Die Spannungen zwischen Ankara und Washington wachsen. Nun droht die Türkei damit, mehr S-400-Systeme von Russland zu kaufen und auch auf die amerikanischen F-35 zu verzichten.

Von Marco Maier

Der Showdown der USA und der Türkei wegen Ankaras Abkommen mit Russland über das Luftabwehrsystem S-400 dauert an und könnte sogar noch weiter eskalieren, wenn der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu diese Woche ein Ultimatum herausgibt, nachdem Washington weiterhin den Verkauf von Lockheeds F-35 Stealth-Fightern eingestellt hatte.

Außenminister Cavusoglu sagte am Mittwoch nicht nur, die Türkei werde sich nicht dem zunehmenden Druck der USA beugen, sondern drohte quasi mit einem Boykott von US-Rüstungsgütern durch das NATO-Mitglied. Sollten die Amerikaner die Türkei tatsächlich auf eine Blacklist für Patriot-Systeme setzen und den Verkauf von F-35 weiterhin blockieren, werde man eben mehr S-400 Triumf kaufen und nach Alternativen zu den F-35 suchen. Russland hat mit den Su-57-Jets eine passende (und sogar noch billigere) Alternative für die türkische Luftwaffe.

„Wenn die Vereinigten Staaten bereit sind zu verkaufen, werden wir Patriots kaufen. Wenn die Vereinigten Staaten nicht verkaufen wollen, können wir jedoch weitere S-400 oder andere Systeme kaufen“, sagte Cavusoglu gegenüber dem türkischen Sender NTV, wie Reuters berichtet.

„Wenn das mit der F-35 nicht klappt, muss ich mir die Jets, die ich brauche, wieder woanders beschaffen … Es gibt (russische) SU-34, SU-57 und andere.“ Und um die Drohung fortsetzen, sagte er: „Ich werde meine Bedürfnisse absolut von irgendwoher erfüllen, bis ich es selbst produzieren kann.“

Es scheint so, als ob sich die nationalen Sicherheitsinteressen der Türkei und jene der USA (samt Handlanger-Organisation NATO) immer stärker schneiden. Unter Umständen schaffen es die Amerikaner auch noch, mit ihrer Ignoranz gegenüber den anderen Bündnispartnern die Türkei aus dem transatlantischen Kriegsbündnis zu ekeln.

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