China – Washingtons Feindbild Nummer 1

Auch wenn sich Washington immer wieder gegen Russland, den Iran, Venezuela oder Nordkorea stellt, so ist die Volksrepublik China der Feind Nummer 1.

Von Marco Maier

Wer sich ein wenig mit den US-amerikanischen Medien und den Stellungnahmen des US-amerikanischen Establishments aus Politik, Militär und Medien auseinandersetzt, wird feststellen, dass dort ein neuer, gefährlicher Feind ausgemacht wurde: die Volksrepublik China. Das Reich der Mitte gilt den Amerikanern als die größte strategische Bedrohung für die globale Hegemonie.

Auch wenn seit dem Sieg Donald Trumps über Hillary Clinton das Thema Russland immer wieder am köcheln gehalten wird, so gilt in Washington das Motto, die Europäer gegen ihren östlichen Nachbarn aufzuhetzen und dort eine eher unterstützende denn als aktive Rolle einzunehmen. Zwar gibt es dort genügend US-Militärbasen, NATO-Kriegsspiele und eine aktive Einmischung in die Innen- und Außenpolitik der europäischen Länder, doch in einem kommenden globalen militärischen Konflikt – einem Dritten Weltkrieg – sollen sich gefälligst die Europäer mit den Russen herumschlagen.

Denn die Haupt-Herausforderung – das haben die Strategen in Washington herausgefunden – ist die Volksrepublik China. Chinesische Atom-Bomber, chinesische Hyperschallraketen, chinesische Flugzeugträger-Killer-Raketen, chinesische Cyberattacken, chinesische Anti-Satelliten-Waffen, die chinesische Militarisierung des Südchinesischen Meeres, die Spionage durch den chinesischen Konzern Huawei… die Liste ließe sich noch fast endlos erweitern.

Immerhin ist dem Pentagon bewusst, dass die Chinesen mit deutlich geringerem Mittelaufwand als die Amerikaner ihre Streitkräfte modernisieren und verstärken können. An die 718 Milliarden Dollar, die die USA für die Verwaltung ihres globalen Imperiums ausgeben, kommen die Chinesen noch lange nicht heran. Brauchen sie auch nicht. Ihr Militär konzentriert sich im Heimatland und nicht rund um den Globus. Da bleiben mehr Ressourcen für die Forschung, Entwicklung und Produktion von Kriegsgerät übrig. Inzwischen geht man davon aus, dass die Chinesen (bei einer weiter so anhaltenden Entwicklung wie bisher) wohl bis zum Jahr 2050 so weit sein könnten, die Vereinigten Staaten von Amerika in Sachen Kriegsgerät einzuholen oder sogar zu überholen.

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Dies ist auch ein Grund dafür, warum die Amerikaner immer mehr regionale Verbündete für ihre Haupt-Feindziele suchen. Eine „arabische NATO“ soll den Iran in Schach halten, die US-hörigen Länder in Südamerika sollen sich gegen die Maduro-Regierung in Venezuela positionieren und im östlichen Asien will man nicht nur die traditionellen „Verbündeten“ (eher Vasallen) Japan und Südkorea gegen China in Stellung bringen, sondern auch Indien und möglichst viele Nachbarstaaten (wie Thailand, die Philippinen, Myanmar…).

Auch die Europäer sollen sich gegen China stellen. Die neue (und umstrittene) 5G-Technologie ist ein Paradebeispiel dafür. Washington drohte der Europäern, auf Geheimdienstebene nicht mehr zusammenarbeiten zu wollen, wenn diese Huawei erlauben das 5G-Mobilfunknetz dort aufzubauen. Klar, US-Konzerne können das auch machen – und so weiterhin den amerikanischen Spionagekomplex aufrecht erhalten. Für die Europäer selbst heißt dies: entweder wird man von NSA & Co vollumfänglich abgehört, oder die Chinesen lauschen eventuell noch mit.

Über kurz oder lang jedoch werden wir in einer Welt leben, die mit einer Neuauflage eines Kalten Krieges konfrontiert ist. Nur eben mit dem Unterschied, dass es nicht mehr Moskau ist, sondern Peking, welches die größte Bedrohung für das US-Imperium darstellt.

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3 Kommentare

  1. „ Feindbild Nr. 1“
    Eine schlechte Kopie und dies auch noch zum falschen Zeitpunkt.
    Adolf hat 1935 China als die gelbe Gefahr benannt. Im Vergleich zu deren Tölpel-Politik ein Visionär.

    Für ein Feindbild Nr.1 ist heute der Zug bereits abgefahren.
    Nun bleibt realistisch nur mehr aufeinander zuzugehen.

    Die einzigen auf der ganzen Welt sind die Amis mit ihrem „Amerka First“ geblieben, die im Kopfe keine Erneuerung, weder im strategischen Handeln noch im Denken an Weitsichtigkeit haben einfließen lassen.
    Ständig auf Konfrontation hinzuarbeiten ist heute nicht mehr zeitgemäß.
    Jeder findet dabei einmal seinen Meister.

  2. Wir produzieren Feinde und ihr kaufen Waffen von uns, wir bestimmen mit welche ihr sprechen, handeln, Cafe tringen, das Problem ist das na der zweite Weltkrieg USA keine Krieg gewöhnen hat und auch Frieden nicht gebracht, nur Terroristen produzieren.

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