Moskau schichtet seine Währungsreserven um. Die Dollarbestände werden sukzessive in Gold und Yuan getauscht. Die Gründe sind vielfältig. Doch die Entdollarisierung schreitet global voran.

Von Marco Maier

In den letzten Jahren hat die russische Zentralbank eine enorme Umschichtung bei den Währungsreserven vollzogen. Während die Dollar-Bestände seit 2016 beständig fallen, wachsen im Gegenzug die Yuan-Reserven sowie die Goldreserven immer weiter an, wie die nachfolgende IWF-Grafik verdeutlicht. Ein Umstand, der das Resultat geopolitischer Entwicklungen ist, sowie auf rationalen Überlegungen beruht.

Denn wozu sollte Moskau am US-Dollar festhalten, wenn das amerikanische Finanzministerium jederzeit die Nutzung der US-Währung verbieten kann? Die ganzen Bestände an US-Bonds wären dann nutzlos, da im Falle von finanzpolitischen Sanktionen der Amerikaner (wie z.B. gegen den Iran, Nordkorea oder Venezuela) niemand mit Russland auf Dollar-Basis Geschäfte machen dürfte. Angesichts der anhaltend feindseligen Haltung Washingtons gegenüber Moskau handelt es sich hierbei also um einen logischen und rational nachvollziehbaren Schritt.

Dies trifft auch auf den Kauf von Yuan zu. Immerhin ist China mittlerweile der wichtigste Handelspartner Russlands und immer mehr bilaterale Geschäfte werden auf Basis der jeweiligen Landeswährungen abgewickelt. Das heißt auch, dass der US-Dollar für die beiden Länder eine deutlich geringere Rolle spielt, wenn es um den Güteraustausch geht.

Und das Gold? Das hat für Moskau auch eine strategische Bedeutung, zumal es über die Jahrtausende hinweg immer mehr oder weniger seine Kaufkraft behalten hat, in Russland selbst auch große Mengen an Gold gefördert werden (für die die Zentralbank keine Dollars braucht sondern in Rubel zahlen kann) und damit im Notfall immer Transaktionen durchgeführt werden können. Inzwischen macht das Gold bereits ein Fünftel der gesamten Währungsreserven Russlands aus – Tendenz steigend.

Und wenn man sich (siehe Grafik unten) die Veränderungen bei den globalen Währungsreserven ansieht, merkt man: im vierten Quartal 2018 war der US-Dollar der große Verlierer, während vor allem Euro, Yuan und Yen profitieren.

Russland hat den Absprung vom Dollar inzwischen in Sachen Währungsreserven weitestgehend geschafft. Und immer mehr Notenbanken folgen dem Beispiel. Die Frage die sich hier stellt ist: wann wird der Kipppunkt erreicht, wo der totale Ausverkauf des US-Dollars beginnt und die amerikanische Währung kollabiert? Und noch mehr: Wird China diesen Absturz in die Wege leiten?

5 COMMENTS

  1. Genau. Der Goldpreis zieht ordentlich an, dadurch dass momentan so viele kaufen. Und es lohnt sich offenbar. Besonders Privatanleger konnten mit Gold in den letzten Monaten und Jahre große Wertsteigerungen erzielen und ihr Kapital langfristig sichern.
    Immer mehr Menschen machen es genauso wie China und Russland und informieren sich übers Internet (z.b. auf Goldkaufen.de, kann ich echt empfehlen) welche Möglichkeiten diese wertvolle Investition bietet.
    Ich investiere seit Jahren in Maple-Leaf und Krügerrand Anlagemünzen und mittlerweile ist da schon ein ganz schöner Batzen zusammengekommen. Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir gerne. 🙂

  2. Yuan, auch noch Schweizer Franken, Gold – Edelmetalle generell und ein Großteil des Handels mit Schwellenländern und anderen, die es auch wollen, auf Kompensationsbasis.

    Das schafft Stabilität, eine gewisse Unabhängigkeit von Boykottmaßnahmen und langfristige Berechenbarkeit.

    Russland hat die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und ist damit auf einem stabilen Entwicklungsweg.

    Ganz anders die EU. Die Frage ist längst nicht mehr, ob er kommt, der Crash, die Frage ist wann?

  3. 85% der deutschen Altparteien-Wähler haben noch gar nicht mitbekommen, dass sie von den Regierenden abgezogen werden. Sie tragen ihr Geld immer noch zur Bank und denken sie bekommen noch etwas dafür! Das den Sparer, bis heute hunderte Milliarden Euro an Zinsen, durch die EU Politik, gestohlen worden sind, haben sie auch noch nicht kapiert! Die Reaktion darauf ist gleich NULL!

  4. Ja, Russland und besonders Putin u seine Regierung hat uns sehr viel voraus. Er kriecht und buckelt nicht vor den Amis. Deshalb ist ganz stark abzunehmen, dass die USA ehe sie pleite gehen, einen Krieg mit Russland oder China beginnen.

    • @ Anita Smentek

      Richtig!
      Und was besonders erwähnenswert ist und markant heraussticht: Putin arbeitet für „sein Land“, ein Riesenreich, das sicher nicht einfach zu regieren ist und wohl viel Anstrengung abverlangt, um die weitläufigen Russland-Regionen auf wirtschaftliche Prosperität einzuspuren. Was den alternativen Medien zu entnehmen ist, setzt er in unterentwickelten Regionen strategisch bewusst Fördermittel zur Entwicklung der Wirtschaft ein. Sicher brauchen solche Entwicklungen Zeit, bis sich der Erfolg einstellt. Wenn das alles – grob gesehen – berücksichtigt wird, dann macht Putin einen Super Job – wohl bemerkt wiederholend – für sein Land, sein Riesenreich.

      Ich kann keine Regierungsschicht in Westeuropa erkennen, die in dieser umsichtigen Art, wie Putin sie vorweist, für die Entwicklung seiner Bevölkerung und für eine wertschöpfende Wirtschaft arbeitet. Vielmehr sticht hier das Gegenteil ins Auge; man arbeitet gegen die Bevölkerungen und lässt sie bewusst verarmen, gleichzeitig sie mit ungebildeten kriminellen Migranten durchseuchen, während kleine Oberschichten sich riesige Vermögen unter den Nagel reissen und allzeit parat sind, ins Ausland abzuwandern, wenn es hier zu brenzlig wird.

      Putin ordnet Gesetzes zum Schutz und zur Förderung von Investitionen an
      https://www.russland.capital/putin-ordnet-gesetzes-zum-schutz-und-zur-foerderung-von-investitionen-an

      Rechnungshof überprüft Ausgaben für nationale Projekte
      https://www.russland.capital/rechnungshof-ueberprueft-ausgaben-fuer-nationale-projekte

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