Bild: Flickr.com / Dominic Smith CC BY 2.0

Man kann davon ausgehen, dass alle nur möglichen Geheimdienste beim Sprachassistenten „Alexa“ mithören können. Neu ist das nicht, denn alle Geräte die mit dem Internet verbunden sind, kann man für einen Lauschangriff einsetzen. Die Bundesregierung hüllt sich beim Thema Amazon in Schweigen. 

Von Redaktion

Weil sie das Staatswohl gefährdet sieht, verweigert die Bundesregierung die Mitteilung, ob deutsche Nachrichtendienste Amazons digitalen Sprachassistenten „Alexa“ und die dazugehörigen Geräte als Abhörvorrichtung benutzen können.

In einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hatte die Bundesregierung erklärt, die Information können auch nicht eingestuft, also als Verschlusssache, herausgegeben werden, denn sollten sie bekannt werden, würden die Dienste diese Fähigkeit verlieren und es wäre dann ZITAT „kein Ersatz durch andere Instrumente möglich“, berichtet das ARD-Politikmagazin „Kontraste“.

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhard Baum sagte „Kontraste“ dazu: „Mit Alexa holen Sie sich den Lauschangriff sozusagen in die Wohnung. Das müssen die Leute sich mal vor Augen führen. Sie tauschen ihre Menschenwürde ein gegen ihre Bequemlichkeit.“

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Auch „Kontraste“ hatte die Nachrichtendienste gefragt, ob sie in der Lage sind, Amazons „Echo“ Lautsprecher zu infiltrieren und als Abhöreinrichtung zu nutzen. Der BND wollte sich nicht äußern und das Bundesamt für Verfassungsschutz verwies darauf, dass es laut Gesetz das Recht zur Wohnraumüberwachung habe.

In einem unlängst öffentlich gewordenen Entwurf des Innenministeriums zur Reform des BND und Verfassungsschutzgesetzes sollen Hersteller wie Amazon verpflichtet werden, den Nachrichtendiensten automatisierte, technische Zugänge zu ihren Geräten einzurichten.

Thorsten Wetzling, Leiter der Abteilung „Digitale Grundrechte, Überwachung und Transparenz“ der Denkfabrik Stiftung Neue Verantwortung: „Wenn das Gesetz kommt, dann kann das heißen, dass man das Mikrofon oder die Kamera eines jeden dem Internet verbundenen Geräts so manipuliert, dass man die Aufnahmen mithören und mitschneiden kann. Das könnten dann Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und der Militärische Abschirmdienst machen.“

Wer also nicht ausgespäht werden will, schafft sich so ein Ding erst gar nicht an. Aber Vorsicht, denn auch alle anderen mit dem Internet verbundenen technischen Geräte ermöglichen den Geheimdiensten dieselben Möglichkeiten mitzulauschen – egal ob Handy, Laptop, SmartTV, Xbox und noch viele mehr.

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6 KOMMENTARE

  1. „Sprachassistent“ – das ist gut. Ach, wie hilfreich kann doch die Technik sein.

    Den lauschenden (Samsung)fernseher im Wohnzimmer, den „Sprachassistenten“ von Amazon im Arbeitszimmer, Smartphone im Schlaf- und Kinderzimmer – der große Bruder ist stets dabei – oder frei nach Volker Pispers -Nikolaus Sieht Alles.

    Und das wie lange schon? Vor 5 Jahren bereits war von lauschenden Smart-TV’s und Alexa die Rede.

    Da können die alten Mitmenschen aber froh sein, die sich nur der Gehhilfen und des Rollators bedienen.

