May denkt über zweites Brexit-Referendum nach

Weil das Unterhaus sämtliche Brexit-Vorschläge ablehnt, strebt Premierministerin May nun eine Wiederholung des Referendums an. Sie will eine Bestätigung der Bevölkerung, falls das Parlament keinem Deal zustimmt.

Von Marco Maier

Egal welche Vorschläge für einen Brexit-Deal mit der EU von der britischen Regierung auch kommen – das Unterhaus lehnt sie alle ab. Ebenso wie einen No-Deal-Brexit. Eine Situation, die es dem Land verunmöglicht, die Europäische Union zu verlassen, wie es eine Mehrheit der Abstimmenden beim Referendum forderte. Doch nun sucht Premierministerin Theresa May einen Ausweg aus der Misere.

Laut dem „Daily Telegraph“ will sie versuchen, das Parlament zur Not zu einem zweiten, „bestätigenden“, Referendum abstimmen zu lassen. Sie weiß zwar, dass das Unterhaus dem nie zustimmen würde, doch als politisches Druckmittel scheint sich die Drohung zu lohnen. Gerade die Brexit-Befürworter scheuen eine zweite Abstimmung wie der Teufel das Weihwasser, da sie einen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung befürchten.

Indessen bereiten sich Juncker, Tusk, Macron und Merkel darauf vor, eine längere „Flextension“ des Brexits durchzuziehen, anstatt (wie es May offiziell will) eine kurzfristige Verzögerung von Artikel 50 des EU-Vertrags zu genehmigen.

Das Politdrama rund um den Brexit geht also in eine weitere Runde. Angesichts der Sturheit der britischen Parlamentarier kann man jedoch davon ausgehen, dass es wohl noch mehr Runden werden. Doch wie lange werden Brüssel, Berlin und Paris da noch mitspielen?

Loading...
Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 Kommentare

  1. Die Brexit-Beführworter sind mehrheitlich die britischen Bürger, allenfalls noch die Premierministerin, ansonsten sind die Wähler umzingelt von Gegnern, angefangen bei allen britischen Parlamentariern und gefolgt vom Europaparlament, die diese Entscheidung ungesetzlich rückgängig machen wollen und das ist der große Betrug am Souverän, denn bei eins zu null im Fußball kann man nach 90 Min. auch nicht unbegrenzt nachspielen lassen, bis es paßt und was hier abläuft ist eine Verhöhnung des Wählerwillens und Rechtsbeugung übelster Art und so etwas nennt sich demokratische Veranstaltung, sollen sie doch gleich sagen, daß sie darauf pfeifen, dann kann sich der Bürger bei den nächsten Wahlen darauf einrichten und nicht im Glauben leben, seine Entscheidung wird umgesetzt, das ist alles eine große Lüge.

  2. Einer der zwei möglichen Zustände von POlitikern. Entweder sie denken gerade nach, oder sie kämpfen für irgendwas. Dabei sind sie für beide Fälle sehr schlecht gerüstet, weshalb sie auf Schutz und Mithilfe vom arglosen Wähler hoffen. Dabei fallen sie fast um vor Lachen und freuen sich über sooo viel Dummheit. Buchtipp: Psychologie der Massen, von Gustave Le Bon.
    Übrigens hat noch keine Diktatur freiwillig einem großen Teil ihrer Sklaven die Freiheit gewährt.

  3. Was da in GB geschieht, ist nichts anderes, als das ein Volksentscheid durch „demokratisches“ Gebahren zerredet, verwässert und, wenn May Erfolg hat, letztlich rückgängig gemacht wird. Zu glauben, dass die Premierministerin hinter dem Volksentscheid steht, halte ich für einen Irrglauben. Sie hat wie Merkel die selbe Internatsausbildung, das gleiche politische Briefing erhalten, kurzum , sie dient den gleichen Herren.

    P.S. Eine Stunde im englischen Unterhaus mitzuerleben, würde bestätigen, dass alles nur ein orchestriertes (Affen)Theaterstück ist.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.