Candida-Pilze unter dem Mikroskop. Bild: Flickr / Eduardo García Cruz CC BY-SA 2.0
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Der übermäßige Einsatz von Antibiotika und Fungiziden sorgt für immer mehr resistente Krankheitserreger. Ein Killerpilz sorgt in Krankenhäusern für eine steigende Zahl an Todesfällen.

Von Marco Maier

Weltweit sterben immer mehr Menschen an Infektionen, die durch gegen Medikamente (Antibiotika, Fungizide…) resistente Erreger verursacht wurden. Der übermäßige und oftmals auch unsachgemäße Einsatz von Antibiotika und Fungiziden in der Landwirtschaft aber auch in der Humanmedizin sorgt dafür, dass solche Resistenzen zunehmen. Das stellt die Ärzte vor große Probleme. Gerade ein vor wenigen Jahren entdeckter Pilz entwickelt sich zum Killerpilz.

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC fordert dieser Pilz – Candida auris – rund die Hälfte aller mit ihm infizierten Patienten innerhalb von 90 Tagen nach der Infektion. Antimykotika-Medikamente sind gegen in wirkungslos, so dass insbesondere Patienten mit einem geschwächten Immunsystem keine Chance haben, sich gegen diese Infektion zu wehren.

Im Jahr 2009 erstmals beschrieben, nachdem eine 70-jährige Japanerin in einem Tokioter Krankenhaus mit Candida auris im Gehörgang aufgetaucht war, hat sich die aggressive Pilzinfektion in Asien und Europa verbreitet und erreichte schlussendlich auch den amerikanischen Kontinent. So schreibt die „New York Times„:

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„Der früheste bekannte Fall in den Vereinigten Staaten betraf eine Frau, die am 6. Mai 2013 in einem New Yorker Krankenhaus ankam und wegen Atemwegsversagen behandelt wurde. Sie war 61 Jahre alt und stammte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie starb eine Woche später, nachdem sie positiv auf den Pilz getestet wurde. Zu dieser Zeit hatte das Krankenhaus nicht viel darüber nachgedacht, aber drei Jahre später schickte es den Fall an die CDC, nachdem man die Ratschläge vom Juni 2016 der Behörde gelesen hatte.“

Candida auris breitet sich immer weiter aus und sorgt für immer mehr Todesfälle. Und auch wenn es derzeit noch keine tausenden Fälle im Jahr sind, so zeigt die Kurve bei den Neuinfektionen deutlich nach oben. Denn der Pilz breitet sich rasch aus und sorgt laut der Zeitung auch für eine umfangreiche Kontamination:

Letzten Mai wurde festgestellt, dass ein älterer Mann, der wegen einer Bauchoperation in die Brooklyn-Niederlassung des Mount Sinai-Krankenhauses eingeliefert wurde, mit der arzneimittelresistenten Candida infiziert wurde. Er starb nach 90 Tagen im Krankenhaus. Tests zufolge war der Keim überall in seinem Zimmer – so weit, dass das Krankenhaus spezielle Reinigungsgeräte benötigte und Decken- und Bodenfliesen ausreißen musste, um es loszuwerden.

„Alles war positiv – die Wände, das Bett, die Türen, die Vorhänge, die Telefone, das Waschbecken, das Whiteboard, die Stangen, die Pumpe“, sagte der Präsident des Krankenhauses, Dr. Scott Lorin. „Die Matratze, die Bettgitter, die Kanisterlöcher, die Fenstervorhänge, die Decke, alles im Raum war positiv.“

Für die Menschheit und die Humanmedizin werden solche gegen Medikamente resistente Krankheitserreger zu einem immer größeren Problem. Forscher warnen sogar schon davor, dass wir irgendwann an den Punkt gelangen, an dem wir wie vor der Entdeckung von Antibiotika gegen solche Infektionen beinahe machtlos sein werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Herr Maier, bitte übernehmen Sie nicht die Panikmache, die auch von denen initiiert wird, die resistente Keime wie Pilze mit zu verantworten haben. Bei den Todesfällen, die sie da schildern, ist die Todesursache nach meinen Informationen keinesfalls klar. Wenn einem immungeschwächten Patienten weitere Medikamente verabreicht werden, die den vermeintlichen „Killerpilz“ nicht eliminierten können, aber Leber, Niere und den Darm des Betroffenen zusätzlich schädigen, ist die Gefahr, dass eines dieser Organsysteme vollends versagt, sehr gut möglich. Ohne eine Obduktion von unabhängigen Sachverständigen durchgeführt zu haben, wird der Tod dieses Patienten, der Pilzinfektion zugeschrieben. So jedenfalls geschieht es tagtäglich bei ähnlichen Fällen mit den multiresistenten Keimen. Ich behaupte, bei genannten Fällen wird es nicht anders sein.

    Der Candida auris ist auch nur ein Vertreter aus der großen Candida-Familie, der sich nur in einem durch ungeeignete Ernährung und (zumeist) durch Antibiotikabehandlung immungeschwächten Milieu breitmachen kann. Desweiteren wird nicht ausreichend betont, dass es die „herkömmlichen“ Antipilzmittel sind, die versagen. Ein Abweichen von diesen schulmedizinischen Therapiewegen wird kaum in Erwägung gezogen, ist aber nach meiner Erfahrung zumeist erfolgreich.

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