  2. Das ganze wird erst gefährlich, wenn man zu diesen technischen Einrichtungen von Amtswegen gezwungen wird, ansonsten kann man ja auf altdeutsch über den Gartenzaun kommunizieren und die Alten haben tatsächlich zwei Vorteile, sie benützen es in der Regel nicht mehr und müssen auch keine große Erwartenshaltung mehr in diese Art von Kommunkikations- und Überwachunstechnik setzen im Gegensatz zu den jüngeren, für die könnte es noch unangenehm werden, denn technische Krücken jeder Art können auch mißbraucht werden und darin liegt die eigentliche Gefahr, bei aller Freude hinsichtlich der neuen Spielgeräte für jedermann und ich selbst habe die ganze Entwicklung seit den fünfziger Jahren miterleund hatte auch schon ein Autotelefon Ende der siebziger Jahre und das war im Gegensatz zu heute keine Spielerei, es war innovativer Vorsrprung aus Konkurrenzgründen und wenn man die heutigen Mitbürger am Handy daddelnd auf den Straßen sieht, hat man eher den Eindruck, daß es sich um Gestörte handelt, denn auch die Technik sollte sinnvoll eingesetzt werden und nicht sinnentleert als Spielzeug dienen, aber das ist ja die Entscheidung des Einzelnen, glücklicher sehen sie nicht dabei aus.

    • „glücklicher sehen sie nicht dabei aus.“

      ne, stimm ich dir zu , eher bescheuerter, und am geilsten isses wenn sie mit einem dumpfen „buditsch“beim zocken auf der strasse gegen die laterne laufen.

  3. Geht man von den neuesten Festplattenarrays und von dem Platz im NSA- Zentrum Utah aus, so kann man dort von jedem Menschen ein Jahrzehnt lang täglich 400000 Byte speichern. Auch wenn das Datenbankmanagment einen Teil in Anspruch nimmt, so verbleiben wenigsten 300000 Byte. Pro Tag spricht und schreibt ein Mensch höchstes 8000 Worte(alle 10 s eins) mit grob gerundet 60000 Buchstaben und Leerzeichen. Das wären,wenn man die gesprochenen Worte in Buchstabenform speichert, 60000 Byte. Die Metadaten für ein Telefon-, Handy-, WhatsApp-Gespräch oder eine E-Mail umfassen etwa 60 Byte. Da ist neben Anrufer/Absender und Empfänger die mittlerer Tonhöhe bzw. Anzahl der Worte und Silben pro Satz mit drin. Bei 200 Aktionen dieser Art 12000 Byte. 400 Positionen jeder Person a 50 Byte machen 20000 Byte. Es verbleiben 208000 Byte pro Tag. Die Rechnergeschwindigkeit moderner Supercomputer erlaubt mehrere Millionen Gleitkommaoperationen pro Erdbewohner und Sekunde. Damit ist das alles verarbeitbar.
    Die DDR war ein Überwachungsstaat, in dem ein Mitarbeiter vielleicht 4000 Byte pro Stunde als Text aufschreiben konnte. Das wären rund 30000 am Tag. 100000 Mitarbeiter schafften also 30 Millionen Byte am Tag. Das waren je DDR- Bürger nur 2 am Tag. Mielke will ich trotzdem nicht zurück. Aber in was für einer Gesellschaft lebe ich jetzt?

  4. Wer halt zu faul ist, braucht eine Alexa und das die immer mithört sollte jedem klar sein. Die neueren Autos mit Sprachassistent und Kameras tun das natürlich auch, dem Kunden wird das dann als Sicherheit verkauft. Das deutsche Mautsystem filmt auch jeden, deswegen wurden an den Bundesstraßen diese „Fotosäulen“ hingestellt, zusammen mit dem Handynetz ist damit die totale Überwachung längst Realität. Die meisten denken das wären Blitzer, im Grunde genommen funktionieren die auch so ähnlich, nur erfolgt der Blitz unabhängig von der Geschwindigkeit und Größe des Kfz mit Infrarotlicht, welches das menschliche Auge kaum wahrnimmt, das rötliche Schimmern in der Nacht der am Tage sonst glasklaren Linsen aber verrät es und mit einer herkömmlichen Kamera (Smartphone Digi-Cam) kann man es auch deutlich sichtbar machen, das jedes Fahrzeug erfasst wird. Wozu das Ganze gut sein soll, wenn nur LKW Mautpflichtig sind ist unklar.

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