veröffentlichungen.

Kriegslügen sind erlaubt

„Jetzt möchte ich mich für die Geheimhaltung in der Regierung einsetzen, wenn es um die Führung nationaler Sicherheitsangelegenheiten geht, und möglicherweise für die Täuschung, wenn dies angebracht ist“, sagte Bolton. „Sie wissen, Winston Churchill sagte während des Zweiten Weltkriegs, dass in Kriegszeiten die Wahrheit so wichtig ist, dass sie von einem Leibwächter aus Lügen umgeben sein sollte.“

„Glauben Sie das wirklich?“ Fragte ein ungläubiger Napolitano.

„Auf jeden Fall“, antwortete Bolton.

„Du würdest lügen, um die Wahrheit zu bewahren?“

„Wenn ich sagen müsste, dass etwas, von dem ich wusste, dass es falsch ist, um die nationale Sicherheit der USA zu schützen, würde ich es tun“, antwortete Bolton.

„Ich glaube nicht, dass wir oft mit dieser Schwierigkeit konfrontiert sind, aber würde ich darüber lügen, wo die Invasion am D-Day stattfinden würde, um die Deutschen zu täuschen? Glauben Sie es besser“, fuhr Bolton fort.

„Warum glauben die Regierungsmitglieder, dass die Gesetze der Gesellschaft oder die Regeln für sie nicht gelten?“, fragte Napolitano.

„Weil sie sich nicht mit der Zivilgesellschaft befassen, in der wir nach der Verfassung leben“, antwortete Bolton. „Sie befassen sich international mit dem anarchischen Umfeld, in dem unterschiedliche Regeln gelten.“

„Aber Sie haben einen Eid geleistet, um die Verfassung aufrechtzuerhalten, und die Verfassung fordert eine gewisse Offenheit und Fairness“, protestierte Napolitano. „Sie sind bereit, damit aufzuhören, um ein vorübergehendes militärisches Ziel zu erreichen?“

„Ich denke, wie Richter Jackson in einer berühmten Entscheidung sagte, dass die Verfassung kein Selbstmordpakt ist“, sagte Bolton.

„Und ich denke, der Schutz der Vereinigten Staaten vor ausländischen Bedrohungen erfordert Maßnahmen, die wir in einem normalen Geschäftsumfeld in den Vereinigten Staaten als unprofessionell empfinden würden. Ich entschuldige mich nicht dafür.“

Das ist also eine solche Sache. Und für uns ist es wichtig zu wissen, dass es eine große Sache ist, weil sich die Dinge im Iran gerade aufheizen, da Boltons Fingerabdrücke überall zu sehen sind. Bolton ruft seit langem zum Krieg gegen den Iran auf. Zu glauben, dass er da bei der Wahrheit bleibt, ist äußerst naiv.

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2 KOMMENTARE

  1. Die US Regierung hat sich zunehmends verrannt.
    Welcher gesunde Menschenverstand läßt sich noch mit Berufslügnern ein?
    Dem ist nicht zu helfen.

    Es gibt bessere Leute. Wir haben sie.
    Von meiner Seite keine zweite Chance Verbrechern.
    Wer einmal lügt, den glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.

  2. Bolton ist ein großer Lügner. Er bezieht sich z.B. sogar auf den D Day. Verschweigt dabei aber, dass die Yankees mit ihrer Operation Jubilee am 19. August 1942 über 2000 alliierte Soldaten für ein total dummes Täuschungsmanöver sinnlos in den sicheren Tod schickten – nur um Stalin zu täuschen, der ja damals eigentlich als ihr Verbündeter galt.

    Die Yankees sind Lügner. Das haben sie doch auch am 11.9.2001 zum wiederholten Male bewiesen.

    Was sie jetzt im Golf veranstalten ist auch wieder so ein waghalsiges Täuschungsmanöver, und man fragt sich voller Graus – was kommt da wohl am End‘ bei raus.

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