Gerade für eine wirtschaftlich so starke Nation wie Deutschland ist es eigentlich eine Schande: 3,4 Millionen Menschen arbeiten zu Niedriglöhnen in Vollzeitstellen.

Von Michael Steiner

3,4 Millionen Menschen, das sind rund ein Sechstel aller Vollzeit-Beschäftigten, arbeiten für einen Bruttolohn von unter 2000 Euro im Monat. Ein Lohn, der netto vielerorts kaum zum Leben ausreicht. Angesichts des nahenden „Tags der Arbeit“ ein Thema, welches Diskutiert gehört. Immerhin sind das jene Menschen, die so garantiert in der Altersarmut landen, weil die Politik die Renten kaputt gemacht hat.

Immerhin ist die deutsche Wirtschaft stark und die Arbeitseinkommen konnten bereits in den letzten Jahrzehnten nicht mit dem Wirtschaftswachstum schritthalten. Der „flächendeckende Mindestlohn“ hat zwar eine Lohnuntergrenze geschaffen, doch dieser reicht längst nicht aus. Wer zum Mindestlohn arbeiten muss, lebt schon an der Armutsgrenze und landet garantiert in der Altersarmut.

Mit ein Grund dafür ist auch das Tarifsystem in Deutschland. Hier könnte man sich das System der Kollektivverträge in Österreich ansehen und übernehmen. Im südlichen Nachbarland gelten für die einzelnen Berufe und Branchen allgemeingültige Kollektivverträge, an die sich alle halten müssen. Und das im ganzen Land, auch wenn es für manche Berufe Sonderlösungen für einige Bundesländer gibt.

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Arbeit muss sich in Deutschland (wieder) lohnen. Denn Fakt ist: nicht die Sozialleistungen sind zu hoch, die unteren Einkommensbereiche sind zu niedrig. Niedriglöhne müsste es eigentlich gar nicht geben.

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9 KOMMENTARE

  1. Was Niedriglöhne im negativen nach unten bewirken, zeigt sich auf der Gegenseite nach oben, denn da ist kein Halten mehr, was die Zuwachsrate der Reichen anbelangt und somit ist die Sklavenhalterei nicht ausgestorben, sie wird lediglich sozial durch Ausgleich erträglicher gemacht und die wirklich Gekniffenen sind die Mittelverdiener, sie werden am meisten geschröpft und sind zu reich für unterstützende Maßnahmen und zu arm um mit den noch Vermögenderen mithalten zu können und wenn man sich überlegt, daß sie die Hälfte ihrer Einkünfte für allerlei Zwecke abtreten müssen, dann war der Zehnte im Mittelalter geradezu human und man kann sich nur wundern, daß sich darüber die wenigsten aufregen und es stoisch hierzulande ertragen, die Gelbwesten in Frankreich sehen das schon etwas konkreter und sie haben recht, denn die Beteiligung am Produktivvermögen ist einfach nicht ausgeglichen und wo wären sie denn. wenn sie ihre fleißigen Ameisen nicht hätten und das sollte sich ändern, deshalb müssen sie ja nicht alles verlieren, aber es muß gerechter aufgeteilt werden sofern es den Unternehmen gut geht und bei Verlusten müssen es auch alle mittragen, bis hin zu unterstützenden Lohnzugaben, was ja heute schon gemacht wird, aber die Zuwächse werden immer noch ausgeblendet.

    • Eine gute Antwort auf einen guten Artikel. Trotzdem einen kritischen Hinweis von mir.
      Die Gelbwesten haben leider keine einheitliche Führung und sind daher zu schwach um tatsächlich Verbesserung erkämpfen zu können. Umso mehr gewaltbereite Elemente in die Reihen eingeschleust werden. Das ist leider auch bei den Deutschen so. Obwohl die Deutschen mit einer volksherrschaftlichen Verfassung sich wieder selbst bestimmen könnten. Also die oberste Gewalt wieder in die eigenen Hände nehmen, die seit dem 5.6.1945 bis dato in den Händen der Besatzungsmächte liegt. OTO

  2. Es sieht so aus, als könne eine unter deutscher Flagge agierende Gurkentruppe mit dem deutschen Volke alles experimentieren, was sie gerade irgendwoher aufklaubt.

  3. Der Mindestlohn manifestiert sich in „normalen“ Jobs zunehmend als Standard-Einstellungslohn.
    Löhne zwischen 11 und 12 Euro werden in Stellenangeboten immer öfter fett hervorgehoben, als sei das die erstrebenswerte Zielmarke.

    Das deutsche Jobwunder und die angebliche Vollbeschäftigung vor allem in südlichen Teilen Deutschlands ist lediglich mit Niedriglöhnen erkauft, von denen niemand anständig leben kann.
    Aber Hauptsache der Staat hat die Leute von der Backe.

    Die Keule kommt auf alle zurück, wenn die Niedriglöhner durch Krankheit und Arbeitslosigkeit oder eine Berufsunfähigigkeit einmal aus dem Takt geraten sollten. Vom Renteneintritt in Nirwana ganz zu schweigen.

    Das ist leider nur ein Auszug der Rot-Grün-Schwarzen Verbrechen, begangen in den letzten 20 Jahren.
    Da die Leidensfähigkeit der Deutschen beinah grenzenlos scheint, wie schon der Versailler Vertrag vor einhundert Jahren in seinen Folgen aufzeigte, bleibt lediglich abzuwarten, was in vierzehn Jahren auf uns zukommt..

  4. Die Gelben waren in den vergangenen zwanzig Jahren aber noch nicht einmal eine ganze Legislaturperiode an der Regierung. Deshalb kann man die Gelben lediglich für das Mitmachen zur Verantwortung ziehen. Wenn man bspw. jemanden noch mit 94 Jahren für seine über siebzig Jahre zurückliegende Tätigkeit als Wachmann in den Knast stecken kann, sollte das erst Recht auch für die Verantwortlichen in der FDP gelten, die alle Verbrechen der vergangenen 20 Jahre zumindest mitgetragen haben.

  5. Warum braucht es hohe Löhne und warum reichen die niedrigen nicht? Ganz einfach, aufgrund des Schneeballsystems steigen die Kosten ungleich schneller in die Höhe als die Löhne folgen dürfen. Ansonsten würde dieses System schon längst geplatzt sein. Somit ergibt sich , egal ob die Gewerkschaften Lohnerhöhungen erreichen oder nicht, ein ständiges weniger Netto für die Menschen übrig. Das Platzen des imperialistischen Schneeballsystems ist 1948 mit der Währungsreform von der Reichsmark zu D-Mark verhindert worden. 1990 mit der Reform der DDR-Mark zur D-Mark und erst im Jahr 2002 von der D-Mark zum Euro. Und nun ist auch dieses Euro-System schon wieder kurz vorm platzen. Und das Volk wird abgelenkt mit Kriegstreiberei, Sanktionen und dem ewigen Brexit. Alles Dinge, warum die Kosten weiter steigen müssen und die Löhne nicht folgen werden. Stoppen könnte dieses Schneeballsystem in Deutschland eine volksherrschaftliche Verfassung.

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