Gerd Landsberg, Städte- und Gemeindebund - Bild: Screenshot Youtube.com

Landsberg warnt eindringlich vor einem Scheitern des geplanten Gesetzes zur erleichterten Abschiebung von nicht anerkannten Flüchtlingen. Wer seine Herkunft verschleiert oder die Rückführung vorsätzlich verhindert, müsse bestraft werden, so Landsberg.

Von Redaktion

„Das Geordnete-Rückkehr-Gesetz ist ein geeignetes und gutes Instrument, um eine Überforderung der Städte und Gemeinden zu vermeiden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Vor den Beratungen des Entwurfs im Bundeskabinett an diesem Mittwoch rief Landsberg die verantwortlichen Politiker dazu auf, dieses Projekt „nicht aus ideologischen und parteipolitischen Gründen“ zu blockieren.

Laut Gemeindebund kamen im letzten Jahr noch immer rund 180.000 Flüchtlinge nach Deutschland und stellten die Kommunen vor Herausforderungen bei Unterbringung, Versorgung und Integration. „Weniger als 40 Prozent von ihnen erhalten einen Status als anerkannte Flüchtlinge oder als Schutzbedürftige“, unterstrich Landsberg.

Denn viele der Ankömmlinge würden in den Herkunftsländern eben nicht verfolgt, sondern kämen aus wirtschaftlichen Gründen. „Trotz klarer Rechtsregeln gelingt es aber immer weniger, dass diese Menschen in ihre Herkunftsländer zurückkehren“, betonte der Verbandschef. Daher sei auch die Zahl der geduldeten Flüchtlinge auf über 230.000 gestiegen. „Hier besteht Handlungsbedarf“, forderte Landsberg.

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Das neue Gesetz biete richtige Ansätze, um Ausweisungen auch durchzusetzen. „Wer etwa seine Herkunft verschleiert oder die Rückführung vorsätzlich verhindert, muss bestraft werden“, unterstrich der Hauptgeschäftsführer. Er befürwortete Gewahrsam oder Abschiebehaft als mögliche Konsequenzen insbesondere für Straftäter, die sich der Abschiebung immer wieder entziehen.

Landsberg forderte zudem ausreichende Kapazitäten in Haftanstalten, um Ausreisepflichtige – insbesondere Familien – getrennt von Straftätern unterzubringen. Zentrales Ziel müsse sein, dass abgelehnte Asylbewerber, Asylbewerber mit unklarer Identität und mit unklarer Bleibeperspektive nicht auf die Kommunen verteilt würden.

Zuvor war erneut Kritik aus den Ländern laut geworden. Unter anderem bemängelte der Hamburger Justizsenator Till Steffen (Grüne), der Entwurf von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei in „weiten Teilen verfassungsrechtlich und rechtspolitisch bedenklich“.

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1 KOMMENTAR

  1. Das Thema ist vor lauter politischer Befürworter so durchgedroschen, dass Lettern über Rückführung nicht mehr ernst genommen werden.

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