Die Anzahl der Morde in Mexiko erreichte im ersten Quartal dieses Jahres einen neuen Rekord. Das Land versinkt im Blut der Opfer.

Von Marco Maier

Das erste Quartal 2019 war das blutigste seit Beginn der miteinander vergleichbaren Aufzeichnungen und Statistiken, als das SESNSP damit im Jahr 1997 anfing. Ein Start in das neue Jahr, welches angesichts des Trends zum blutigsten Jahr seitdem avancieren dürfte.

Mit den rund 8.500 Morden alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres könnte die Zahl der gewaltsam Getöteten dieses Jahres sogar noch die Marke von 37.000 Personen knacken, so Befürchtungen. Denn wie üblich werden die Anfangszahlen (offiziell hieß es, 7.056 Menschen seien im ersten Quartal 2019 ermordet worden) um mehr als 20 Prozent aufgestockt, weil viele Leichen erst später gefunden werden. So hieß es für Januar und Februar zuerst, dass 4.652 Menschen ermordet worden seien, doch später wurde die Zahl auf 5.649 korrigiert.

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es noch knapp über 33.000 Morde – und schon da wurde ein neuer Rekord verzeichnet. Die Bemühungen der neuen mexikanischen Regierung, die Gewalt einzudämmen, funktionieren nicht, wie die Statistiken zeigen. Als Schnappschuss die nachfolgende Grafik für den 6. April 2019. Alleine an diesem Tag wurden offiziell 101 Morde registriert:

Ein ganz normaler Tag in Mexiko. Mehr als 100 Ermordete sind zu beklagen. Die Zahl dürfte aber später um rund 20 Prozent nach oben korrigiert werden.

Diese Statistiken verdeutlichen, dass die Zahl der Tötungsdelikte seit dem Amtsantritt von Präsident López Obrador im Dezember 2018 weiter gestiegen ist. Und nicht nur das: Jeder dritte Erwachsene in Mexiko ist jedes Jahr Opfer von Straftaten, heißt es in dem Bericht.

Unterdessen stiegen die Kosten der Gewalt in Mexiko im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 268 Milliarden US-Dollar. Das Institut für Wirtschaft und Frieden erklärte in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht „Mexico Peace Index 2019“, dass die Kosten von Gewalt etwa 25 Prozent des BIP des Landes ausmachen, berichtete die Mexico News Daily. Das heißt: Ohne diese Gewaltwelle könnte das Land deutlich mehr Wohlstand vorweisen.

2 COMMENTS

  1. Was die Statistik leider nicht aufschlüsselt, aber gaz wichtig für eine Komplettierung der Aussage wäre:
    „Morde“ oder Abrechnungen?
    Daraus ergibt nämlich eine diametral auseinander liegende Botschaft über das innere System des Landes.

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