S-400. Bild: © Sputnik / Dmitriy Vinogradov

Die Türkei will sich von den US-amerikanischen Drohungen wegen des Kaufs des russischen Luftabwehrsystems S-400 nicht beirren lassen. Stattdessen wirft Ankara den Amerikanern vor, mit Terroristen zu paktieren.

Von Marco Maier

US-Vizepräsident Mike Pence und andere Regierungsvertreter drohten der türkischen Führung erneut mit Konsequenzen, sollte man nicht vom Kauf des Raketen-Abwehr-Systems S-400 von Russland Abstand nehmen und stattdesse das US-amerikanische Patriot-System kaufen. Während eines NATO-Treffens in Washington wiederholte Pence die Drohungen gegen Ankara wegen des Deals.

„Die Türkei muss wählen. Will sie ein kritischer Partner im erfolgreichsten militärischen Bündnis der Geschichte bleiben oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft riskieren, indem sie rücksichtslose Entscheidungen trifft, die unser Bündnis untergraben?“, sagte Pence.

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay drängte die Behauptungen auf Twitter zurück und beschuldigte die USA, Terrorismus zu unterstützen: „Die Vereinigten Staaten müssen wählen. Wollen sie die Verbündeten der Türkei bleiben oder unsere Freundschaft riskieren, indem sie sich mit Terroristen zusammenschließen, um die Verteidigung der NATO-Verbündeten gegen ihre Feinde zu untergraben?“

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Die Vereinigten Staaten haben früher den Versand von Ausrüstung für die F-35 in die Türkei eingestellt, um so eine eindeutige Nachricht an die Türkei zu senden. Der Streit um die F-35 und die S-400 ist der jüngste in einer Reihe diplomatischer Auseinandersetzungen zwischen Ankara und Washington.

„Wir haben auch klar gemacht, dass wir nicht untätig dabei sein werden, während NATO-Verbündete von unseren Gegnern Waffen kaufen, die den Zusammenhalt unseres Bündnisses gefährden“, sagte Pence. Immerhin soll das Militärbündnis auch dafür sorgen, dass die US-Rüstungsindustrie genügend Waffen verkaufen kann. Wenn sich NATO-Mitglieder dann auch von außerhalb eindecken, bringt dies dem ganzen Militärkomplex der USA deutlich weniger Geld ein.

Die Türkei hat erklärt, dass das Luftabwehrsystem S-400 Triumph trotz des Drucks der USA auf das NATO-Mitglied von Russland geliefert wird. Man werde sich den Drohungen nicht beugen, sondern eine eigenständige nationale Sicherheitspolitik betreiben.

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9 KOMMENTARE

  1. Hahaaha, endlich mal erfreuliche Nachrichten.
    Find ich gut! Vorallem die Äusserung des Vize Präsidenten.

    Hier zeigt die USA doch mal wieder ganz klar worum es bei der NATO geht.
    Es geht darum:
    1. Das zu tun, was die USA sagt
    2. US Waffen zu kaufen.
    3. Die Welt destabilisieren und zu hetzen (Russland,China,Nordkorea,Syrien,Lybien… uvm)

  2. Legen wir mal den wirtschaftlichen Aspekt für die USA beiseite, so haben sie zumindest in einem Punkt recht, denn die Nato ist ein Verteidigungsbündnis des Westens gegen den Osten im allgemeinen und da scheint es schon sinnvoll zu sein, sich nicht vom vermeintlichen Gegner Waffen zu besorgen, denn das führt tatsächlich zu Irritationen und wäre auch im Ernstfall kontraproduktiv, zumindest was die Zulieferung anbelangt und so bewegt er sich in einer Grauzone, wenig durchdacht, eher eine Trotzreaktion und das zeugt nicht von Zuverlässigkeit, dann soll er doch das Bündnis verlassen, das wäre konsequenter und überzeugender und mit dieser Haltung bringt er sein Land im Ernstfall eher in große Schwierigkeiten, aber das müssen sie selbst entscheiden, irgendwie paßt das alles nicht zusammen.

  3. Deutschland darf nicht Nord-Stream bauen und von Russen kaufen.
    Niemand darf iranisches öl kaufen.
    Niemand darf venezuelisches Öl kaufen…
    Jedes Land drohen….
    Wie ein gesetzloser Gängster.

  4. Man hat schon vieles erfunden:
    Autos ohne Fahrer
    Kaffee ohne Koffein
    Süsses ohne Zucker
    Vielleicht erfindet mal jemand
    Regierungen ohne Idioten

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